Verstummte Stimmen - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Juedisches Leben



AVIVA-BERLIN.de 10/3/5782 - Beitrag vom 22.10.2006


Verstummte Stimmen
Yvonne de Andrés

Die Vertreibung der Juden aus der Oper (1933 - 1945). Verstummte Stimmen singen wieder. Diese Ausstellung gibt den Opfern ihre Namen, Gesichter und Stimmen zurück.




Erstmals zeigt diese umfangreiche Ausstellung Schicksale jüdischer und oppositioneller Opernmitglieder, die im Dritten Reich, verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden.

Verstummte Stimmen stellt - mit historischen Fotos, Dokumenten, persönlichen Erinnerungen und Tonbeispielen - 71 Lebensgeschichten von verfemten Künstlern vor, darunter Weltstars wie Lotte Lehmann, Elisabeth Schumann, Ottilie Metzger, Richard Tauber und Alexander Kipnis.

Ein besonderes Augenmerk richten die AusstellungsmacherInnen darauf, wie an der Hamburgischen Staatsoper mit den antisemitischen Verordnungen des NS-Regimes umgegangen wurde. So liegt der Schwerpunkt auf 37 verfolgten Opernmitgliedern aus Hamburg. Zusätzlich bietet die Ausstellung einen Rückblick auf das Musikleben in Hamburg und einen Einblick in die damalige Presse.

Simone Young, Intendantin der Hamburgischen Staatsoper, in der Ausstellung "Verstummte Stimmen" im HAMBURGER ABENDBLATT-Center

Simone Young, Intendantin der Hamburgischen Staatsoper: "Ich bin unendlich froh darüber, dass endlich eine Ausstellung in Hamburg exemplarische Lebenswege der gemaßregelten, vertriebenen oder ermordeten Künstler nachzeichnet. Verstummte Stimmen gab es in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur mehr, als ein Opernhaus wie unseres verkraften kann. Indem wir diese Stimmen - zumindest in der Erinnerung - wieder lebendig werden lassen, können wir dazu beitragen, dem Anliegen der Kunst für mehr Menschlichkeit Nachdruck zu verleihen."

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit von der Hamburgischen Staatsoper und dem Hamburger Abendblatt erarbeitet. Hiermit wird ein weiteres Stück Hamburger Kultur- und Stadtgeschichte aufgearbeitet und der Öffentlichkeit vorgestellt.


Verstummte Stimmen

Dauer der Ausstellung:
23. Oktober bis 30. November 2006
Veranstaltungsorte: Hamburgische Staatsoper, Große Theaterstraße 25
20354 Hamburg, jeweils zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn, Eintritt nur mit Opernkarte.
HAMBURGER ABENDBLATT-Center, Caffamacherreihe 1
20350 Hamburg, Mo-Fr 9.30 Uhr - 18.00 Uhr, Sa 10.00 - 18.00 Uhr Eintritt frei.

Ein umfangreiches Kulturprogramm begleitet die Ausstellung.
Weitere Informationen unter: www.verstummtestimmen.de



Jüdisches Leben

Beitrag vom 22.10.2006

Yvonne de Andrés