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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 12.06.2008


Gustav – Verlass die Stadt
Silvy Pommerenke

Was hat ein Gustav mit dem Frauenmagazin AVIVA-Berlin zu tun? Sehr viel, wie sich aus der Biographie von Eva Jantschitsch ablesen lässt, die hinter dem Pseudonym...




...des männlichen Vor- und Bandamens steht. Außerdem steht Eva alias Gustav für Protestsongs, kritische Texte und bisweilen que(e)re Arrangements.

Endlich mal wieder unbequeme Songs, die trotz alle dem harmonisch rüberkommen, weil es die Österreicherin versteht, sowohl moderne Elektrosongs, klassisches Easy Listening als auch traditionelle Rhythmen in Szene zu setzen. Eine Kombination, die auf das erste Gehör kaum gehen mag, aber Gustav schafft dies. Ohne Probleme.

Cross-gender ist ihre Devise, oder sollte man in diesem Kontext von "seine" sprechen? Wie auch immer die Geschlechterrollen definiert werden, so bricht Gustav aka Eva sie auf. Mann oder Frau kommt ins Nachdenken bei diesen Songs, denn sie stellen so manches dieser vermeintlichen egalitären Gesellschaft in Frage. Bei all diesen politischen Statements die Eva von sich gibt, steht doch vor allem die musikalische Qualität im Vordergrund. Da werden immer wieder akustisch Themen behandelt, die irgendwo zwischen traditioneller Volksmusik und neuestem Elektrosound liegen, aber hauptsächlich geht es bei Gustav vor allem um eines, nämlich um die Texte. Und die sind amüsant, kritisch und rebellisch, wie es sich für eine Protestsongsängerin gehört.

Begonnenen hatte die eigenwillige Künstlerin ihre Karriere vor drei Jahren mit dem Debutalbum "Rettet die Wale". Schnell stieß sie in die Liga der Pop-Feministinnen vor, wurde als "Laptop-Liedermacherin" gehandelt und erhielt 2005 den Amadeus Award, den Preis der österreichischen Musikindustrie. Stimmlich und musikalisch liegt die Wienerin irgendwo zwischen Barbara Morgenstern, Doris Day und Cerys Matthews, der Leadsängerin von Catatonia.

Anspieltipps: Total cool ist "Total Quality Woman" – ein Song, mit musikalischem Bezug zu den fünfziger Jahren in Kombination mit der Jetztzeit. Gleichzeitig hinterfragt Gustav damit sehr gelungen die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung. "Alles renkt sich wieder ein" ist ein lieblicher und kitschiger Song mit Blasmusik untermalt, bei dem die Künstlerin durch diverse Bibelzitate ein apokalyptisches Weltbild evoziert. Gustav verbreitet aber auch Electro-Clash mit bisweilen Brecht`schen Attitüden, beispielsweise auf " Ifall". Die ultimative Lösung für anstehende Geburtstagsfeiern bietet "Happy Birthday" und "Neulich im Kanal" ist das Produkt eines grasgeschwängerten TV-Abends ...

Gustav im Netz: gustav.cuntstunt.net und auf MySpace

Weiterhören: Rhythm King and her Friends und Barbara Morgenstern

AVIVA-Tipp: Gustav alias Eva Jantschitsch ist unbequem, und zugleich sinnlich-betörend. Dass Protestsongs auch auf coole Art und Weise herübergebracht werden können, beweist sie einmal mehr mit ihrem Album "Verlass die Stadt", und es dürfte für jede Feministin ein absolutes Must have in ihrer Musiksammlung sein. Die Songs von Gustav sind nicht nur für die politische Diskussionsrunde gedacht, sondern vor allem auch für die Tanzfläche!

Gustav
Verlass die Stadt

Label: Chicks on Speed Records GmbH, VÖ Mai 2008


Kunst + Kultur

Beitrag vom 12.06.2008

Silvy Pommerenke 






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