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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 08.04.2008


Fjarill - Pilgrim
Silvy Pommerenke

Das südafrikanisch-schwedische Duo verzaubert erneut durch eine Melange aus schwedischem Folk-Pop und Ethno-Klängen, die eingebettet in sphärische Töne und transzendente Melodien sind.




Bereits vor zwei Jahren erschien das Debut "Stark" von Fjarill, das zu einem überraschenden KritikerInnen- und Publikumsliebling in der Musikszene avancierte. Das kleine aber feine Label RinTinTin Musik ging ein latentes Wagnis mit dieser unkonventionellen Musikproduktion ein und wurde für sein Engagement aufgrund dieser Resonanz belohnt.

Die in Hamburg lebende schwedische Pianistin und Sängerin Aino Löwenmark, deren Name wie aus einem Astrid-Lindgren-Buch erscheint, und die Südafrikanerin Hanmari Spiegel mit ihrer Geige, bezaubern durch eine schlichte Eleganz und intensiven Musikgenuss. Da macht es weiter gar nichts, dass die Texte auf Schwedisch sind, denn bereits die isländische Band Sigur Rós bewies, dass es manchmal nicht auf die textuellen Inhalte ankommt, sondern dass die Musik für sich allein steht. So auch auf dem neuen Album der beiden Musikerinnen, die tagtraumgleich von Song zu Song gleiten, und sich dabei von Bass, Cello, Flügelhorn und durchaus auch einer Steelguitar begleiten lassen. Dennoch gibt es für die neugierige HörerIn im Booklet die deutsche Übersetzung zu den Texten und es ist zu erkennen, dass die Texterin vor allem Liebeslieder für ihre schwedische Heimat und Landschaft präsentiert. Dies könnte natürlich auch als Metapher zu zwischenmenschlichen Beziehungen gesehen werden. Wie auch immer die Texte zu deuten sind, so steht in der Tat die musikalische Umsetzung im Vordergrund.

Diese ungewöhnliche Kollaboration entstand, als die Südafrikanerin Hanmari während eines Hamburg-Besuchs auf Aino traf, und es für beide Frauen so war, als hätten sie ihre Seelenverwandte entdeckt. Auch wenn sich die südafrikanischen Elemente deutlich im Hintergrund halten und sich lediglich auf dem Song "Mormor" aufgrund des Gesangs von Audrey Motaung Bahn brechen und sich ansonsten die europäischen Einflüsse durchsetzen, so tut dies der Musik keinen Abbruch. Natürlich könnte man aufgrund der Beteiligung von Hanmari Spiegels mehr Impulse des schwarzen Kontinents erwarten, aber die Orientierung scheint sich ganz auf den nordischen Elchstaat zu richten: Die Musik ist gleichsam einem Spaziergang durchs schwedische Unterholz in Richtung eines verlassenen Sees. Sie ist introvertiert, still, beruhigend und sorgt für innere Ausgeglichenheit. Alles Dinge, die man im beruflichen Alltagsstress immer wieder vermisst und nicht bekommt. Somit ist diese CD die ultimative Alternative zu langersehnten Wellness-Wochenenden, Kurztrips oder sogar Flitterwochen.

Selbst Königin Sylvia von Schweden konnte der behutsamen und stillen Musik Fjarills nicht entgehen und besuchte einen Auftritt von des Duos während ihres Hamburg Aufenthaltes im Oktober 2006. Auch der MDR hielt sich mich Lobeshymnen nicht zurück und titelte: "Ihre Lieder sind der musikalische Beweis für die Schönheit des Einfachen", und von anderer Stelle hieß es: Fjarell "ist ein weltmusikalisches Fundbüro mit ethnischen Elementen aus Skandinavien und Afrika" – wie wahr!

Fjarill im Netz: www.fjarill.de und auf MySpace

Weiterhören: Joanna Newsom und Tuomi

AVIVA-Tipp: So Sie Alltagsstress nicht kompensieren können, haben Sie mit Fjarill die ultimative Antwort auf all Ihre Nöte. Leise Töne, eingepackt in elfenhafte Melodien, sollten dafür Sorge tragen, dass auch Sie am nächsten Montag wieder voll auf der Matte stehen. Mit Fjarill erhalten Sie sozusagen ein Wellness-Wochenende gratis. Schön!

Fjarill
Pilgrim

Label: Rintintin Music (Indigo), VÖ April 2008


Kunst + Kultur

Beitrag vom 08.04.2008

Silvy Pommerenke 






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