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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 09.05.2008


Camille – Music Hole
Andrea Petzenhammer

Sie wird bereits als größte Vokalkünstlerin Frankreichs gefeiert: Camille begeistert mit ihrem neuen Album durch außergewöhnliche Stimm- und Geräuscheffekte und rasante Stilwechsel.




"I didn´t got it from the Lord! But no one got it, I know about it!", betont Camille schon in der ersten Zeile des Openers. Wenn auch nicht gottgegeben, so zeigt sie doch schon in dem Song "Gospel with no lord" ihre außerordentliche Begabung, mit ihrer Stimme Instrumente zu ersetzen, den Rhythmus zu prägen und einen unglaublichen Schwung in ihre Lieder zu bringen. Auf "Music Hole", dem ersten vorwiegend englischsprachigen Album der französischen Sängerin, beweist sie ihre ungewöhnlichen Fähigkeit, Vielfalt und Flexibilität in jeden einzelnen ihrer Songs zu legen. Das Ergebnis ist beeindruckend. Es finden sich fröhliche Rhythmen, die vor Energie schier platzen, dicht gefolgt von traurigen Passagen und Liedern, die ehrliche Gefühle transportieren. Beide Varianten sind äußert authentisch.

Ungewöhnliche Kombination von Stimme und Geräuschen

Im Zentrum der elf Songs steht die Stimme von Camille, die ein ums andere Mal durch Mehrspuraufnahmen verstärkt wird. "Ich habe versucht, das Geschichtenerzählen und das Chanson-Gefühl von Musicals mit etwas Rituellem zu kombinieren: Körperperkussion, minimalistische Trance, tiefer Bass und Kehlkopfgesang", erklärt sie selbst. In den einzelnen Songs finden sich sehr unterschiedliche Stile: zwischen Gospel, Funk und R´n´B finden sich auch Ansätze von postmodernem Pop. Eine gewisse Doo-Wop-Nostalgie findet sich ebenfalls in einigen ihrer Lieder, rhythmische Chansons tragen hier die Songs.

Mit ihrem letzten Album, dem mit Preisen ausgezeichneten "Le Fil", ist Camille vor zwei Jahren der kommerzielle Durchbruch gelungen. Das aktuelle Album steht der innovativen Kraft des letzten in nichts nach. Bis auf einige Pianopassagen hat Camille bei "Music Hole" komplett auf Instrumente verzichtet. Sie musiziert, spielt und experimentiert vor allem mit ihrer Stimme und Geräuscheffekten. Hierfür hat sie sich Unterstützung geholt, unter anderem von Mitgliedern des brasilianischen Body Percussion Ensembles Barbatuques und anderen Künstlern wie Sly Johnson, Vincent Milner und James Cullum. Koproduziert wurde das Album von dem Pianisten Matthew Kerr ("MaJiKer").

Nouvelle Vague machte sie über Frankreichs Grenzen hinweg bekannt

Camille Dalmais hat sich bereits früh für die Musik entschieden. Schon mit 16 singt sie ihren ersten eigenen Song ("Un homme déserté"), nach einem Abschluss in Kunst am Pariser Lycée Henri VI besucht sie die Elite-Hochschule Science Po, und ihre Abschlussarbeit bildet die Grundlage ihres ersten Albums. Nach diversen Engagements in Jazz-Clubs und einem Musical bekommt sie ihren ersten Vertrag beim Virgin-Label Source, wo 2002 ihr Debütalbum "Le sac de filles" erscheint. Vor allem ihre Mitarbeit beim Projekt Nouvelle Vague macht sie über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt. Als Gastsängerin covert sie zusammen mit Marc Collin und Olivier Libaux erfolgreich Songs von The Clash, den Dead Kennedys, Tuxedomoon und XTC – inklusive anschließender Europatournee.

AVIVA-Tipp: Wer Musik für einen entspannten Sommerabend sucht, ist bei Camille genau richtig. Die Lieder sind erfrischend eigenwillig und kantig, die "Instrumentenwahl" experimentell. Wer für diese Neuerungen offen ist, wird "Music Hole" lieben und gespannt sein auf das nächste Album der Vokalkünstlerin.

Camille
Music Hole

Label: Virgin (EMI), Mai 2008


Kunst + Kultur

Beitrag vom 09.05.2008

AVIVA-Redaktion 






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