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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 08.05.2012


Debbie Clarke - Manhattanhenge
Kristina Auer

Bereits mit ihrem Debütalbum ist es der jungen Waliserin Debbie Clarke gelungen, die ProduzentInnen-Ikone Tony Visconti für sich zu gewinnen. Aus der Zusammenarbeit entstand ein Album mit...




...erstaunlicher stilistischer Vielfalt, bei dem Folk, Pop, Country und Gospel zu einer eigenen Form verschmelzen.

Eigentlich wollte Debbie Clarke klassische Sängerin werden. Aufgewachsen im idyllischen Wye Valley, an der Grenze von England zu Wales, entdeckte sie ihr Talent bereits im Alter von nur neun Jahren. Mit 20 Jahren zog Debbie Clarke nach London, um an der renommieren Royal Academy klassischen Gesang zu studieren. Schon bald entdeckte sie jedoch, dass ihr Herz in Wirklichkeit dem Pop gehörte, trat fortan in den Londoner Clubs auf und entschied sich schließlich dazu, die Klassik hinter sich zu lassen und eigene Lieder zu schreiben.
Den Produzenten Tony Visconti, der unter anderem vor allem durch die Zusammenarbeit mit David Bowie seit den 70er Jahren zum Star aufstieg, konnte Clarke mit einer couragierten E-Mail und einigen Demo-Aufnahmen überzeugen. Bereits nach 15 Minuten habe er ihr geantwortet und die Zusammenarbeit angeboten, erzählt Clarke stolz. Durch Viscontis gekonnte Produktion und dessen visionäre Arrangements sollte die eigene Identität der Musik perfekt zur Geltung kommen.

Und in der Tat findet sich auf "Manhattanhenge" eine facettenreiche Stil- und Soundmischung die einen höchst ungewöhnlichen, frischen und faszinierenden Gesamtklang erzeugt. Debbie Clarkes Stimme zeichnet sich durch einen zarten, feinfühligen Charakter aus und steht während der 14 Songs des Albums stets im Vordergrund. Clarkes gesangliches Können zeigt sich nicht zuletzt auch in der makellosen Präzision, mit der sie ihre Melodien singt, während ihr Gesang sich dennoch stets durch einen entspannten, zurückgehaltenen Klang auszeichnet. Die Instrumentierungen hat Produzent Tony Visconti gekonnt behutsam auf diesen zarten Charakter von Clarkes Stimme abgestimmt. Indem die Instrumentenbegleitung mit sanften Rhythmen und klangvollen Harmonien stets stilvoll im Hintergrund bleibt, entsteht ein harmonisches Zusammenspiel von Arrangements und Gesangsmelodie.

Clarkes Songwriting ist äußerst melodiös und fühlt sich dabei besonders dem Folk verpflichtet. Viele Songs bestechen durch eine unbekümmert fröhliche und beschwingte Grundstimmung, die die Energie und Schaffensfreude der jungen Künstlerin zum Ausdruck bringt. Einer dieser Songs ist "Brave Little Bird", der mit seiner Unbeschwertheit und seiner leichtfüßigen Melodie Kinderliedcharakter aufweist. "Lay Down" besticht wiederum durch sein ungewöhnliches Arrangement, bei dem unerwartet das Instrumentalsolo eines Cembalos zu hören ist und Clarkes Gesang von einem mächtigen Gospelchor unterstützt wird. Mit "I Believe In Love" ist Clarke ein lebensweiser und politischer Folksong mit starkem Text gelungen. Mit ungebrochener Coolness singt Clarke hier "I don´t believe in figthing for peace, you don´t find peace in a gun. I believe in love.". Durch die Unterstützung des Background-Chors erreicht der Song regelrecht Hymnen-Charakter.
Neben ihren Eigenkompositionen hat Debbie Clarke auch einige Coverversion in das Album mit aufgenommen, unter anderem Klassiker wie "Saint Of Me" von den Rolling Stones, "Bird On A Wire" von Leonard Cohen und "I Pity The Poor Immigrant" und "Dear Landlord" von Bob Dylan. Als besonders gelungen stellt sich hier der Song "Nothing Ever Happens" von Del Amitri heraus, der in Debbie Clarkes Interpretation durch ein schunkelndes Akkordeon und einen ebenso schwungvollen Bass zu einer Art Seemänner/frauen-Ballade wird.

AVIVA-Tipp: Gekonnt und mit spielerischer Leichtigkeit spannt Debbie Clarke auf "Manhattanhenge" den großen Bogen vom Folk zum modernen Pop. Indem Clarke in ihren Songs eine Vielfalt von Musikstilen miteinander verschmelzen lässt, entsteht ein ungewohnter Sound mit einer ganz eigenen Identität, der das Album zu einem gelungenen, unbeschwert optimistischen Erstwerk macht.

Debbie Clarke
Manhattanhenge

Label: Starwatch (Warner)
VÖ: 11.05.2012

Weitere Infos finden Sie unter:

www.debbie-clarke.com

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Beitrag vom 08.05.2012

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