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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 29.09.2008


Eatliz – Violently Delicate
Tatjana Zilg

Manche Popkomm-Gängerin wird überrascht sein, dass die rockigen Klänge, die auch Jazz-Posaunen zulassen und an anderer Stelle mit Heavy-Gitarren-Riffs aufwarten, und so zum kurzweiligen, …




… aber harmonischen Spannungsfeld werden, von einer Band stammen, die sich in der urbanen Szene Tel Aviv´s verortet.

Leider viel zu selten gelangen die Veröffentlichungen von jungen Bands aus Israel, die pure Pop- und Rockmusik machen, auf den internationalen Markt. Nicht so bei Eatliz, denn die Sechs aus der lebhaften Metropole Israels werden sich zwar auf der Popkomm neben vielversprechenden Bands aus aller Welt live präsentieren, haben aber im Gegensatz zu den meisten der anderen Bands den internationalen Vertrag schon fest in der Tasche. Im Oktober wird ihr Album "Violently Delicate" in Deutschland erhältlich sein, nachdem es in Israel bereits 2007 auf dem Markt kam.

Wie der Titel impliziert, sind von den Songs keine sanften Töne zu erwarten, aber auch keine unbändigen, ungeordneten. Genießerisch und mit viel Hingabe und Feingefühl widmen sich Eatliz der Kreation von Songs, die eine kraftvolle Energie aus einem weiten Spektrum an Einflüssen verschiedener moderner Musikstile mit Hilfe einer ausgefeilten Beherrschung der Instrumente und einem stürmischen Tatendrang destillieren. Da sie sich im Opener "Bolsheviks" einem vor allem aus dem Heavy Metal Genre wohlbekannten Gegensatz-Trio bedienen (leise Piano-Töne, gefolgt von lauten Heavy E-Gitarren Riffs, gemäßigt von einer zarten Frauenstimme) liegt der Trugschluss nahe, dass hier Metallica-NachfolgerInnen am Werk sind. Auch in "Violently Delicate" sind starke Anleihen an das heftige Genre vorhanden wie ein extrem hoch vorgetragener Refrain. Aber beim weiteren Hören zeigt sich, dass die Sechs aus Israel ihren ganz eigenen Stil gefunden haben und keine Imitate nötig haben. In "Attractive" bezaubert eine schwebende Pop-Stimmung und "Sunshine" verlässt sich auf die Kraft der leisen Töne. Romantisch wie Belle And Sebastian werden sie in "Big Fish", wo ausnahmsweise auch die Männer den Gesangs-Part ergreifen.

Eatliz sind schon seit sechs Jahren ein eingespieltes Team. Im September 2002 gaben sie ihr Live Debut in der Indie Szene Tel Aviv´s. Ins Leben rief die Band Gitarrist Guy Ben-Shitrit, der auch fast immer die Songs komponiert und die Texte schreibt. Für das bluesige "Mountain Top" und das orientalisch angehauchte "Say Where" ersann Sängerin Lee Triffon die Wortzeilen. Neuling in der Musikbranche ist keineR der sechs Bandmitglieder: Sie sind alle parallel in andere, in Israel bekannte, Acts und Projekte involviert.

Weiterhören: Sheeduz und Groove Sounds from Israel - CD und Buch-Compilation Shabbat Night Fever

Eatliz im Netz: Myspace

AVIVA-Tipp: Vom blutigen Cover sollte sich niemand abschrecken lassen. Die bizarre Verbindung aus Niedlichkeit, Welterfahrenheit, Neugier und Melancholie, die das comic-hafte Gemälde des in ein ungewohntes Spiel vertieften Mädchens ausstrahlt, ist vielmehr ein Indiz auf die vielen unterschiedlichen Ebenen, die in den Songs von Eatliz zu finden sind. So gelingt es den sechs Szene-AktivistInnen aus Israel eine Rock-Musik vorzulegen, die mit einer natürlichen Leichtigkeit über einen Pool voller tiefgründiger Sound-Ideen tänzelt.

Eatliz
Violently Delicate

Label: Anova, VÖ Oktober 2008






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Beitrag vom 29.09.2008

AVIVA-Redaktion 






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