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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 09.08.2008


Alexa Phazer – Ich gegen mich
Tatjana Zilg

Feminin und selbstbewusst zeigt sich die Sängerin auf ihrem Debut. Dazu hat sie allen Grund: Weder ist sie Neuling auf dem Musikmarkt noch fehlt es in ihren Texten an spitzen Pointen, Wortwitz ...




... und überraschenden Momenten.

Ein Großvater, der als Jazzpianist durch die New Yorker Clubs zog, war der Stein, der alles ins Rollen brachte. Alexa Phazer trägt die Leidenschaft für Musik in den Genen. Da sie von ihrer Familie mit musikalischer Früherziehung und Klavierunterricht am Konservatorium gefördert wurde, entfaltete sich ihr Talent schnell und sie machte schon im frühen Alter erste Gehversuche mit eigenen Instrumental-Kompositionen.

Bald kam ein großes Interesse an Tanz und Rhythmus hinzu. Als Teenager entdeckte sie die Welt der lateinamerikanischen und Standard-Tänze für sich. Auch die Dancefloors der Clubs eroberte sie im Sturm. Da war es klar, dass sie ihr großes musisches Talent beruflich einsetzen würde, aber sie legte sich nicht fest auf eine Karriere als Solo-Sängerin, sondern erkundete die vielfältigen Möglichkeiten, im Musikgeschäft aktiv zu sein. 4 Jahre lang arbeitete sie als DJane in verschiedenen Clubs (Deephouse, Jazzhouse und Ambient). Parallel dazu war sie Gastsängerin bei den No Angels, Juliette Schoppmann, Mike Leon Gosch und Ricky Martin (Remix).

Dann aber war die Zeit definitiv reif für ein eigenes Album und sie begann mit dem Produzenten Peter Ries, der bisher unter anderem mit den No Angels, N´Sync und Kylie Minogue im Studio war, an ihrem Solo-Debut zu arbeiten. Zu dem beeindruckenden Gesamtauftritt tragen nicht nur die provokanten deutschsprachigen Songtexte bei, sondern auch ihr außergewöhnlich fotogenes Auftreten. Beim diesjährigen Echo sorgte sie für Aufsehen, in einigen Magazinen konnten ihre Fotos bewundert werden.

Dass das Piano sie schon sehr lange begleitet, hört man schnell aus einigen der Kompositionen von "Ich gegen mich" heraus, andere wiederum sind elektronischer angelegt und Keyboard / Synthesizer dominiert.
"Lass Mich Gehen" ist einer der langsamen Songs, die von sanften Piano-Melodien getragen werden. Über das Ende einer Beziehung singt sie hier aus der Perspektive derjenigen, die gehen will und gegen die Anhänglichkeit des Partners ankämpft.
Die Liebe in der gegenwärtigen Zeit betrachtet sie in ihren Texten aus ungewohnten Blickwinkeln. Keine aufgesetzte Romantik oder Melodramatik prägen ihre Zeilen, vielmehr fand sie starke Worte über gelebte Emotionen und über selbstbewusste Entscheidungen in Liebesangelegenheiten. Auch eine Hymne an die Selbstliebe fehlt mit "Ich heirate mich selbst" nicht. Ein eingängiger Disco-Rhythmus unterlegt die Absage an den Zwang, um jeden Preis den anderen gefallen zu müssen. Die Singleauskoppelung "Hypnotisiert", zugleich der Intro-Song des Albums, überzeugt durch eine funky Basslinie und einen verführerischen Text, bereichert mit einem einprägsamen Refrain.
Auch die Auseinandersetzung mit schwierigen Themen scheut sie nicht:
In "Keiner kann mich finden" versetzt sie sich in den erkalteten Gefühlszustand einer von Kindesmissbrauch-Betroffenen und in "Weil ich es kann" beschäftigt sie sich mit Aspekten der Prostitution.

Weiterhören: Silbermond und Christina Stürmer.

Alexa Phazer im Netz: www.alexaphazer.de und auf MySpace.

AVIVA-Tipp: Die 26jährige Hessin überrascht mit bissigen, ironischen und humorvollen Wortspielereien, die zum Lächeln, Nachdenken und Mitsingen anregen. Teils wirken sie beim ersten Hinhören etwas widersprüchlich zu den tanzbaren und chilligen Songstrukturen. Nicht unbedingt erwartet man dazu Texte, deren Worte es sich lohnen, ganz genau hinzuhören. Aber bald wird dieser Kontrast zum besonderen Reiz und Qualitätsmerkmal des neuen Sterns am deutschsprachigen Pop-Himmel.

Alexa Phazer
Ich gegen mich
Label:
Seven Days / 313 Music JWP AG, SonyBMG, VÖ August 2008



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Beitrag vom 09.08.2008

AVIVA-Redaktion 






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