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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 23.11.2007


Ann Hallenberg, Ditte Andersen - mia vita, mio bene
Annegret Oehme

Unter der Leitung Wolfgang Katschners begaben sich die beiden herausragenden Sängerinnen auf die Spuren Arkadiens und bringen so bisher unvertonte Schätze barocker Musikkunst zu Gehör.




"Arkadisch frei sei unser Glück!"

So sagte schon Faust in Johann Wolfgang von Goethes zweitem Teil des gleichnamigen Werkes.
Arkadien, das bedeutete im 16. bis 18. Jahrhundert Schäferidylle, Freiheit und ein goldenes Zeitalter. Die Arkadier waren in der Antike ein griechisches Hirtenvolk, das später zum Synonym für Menschen wurde, die zufrieden und glücklich mit der Natur in Einheit lebten und ein bescheidenes, aber trauliches Dasein führten.

Auch die bildenden Künste konnten sich dieser Inspirationsquelle nicht erwehren und so wurde Arkadien ein beliebtes Motiv der Malerei, Architektur und Musik.
Das Zentrum dieser Musik bildete Italien. Bald wurde die "moderne Stilrichtung" auch an deutschen Höfen importiert, wo sie Veränderung und Umgestaltung erfuhr.
Die Musik durchbrach die Enge des kleinen Hofes, führte die Gedanken in einen imaginären Süden, vermittelte aber auch Kritik an der politischen Gegenwart dieser Zeit.

Für die Zusammenstellung auf "mia vita, mio bene" bilden die Sammlungen zweier deutscher Städte den Ausgangspunkt: Die Bestände der Hofmusik in Sondershausen, erworben durch Fürst Günter I., und die Herzog Anton Ulrich Sammlung in Meiningen. Beide gehören ins ausklingende 17., beginnende 18. Jahrhundert.
Dass die ungeahnten Schätze ans Tageslicht gefördert wurden, ist ein maßgeblicher Verdienst Wolfgang Katschners. Aus den schönsten Werken der Sammlungen stellte er ein musikalisches Drama um naive Liebe und Eifersucht zusammen, das getragen wird von der Sehnsucht nach dem mythischen Arkadien.

Angesichts Katastrophen wie dem Brand der Anna Amalia Bibliothek im September 2004, bei dem fast die gesamte Musikaliensammlung der Herzogin Anna Amalia zerstört worden war, scheint es umso wichtiger, noch unbekannte Werke aus ihrem Schattendasein in Archiven und Bibliotheken zu holen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Die Mezzosopranistin Ann Hallenberg studierte in Stockholm und London Gesang und ist seitdem gern gesehener Gast in bedeutenden Europäischen Opernhäusern, wie dem Königlichen Opernhaus Stockholm, dem Opernhaus Stuttgart oder der Komischen Oper Berlin, und auf Festivals wie den Dresdener Musikfestspielen und dem Tanglewood Festival. Mit großem Erfolg sprang sie 2003 bei "Il Trionfo del Tempo e del Disinganno" für Cecilia Bartoli am Opernhaus Zürich ein und war in Berlin im Rahmen des Gluck-Projektes des Konzerthausorchesters zuletzt am 21.10.2007 als Orfeo in "Orfeo ed Euridice" zu erleben.
Ditte Andersen wurde in Kopenhagen geboren und etablierte sich nach ihrem Gesangsstudium schnell als einer der führenden hohen lyrischen Soprane Skandinaviens. Ihre Engagements führten sie unter anderem an die Opera Garnier in Paris, das Stockholmer Drottningholm Theater und nach London. Seit der Spielzeit 2006/2007 gehört Ditte Andersen zum Ensemble der Deutschen Oper Berlin, wo sie seitdem unter anderem als Papagena ("Die Zauberflöte"), Frasquita ("Carmen") und Arabella ("Arabella") zu begeistern weiß.

AVIVA-Tipp: "mia vita, mio bene" vereint heute weniger bekannte Komponisten, wie Antonio Caldaras und Giovanni Portas, die stellvertretend für einen bedeutenden Aspekt Barocker Kunst stehen. Durch die beiden exzellenten Sängerinnen wird der Ausflug in die Idylle Arkadiens zu einem herausragenden Hörgenuss.


Mia Vita, Mio Bene
Ann Hallenberg, Ditte Andersen

Lautten Compagney Wolfgang Katschner
edel records GmbH, erschienen September 2006
EAN: 0782124179021
17,90 Euro


Kunst + Kultur

Beitrag vom 23.11.2007

AVIVA-Redaktion 






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