Amiina - Kurr - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kunst + Kultur



AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 19.06.2007


Amiina - Kurr
Tatjana Zilg

Ein musikalischer Sommernachtstraum aus Island, dem Land der Feen, Elfen, Wichtel, Trolle und anderen clever-frechen Wesen. Das All-Female-Team bewies schon als Streichquartett von Sigur Rós ...




... hervorragendes Talent.

Ungewöhnliche Klänge erfüllten Mitte Mai 2007 den Festsaal Kreuzberg, wo sonst Nu Folk - SongwriterInnen, Indie RockerInnen oder Electro Artists die Bühne erklimmen. Vier studierte Musikerinnen zauberten mit einer Vielzahl von klassischen, modernen und experimentellen Instrumenten filigrane tonale Netze in den Äther. Der Abend wurde zu einem imaginären Ausflug in ein Phantasia-Land für Erwachsene und rief kindliche Anflüge von Erstaunen, Verzücken und purem Vergnügen in den Gesichtern hervor.

In den 90ern haben sich die vier Aniima-Virtuosinnen während des Studiums am Reykyavik College Of Music kennengelernt und sich entschlossen, ihre musikalischen Vorlieben fortan gemeinsam umzusetzen. Als Streichquartett wurden sie von Sigur Rós angeheuert, die zu dieser Zeit mit ihrem sinnlich-experimentellen Instrumental-Sound beliebter Gegenpol zum wilden Grunge und später zur Gitarren-lastigen Indie-Rock-Flut wurden. Stillen, leisen Tönen, die sich in düsteren und visionären Trapezen über akustische Hörfelder ausbreiten, ebneten sie den Weg und zogen auf ihren atmosphärischen Konzerten mehr und mehr Musikfans in ihren Bann.

Während der Aufnahmen zu den Alben von Sigur Rós und der Begleitung auf deren Tourneen fanden sie dennoch Zeit für zwei eigene EPs. Jetzt ist es endlich soweit und nach der Amiina-Tournee erscheint nun ein eigenständiges Studioalbum mit 12 dahinschwebenden Songkunstwerken, die weniger düster sind als die ihrer männlichen Kollegen und zwischen spielerischer Leichtigkeit, tiefsinniger Komplexität und multipler Experimentierfreude, die aber nie unangenehm aus dem Bereich des Melodiösen ausbricht, hin- und hertänzeln.

Selbst sehen Amiina ihre Songs als individuelle Charaktere an, die in einer Bar niemals zusammen an einem Tisch sitzen würden. Und doch verbirgt das Album keine widerborstigen Kontraste, sondern es entstand ein ineinander fließendes Gesamtkunstwerk, filigran und stark zugleich, mit dynamischen Höhen und sensitiven Tiefen.

"Kurr", der Titel, erstaunt zunächst, scheint keinen Sinn zu ergeben, wirkt leicht aggressiv. In unserer Sprache könnte man an das Knurren eines Hundes denken. Gemeint ist damit aber ein bestimmter Ton, den Vögel von sich geben. In Island scheint die Bezeichnung dafür üblich zu sein. Geräusche in allen Facetten zu entdecken, sie zu beseelen und zu einzigartigen Melodien zu entwickeln, ist das Hauptanliegen von Aniima. Neben klassischen Instrumenten wie Gitarren, Keyboards und Mandolinen setzen sie dazu eine singende Säge, diverse Harfen, singende Weingläser, Xylophone, Glockenspiele, Harmonium, einzelne Glocken, Cembalos, Synthesizer, Trompeten, Posaunen, Tubas, Klarinetten, Schlagzeuge, Violas und Violinen ein. Keineswegs sind sie dabei altmodisch oder wollen konservative Orchestralität festhalten. Sie verwenden liebend gerne auch ihren Computer, der für ihre Klangwelt noch ganz andere Sphären ermöglicht.

AVIVA-Tipp: Instrumentalwelten, die aus dem Wunderland der cleveren Alice entsprungen sein könnten, aber ebenso als Soundtrack für die Gut und Böse-Kämpfe in Narnia bestens geeignet wären. Bezaubernd und erschreckend, mitreißend und beruhigend, tagträumerisch und visionär. Alles ist möglich beim meditativen Hineinfallen-Lassen in die Klanggewebe der hochkonzentriert ihre Ideen umsetzenden, dabei immer ein inneres und äußeres Lächeln mit sich tragenden vier jungen Damen, die ihre Inspirationen in der geheimnisvoll-endlosen Landschaft Islands finden.

Die Band im Web: www.myspace.com/amiina und www.amiina.com

Amiina
Kurr

Label: everrecords, K7, VÖ Juni 2007



Kunst + Kultur

Beitrag vom 19.06.2007

AVIVA-Redaktion 






AVIVA-News bestellen
  AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter



Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen

Iris Schürmann-Mock – Frauen sind komisch. Kabarettistinnen in Porträt

. . . . PR . . . .

Iris Schürmann-Mock - Frauen sind komisch
Liesl Karlstadt, Valeska Gert, Maren Kroymann, Carolin Kebekus ... In zehn ausführlichen und fünfzig kurzen Porträts stellt die Journalistin und Autorin die Königinnen der Kleinkunst vor. Ihre Disziplinen: Comedy, Poetry Slam, Tanz, Pantomime, Chanson, Rap.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.aviva-verlag.de

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris

. . . . PR . . . .

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris
Biografische Porträts der Fotokünstlerinnen, Porträtfotografinnen und Fotoreporterinnen Marianne Breslauer, Gisèle Freund, Dora Maar und Lee Miller im Paris der 1920er und 1930er Jahre.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.ebersbach-simon.de


Kooperationen

GEDOK-Berlin
Paula Panke
RuT - Rad und Tat e.V.
Begine