Wo ist Lemberg - neue Ausstellung im Centrum Judaicum - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Juedisches Leben Veranstaltungen



AVIVA-BERLIN.de 2/28/5782 - Beitrag vom 31.08.2007


Wo ist Lemberg - neue Ausstellung im Centrum Judaicum
Annegret Oehme

Vom 2. September bis zum 06. Januar 2008 präsentiert sich die faszinierende Stadt Osteuropas, in der sich lange Zeit jüdisches Leben jenseits von Ghettoisierung und Ausgrenzung entwickeln konnte.




Die neue Ausstellung in den historischen Räumen der Neuen Synagoge widmet das Centrum Judaicum der einzigartigen Stadt Lemberg, einem Schmelztiegel des Ostens vergangener Jahrhunderte.

Mit dem Namen Lemberg, auch L´viv oder Lwów, werden häufig Gräueltaten an Juden und Polen verbunden. Ohne diese Tatsache ausblenden zu wollen, hat es sich das Centrum Judaicum zur Aufgabe gemacht, etwas von dem Klima einzufangen, das in einer Stadt geherrscht haben muss, in der verschiedene Völker und Religionen gut miteinander auskamen und sich erfolgreich gegenseitig befruchteten.
Die Kuratorin der Ausstellung, Irene Stratenwerth, sieht in Zeiten, da die Frage der Integration zunehmend zu einem Problem wird, auch eine Perspektive am Beispiel Lembergs. Auch dort gab und gibt es Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit, aber immer wieder fanden sich die Menschen in vielen Bereichen, wie zum Beispiel Kultur und Wissenschaft, zusammen.

Von Joseph Roth als "Stadt der verwischenden Grenzen" bezeichnet, gehörte die Metropole, die 300 Kilometer östlich von Krakau und 600 Kilometer nordöstlich von Wien liegt, abwechselnd zum Herrschaftsgebiet Österreich-Ungarns, Polens, der Sowjetunion und der Ukraine.
Heute hat Lemberg etwa 800.000 EinwohnerInnen, die größtenteils nach 1945 zugezogen sind, und sich erst allmählich mit der Geschichte ihrer Stadt beschäftigen.

Die Ausstellung setzt einen Schwerpunkt auf das Judentum der Osteuropäischen Metropole, ohne dabei andere ethnische und religiöse Gruppen außer Acht zu lassen, und schafft so ein umfassendes Bild des Lebens in Lemberg seit dem 17. Jahrhundert. Nach einem Bausteinprinzip werden Informationstafeln, Installationen Lemberger KünstlerInnen und die Berichte ehemaliger BewohnerInnen verwoben und zu einem Gesamtkunstwerk vereint. Zu Wort kommen auch sechs Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Berlins, die von ihrem Leben in der früheren Heimat berichten.

In den vergangenen zwei Jahren haben die Kuratoren Irene Stratenwerth und Ronald Hinrichs eine enge Zusammenarbeit mit KünstlerInnen, PublizistInnen, SammlerInnen und WissenschaftlerInnen in Lemberg aufgebaut. Ihre Koordinatorin vor Ort, Sofia Onufriv, ist selbst dort geboren, studierte Germanistik und lebte zwei Jahre in Deutschland. Ihre Heimat liebt sie über alles und hofft, dass die Ausstellung auch in Lemberg gezeigt werden kann.

Der Begleitband "Lemberg. Eine Reise nach Europa" umfasst zahlreiche Abbildungen und Texte aus drei Jahrhunderten. Mit einem kleinen Reiseführer für Lemberg sollen LeserInnen ermutigt werden, sich selbst auf den Weg zu machen und Schönheiten und Widersprüchlichkeiten dieser einzigartigen Stadt zu erschließen.

Ausstellungsort:
Stiftung Neue Synagoge - Centrum Judaicum
Oranienburger Straße 28-30
10117 Berlin
Tel 030/88028316
www.lemberg-ausstellung.de und http://mysql.snafu.de/cjudaicum

Öffnungszeiten:
Montag und Sonntag 10 -20 Uhr, Dienstag bis Donnerstag 10-18 Uhr, Freitag 10-17 Uhr, Sonnabends geschlossen

Ausstellungsdauer: 02.09.2007 bis 06.01.2008

Das Buch zur Ausstellung:
Lemberg. Eine Reise nach Europa.
Hermann Simon/Irene Stratenwerth/Ronald Hinrichs (Hg.)
Ch. Links Verlag, erschienen September 2007
19,90 Euro
ISBN 978-3-86153-459-4


Jüdisches Leben > Veranstaltungen

Beitrag vom 31.08.2007

AVIVA-Redaktion 






AVIVA-News bestellen
  AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter



Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

. . . . PR . . . .

Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Esther Dischereit - Mama, darf ich das Deutschlandlied singen. Politische Texte

. . . . PR . . . .

Esther Dischereit - Mama, darf ich das Deutschlandlied singen. Politische Texte
Jüdisch. Solidarisch. Antirassistisch. Der Essayband mit einem Vorwort von Aleida Assmann knüpft an die beiden Aufsatzbände "Übungen jüdisch zu sein" und "Mit Eichmann an der Börse" an.
Mehr zur Autorin, zum Buch, sowie Bestellung unter: www.mandelbaum.at

Ich bin noch nie einem Juden begegnet …

. . . . PR . . . .

Ich bin noch nie einem Juden begegnet
»Das Geschichtenerzählen ist Teil der jüdischen DNA«, meint Peninnah Schram, Literaturprofessorin und eine der Protagonistinnen in Haase-Hindenbergs neuem Buch. In einem außergewöhnlichen literarischen Stil erzählt er von den Lebensgeschichten jüdischer Menschen in Deutschland.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellungen unter: www.edition-koerber.de

Walter Kaufmann – Welch ein Leben! Bundesweiter Kinostart am 30.9.21

. . . . PR . . . .

Walter Kaufmann. Welch ein LebenDie Lebensgeschichte des jüdischen Schriftstellers und Korrespondenten Walter Kaufmann vom Kindertransport nach Großbritannien über die DDR und um die ganze Welt erzählt dieser berührende Film.
Alle Infos, der Trailer und Termine unter: www.walterkaufmannfilm.de

Hila Amit - Hebräisch für Alle. Von der Sprache zur Vielfalt.

. . . . PR . . . .

Hila Amit - Hebräisch für Alle
Das erste queere und feministische Hebräisch-Lehrbuch in Deutschland. Das Arbeitsbuch enthält zahlreiche lebensnahe Beispiele und Übungen, um den Wortschatz direkt anzuwenden und zu verinnerlichen.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.edition-assemblage.de

Rosh HaShana 5782 - Shana tova u-metuka!

AVIVA wishes you a sweet, healthy and happy Rosh HaShana!
AVIVA wünscht ein süßes, glückliches, friedliches und gesundes Neues Jahr 5782!

Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Es war einmal ein Töpfchen

. . . . PR . . . .

Es war einmal ein Töpfchen
Alona Frankels "Sir haSirim" (Hebr., der Topf der Töpfe) gilt als erstes Kleinkinderbuch zum Thema "Töpfchentraining". Der israelische Kinderbuchklassiker aus dem Jahr 1975 ist jetzt auf Deutsch erschienen!
Mehr Infos zu den Büchern und zum Ariella Verlag unter:
www.ariella-verlag.de

Wir leben in Wohnungen mit Vergangenheit


Kooperationen

HentrichHentrich
Jewish Womens Archive
Jüdisches Museum Berlin
Bet Debora
Hagalil
JVHS
Ohel Hachidusch