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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 29.02.2008


Brisa Roché - Takes
Silvy Pommerenke

Den Einfluss der sechziger Jahre hört man diesem Album unschwer an. Ein bisschen Beachpop, ein wenig Psychedelic und noch eine Portion Folk und schon...




...hat man die Formel für das zweite Album der Sängerin.

Die Frau mit dem französisch klingenden Namen lebt zwar in Paris aber ihre Wurzeln liegen im Norden Kaliforniens. Dort wuchs sie bei ihren Hippie-Eltern auf, die – ganz im Rahmen der 68er-Erziehung – das Kind als Erwachsene behandelten. Diese fehlende kindliche Unbekümmertheit und der frühe Tod des Vaters scheinen durch das Album schwermütig hindurch und Roché klingt immer ein wenig gelangweilt beim Singen. Aber dadurch hat schon Nico von Velvet Underground für laszive und düstere Stimmung gesorgt, das Gleiche gilt für die Wahlfranzösin. Ein spröder Charme liegt "Takes" zugrunde, und es sind sehr persönliche Songs entstanden, die ihr direkt aus ihrem Herzen gekommen sind.

Vor drei Jahren hatte Brisa Roché ihr Debut "The Chase" beim renommierten Jazzlabel Blue Note Records veröffentlicht, auch wenn es kein klassisches Jazzalbum war. Kräftige Rocksongs wechselten sich mit verhaltenen Elektroklängen und dann wiederum mit schwermütigen Singer-Songwriter Balladen ab. Damit sorgte sie allerdings für Furore, und ihre Auftritte in den Clubs von Saint-Germain machten aus ihr bald einen KritikerInnenliebling. Sie selbst hat die Zeit bei Blue Note jedoch wie einen "schweren Traum erlebt, der sie erschöpfte und den Wunsch nach einer genre-sprengenden Vielfalt unerfüllt ließ." Gerade letzteres erscheint aus heutiger Sicht ein wenig unverständlich, da ihr Debut viel gewagter die musikalischen Genres überschreiten ließ, und sie auf dem aktuellen Album eine viel klarere Linie geht.

Für die Aufnahmen von "Takes" ging sie alleine nach Kalifornien um dort erste Ideen und Skizzen für die Songs zu machen. Später hat sie daraus - in Südfrankreich, zwischen Weinreben und Bergen – die endgültigen Kompositionen gemacht. Unterstützung erhielt sie dabei von Henry Hirsch, der bereits mit Lenny Kravitz und Vanessa Paradis arbeitete und Nick Zimmer, dem Gitarristen der Yeah Yeah Yeahs.

Die Sängerin mit den ewig zerwühlten Haaren, die eine Bürste offensichtlich nur als hübsche Deko in ihrem Badezimmerregal betrachtet, beschreibt ihr Album folgendermaßen: "Ich tendiere dazu, das Album als eine Mischung aus drogeninfizierten New-York-Sound, Westcoast-Psych-Pop mit Folk-Einschlag und britischer Theatralik zu beschreiben."

Weiterhören: Lou Rhodes und Cat Power

Brisa Roché im Netz: auf MySpace

AVIVA-Tipp: Der Amerikanerin ist ein Album gelungen, das sich wie ein Crossover von The Mamas and The Papas und Velvet Underground anhört. Roché zollt hiermit den sechziger Jahren Tribut und zeigt, dass man auch heutzutage zeitlose Alben jenseits von Mainstreamkultur einspielen kann.

Brisa Roché
Takes

Label: Discograph, VÖ Februar 2008


Kunst + Kultur

Beitrag vom 29.02.2008

Silvy Pommerenke 






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