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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 06.06.2008


Cassandra Wilson - Loverly
Silvy Pommerenke

Die Grande Dame des Jazz meldet sich mit einem neuen Album zurück. Auf der aktuellen CD hat sie sich Jazzstandards gewidmet, die sie mit ihrer wunderbaren Altstimme unvergleichlich interpretiert.




Cassandra Wilson, geboren 1955, ist seit über zwanzig Jahren im professionellen Musikbereich unterwegs. Spätestens seit ihrem Wechsel 1993 zum Label Blue Note Records hatte sie mit dem Album "Blue Light `Til Dawn" ihren kommerziellen Durchbruch, und bereits drei Jahre später, 1996, erhielt sie für die CD "New Moon Daughter" den ersten von zwei Grammies als beste Sängerin in ihrer Laufbahn. Schon als Neunjährige erhielt sie Klavier- und Klarinettenenunterricht, komponierte wenige Jahre später ihre ersten Songs, trat Mitte der siebziger Jahre erstmals als Sängerin auf und Anfang der Achtziger stand sie mit dem Saxophonisten Steve Coleman gemeinsam im Studio. Eine Bilderbuchkarriere par excellence, die noch lange nicht zu Ende ist.

Das letzte Album "Thunderbird" sorgte für ein wenig Verwirrung, weil sich Wilson dort vom Jazz abwandte und ein verstärktes Konglomerat aus Pop, Jazz und Blues einspielte. Bewusst hat sie sich nun bei "Loverly" wieder der ruhigeren und jazzigeren Töne angenommen und sagt: "Diesmal wollte ich mit zurückhaltenden Arrangements arbeiten", was ihr ohne Zweifel gelungen ist. Auch wenn sie selten solche Jazzstandards aufgenommen hat, weil in ihren Augen eine Musikerin diese Songs erst interpretieren kann, "wenn [sie] sie wirklich verstanden hat". Das Verständnis dafür ist nun da, und die Amerikanerin hat sich für die Umsetzung ein kleines aber exzellentes Team an Musikern ausgewählt, die den Songs eine stilvolle Dynamik verleihen. Eingespielt wurde das Album innerhalb von sechs Tagen, wofür extra ein Haus in Mississippi angemietet wurde, das sie für eine knappe Woche in ein Tonstudio umwandelte. Die entspannte Atmosphäre klingt durch jeden einzelnen Song durch, und dem Team um Wilson ist ein phänomenales Album gelungen.

Anspieltipps: Der Opener "Lover Come Back To Me" startet beschwingt im BeBop-Stil durch. Während der Beatles-Klassiker "`Til There Was You" atmosphärisch dicht und relaxt eingespielt ist, wird "Dust My Broom" von Robert Johnson in bester Bluesmanier umgesetzt. Dieser Song hat für Wilson eine besondere Bedeutung, spielte sie ihn doch bereits vor dreißig Jahren mit der Southern Band Bluejohn. Betty Carter wäre mit Sicherheit von der Interpretation ihres "Spring Can Really Hang You Up the Most" beeindruckt, auf dem Wilson sich sparsam von einer Gitarre begleiten lässt. "Arere", die einzige Eigenkomposition dieses Albums, wartet mit afrikanischen Sakara-Rhythmen auf und hebt sich stark von dem Gesamteindruck der CD ab.

Cassandra Wilson im Netz: www.cassandrawilson.com und auf MySpace

Weiterhören: Lizz Wright und Dianne Reeves

AVIVA-Tipp: Cassandra Wilson konzentriert sich beim aktuellen Album auf Neuinterpretationen traditioneller Jazzstandards, die sie mit ihrer unverwechselbaren Altstimme gefühlvoll in Szene zu setzen weiß. Grandiose Musiker unterstützen sie dabei mit sensiblen Arrangements, wodurch ein Album entstanden ist, das in jeden gut sortierten CD-Haushalt gehört.

Cassandra Wilson
Loverly

Label: Blue Note Records, VÖ Juni 2008


Kunst + Kultur

Beitrag vom 06.06.2008

Silvy Pommerenke 






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