100 Jahre Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Juedisches Leben Veranstaltungen



AVIVA-BERLIN.de 4/18/5782 - Beitrag vom 28.08.2017


100 Jahre Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST)
AVIVA-Redaktion

Ihr 100jähriges Jubiläum begeht die ZWST mit vielfältigen Feierlichkeiten und Aktivitäten: Einem Festakt in Frankfurt/M. am 10. September, einer Filmpremiere in Frankfurt/M. am 18. September, einer Wanderausstellung zu prägenden Persönlichkeiten aus 100 Jahre ZWST und einem Fachsymposium vom 26. bis 27. November in Berlin




Am 09. September 1917 wurde die ZWST in Berlin als "Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden" gegründet, um als Dachverband die vielfältigen sozialen Einrichtungen und Wohlfahrtsorganisationen zu koordinieren. Seit 1924 gehört sie zu den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege.
Den äußeren Anstoß gab Bertha Pappenheim (1859-1936), seit 1904 die Gründerin und Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes, unterstützt von B´nai B´rith Deutschland. Unter der Herrschaft des Nationalsozialismus wurde die ZWST 1939 zwangsweise aufgelöst.

Nach der Zerschlagung im Nationalsozialismus wurde die ZWST 1951, unter ihrem heutigen Namen "Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland" wiedergegründet.

100 Jahre ZWST: In diesem Jahr begeht die ZWST ihr 100-jähriges Jubiläum. Dieses Jubiläum unterstreicht die lange Tradition jüdischer Wohlfahrtsarbeit in Deutschland, die ihre Wurzeln bereits im 17. Jahrhundert hat. Die Geschichte der jüdischen Wohlfahrtspflege ist vor allem im 20. Jahrhundert eine diskontinuierliche Geschichte, unter anderem geprägt durch Flüchtlingsströme vor und besonders nach dem 2. Weltkrieg und daraus resultierende integrative Anforderungen an jüdische Organisationen. Trotz tiefer Einschnitte und Brüche gelang es der ZWST in den letzten 100 Jahren immer wieder, sich auf neue Einwanderungswellen einzustellen und sich nach dem Holocaust wieder komplett neu aufzustellen.

Die ZWST sieht ihr Hauptanliegen in der Pflicht zur Hilfe im Sinne ausgleichender sozialer Gerechtigkeit. Dies basiert auf dem jüdischen Verständnis von Wohltätigkeit (Leitbild: "Zedaka", hebr.). Die jüdische Wohlfahrtspflege hat seit Gründung der ZWST im Jahr 1917 und ihrer Neugründung im Jahr 1951 tiefe Einschnitte erfahren. Trotz aller historischen Umbrüche ist das Leitbild der ZWST immer aktuell geblieben. Es ist das Anliegen der ZWST, ihr Leitbild "Zedaka" mit neuen Inhalten zu füllen und aktuellen Veränderungen laufend anzupassen.

Die Zuwanderung aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion nach dem Fall der Mauer 1989 brachte für die jüdische Gemeinschaft und damit auch für die ZWST tiefgreifende Veränderungen mit sich: Die Mitgliederstruktur verdreifachte sich innerhalb kurzer Zeit, die absolute Mehrheit der Mitglieder jüdischer Gemeinden hat heute einen Migrationshintergrund. Die Zuwanderung bedeutete eine immense Bereicherung für die jüdische Gemeinschaft und die deutsche Gesellschaft, stellt bis heute aber auch hohe Anforderungen an eine integrative und interkulturelle Sozial- und Jugendarbeit in den jüdischen Gemeinden. Eine stetige Erweiterung und Professionalisierung ihres sozialen Beratungs-, Betreuungs- und Fortbildungsangebotes ist daher ein zentrales Anliegen der ZWST.

Ihr 100jähriges Jubiläum begeht die ZWST in diesem Jahr mit vielfältigen Feierlichkeiten und Aktivitäten: Einem Festakt in Frankfurt/M. am 10. September mit hochrangigen Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft sowie langjährigen Wegbegleiter_innen, einer Filmpremiere in Frankfurt/M. am 18. September, einer Wanderausstellung zu prägenden Persönlichkeiten aus 100 Jahre ZWST und einem Fachsymposium vom 26. bis 27. November in Berlin.

100 Jahre - Fachsymposium in Berlin
Die nunmehr 100jährige wechselvolle Geschichte der "Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland" soll im Rahmen der Veranstaltung mit ihren vielfältigen Facetten analysiert, diskutiert und gewürdigt werden. Das Programm sieht Vorträge und Kolloquien vor, welche die gesamte Zeitspanne von der Gründung im Kaiserreich über die Auslöschung durch die Nationalsozialisten 1943 und die Neugründung ab 1951 bis in die Gegenwart umfassen.
Info und Kontakt:
Aron Schuster, T.: 069 / 944 371-40, schuster@zwst.org

Mehr Informationen zur Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) sowie zu den Jubiläumsveranstaltungen finden Sie unter:

www.zwst.org

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

ZWST eröffnet neue Beratungsstelle für Betroffene antisemitischer Gewalt in Berlin
Mit der neuen Beratungsstelle soll ein Angebot speziell für Ratsuchende nach Erfahrungen antisemitischer Gewalt geschaffen werden, das sich durch einen niedrigschwelligen Ansatz auszeichnet. (24.04.2017)

Omanut - die heilende Kraft der Kunst
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Quelle: Pressemitteilung vom ZWST, Frankfurt, den 24.04.2017


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Beitrag vom 28.08.2017

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PLAN A – Was würdest du tun?
1945 plant eine Gruppe Holocaust-Überlebender die größte Racheaktion der Geschichte: Für jeden jede/n ermordete/n Jüdin/Juden soll ein/e Deutsche/r sterben. Doch kurz bevor der erste Giftanschlag ausgeführt werden kann, wird der Plan aufgedeckt.
Mehr zum Film, Kinotour mit Filmgespräch, den teilnehmenden Kinos und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/plan-a

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KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
Mehr zum Film, der Trailer und Kinotour unter: www.filmkinotext.de/kinder-der-hoffnung.html

Never forget. 9. November 1938

9. November 1938
Der 9. November 1938 war erst der Anfang... Zentralrat der Juden: 9. November soll Schoa-Gedenktag werden

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Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
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