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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 27.03.2008


Duffy – Rockferry
Tatjana Zilg

Die Waliserin verdrängte auf Anhieb Amy Winehouse von Platz 1 der britischen Charts. In ihrer Stimme liegt ein faszinierend souliges Timbre, erfrischend und temperamentvoll. Ihre Songs entzünden...




... zudem ein unvergängliches Rock-Feuer in den Herzen und bescheren der silbernen Perle gute Chancen, zur Überraschung des Jahres gekürt zu werden.

Dass es nicht nur in Schweden abgelegene Orte gibt, die der Jugend die Sehnsucht nach Populärmusik nicht nehmen können, wird beim Studium der Biographie von Duffy deutlich. Sie wurde im Norden von Wales geboren und wuchs dort in der Küstenregion Nefyn auf. Ein Ort mit dem Namen Gwynedd lässt es vermuten: Stilistische Neuerungen und musikalische Trends kamen dort entweder gar nicht oder nur mit Verzögerung an. Der nächste Plattenladen war eine lange Busfahrt entfernt. Viel mehr als die Hits der Top 40 gab es dort nicht zu kaufen. Der Vorteil einer solchen Umgebung ist, dass ein Talent von den Auf und Abs modischer Strömungen weitgehend unbeeinflusst bleibt und somit viel unbefangener und kreativer an die eigene musikalische Entwicklung herangehen kann.

Rod Stewart war der allererste Star, der Duffy erste Hinweise zu einer möglichen Karriere im Pop- und Rockgeschäft gab. Als kleines Mädchen überraschte sie ihre Mutter und ihren Stiefvater in der Küche beim Tanzen zu einem Song der Soft-Rock-Seventies-Ikone. Die Neugier war geweckt. Einige Zeit später borgte sie sich die Videomitschnitte der Sechziger-Fernsehshow "Ready, Steady, Go!" von ihrem Vater aus. "Da waren The Beatles drauf, die Stones, The Walker Brothers, Sandie Shaw und Millie, die ´My Boy Lollipop´ sang. So sexy und aufregend war das! Ich habe mir die VHS-Kassette so oft angeschaut, bis sie schließlich auseinander gefallen ist" erinnert sie sich.

2004 pilgerte Duffy, mittlerweile 19 Jahre alt, nach London und folgte den Pfaden britischer Stars, die in der turbulenten Metropole zur Weltkarriere durchstarteten. Mit ihren Demo-Aufnahmen konnte sie Jeannette Lee von Rough Trade als Mentorin und Managerin gewinnen. Diese stellte das Jungtalent Bernard Butler vor, früher Gitarrist bei Suede und inzwischen erfolgreicher Produzent. Er war spontan sehr angetan von Duffy´s Frische und der leichten Naivität, mit der sie dem schnelllebigen Musikgeschäft entgegentrat. Zusammen schrieben sie "Rockferry", das ohne Refrain auskommt und für Duffy´s starke Stimme genau die richtige Umgebung bietet, um ihre Qualitäten sofort erkennen zu lassen. Als Singleauskoppelung erschien der Song in den UK bereits Ende 2007 und wurde zum Wegbereiter für den späteren grandiosen Chart-Einstieg des Debut-Albums, das dort ab Anfang März 2008 erhältlich war. Butler produzierte drei weitere Songs, den restlichen sechs Songs gaben Jimmy Hogarth und Steve Booker Geburtshilfe. Die aktuelle Singleauskoppelung "Mercy" ist sehr vom Soul inspiriert und wird durch für die Soul-Ära typischen, dynamischen Background-Gesang unterstützt. Nicht umsonst wird die Newcomerin gern mit der Soul-Ikone Dusty Springfield verglichen. Duffy spielt gekonnt mit der ausgeprägt rhythmischen Hookline und nutzt ausgiebig die Gelegenheit, den Vokalen intensives Eigenleben einzuhauchen. Das britische Musikmagazin Clash gab ihr dafür den Ehrentitel "The New First Lady Of Soul" und nahm ihr Portrait aufs Cover der kommenden April-Ausgabe.

Mittlerweile steht für 2008 ein umfangreiches Tour-Programm auf ihrem Timetable, wie bei Myspace nachgelesen werden kann. Längst hat sie im Venue-Booking The Magic Numbers überholt, für die sie einige Male als Support auf der Bühne stand. Mehrere Konzerte im altehrwürdigen Shepherd Bush´s Empire (der wunderschöne Bau wurde 1903 errichtet) sind bereits ausverkauft. Für Deutschland finden sich leider noch keine Termine, aber vielleicht erteilt sie ihren deutschen Fans In Spe noch Mercy und stellt sich auch hier live dem Publikum.

AVIVA-Tipp: Das Lebensgefühl, das dieses Album ausstrahlt, dringt sofort in jede Pore mehr oder weniger unschuldiger HörerInnen. Die Sehnsucht nach dem Aufbruch in die Freiheit, Grundessenz des Rock seit den ersten wilden Tagen, ist stets im Hintergrund präsent und macht dieses Album zu etwas Besonderem, das ohne zu viele Schnörkel auskommt. Die Stimmgewalt der 23jährigen überzeugt voll und ganz und möglicherweise verhilft Duffy der Festival-Sommer auf das Sprungbrett für einen unvergänglichen Platz im Pop- und Rockstar-Universum. In England ist sie bereits für einige Festivals gebucht.

Duffy
Rockferry

Label: Polydor, VÖ 28.03.2008

Die Website der Sängerin:
www.iamduffy.com

Duffy bei Myspace:
www.myspace.com/duffymyspace



Kunst + Kultur

Beitrag vom 27.03.2008

AVIVA-Redaktion 






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