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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 22.10.2012


Amanda Palmer - Theatre is evil
Natalie Siehr

Seit den "Dresden Dolls" steht Amanda Palmer für Musik-Theater im besten Sinne. 4 Jahre nach dem letzten Solo-Album "Who killed Amanda Palmer?" ist sie zurück, die Grande Dame des Punk-Kabaretts!




Amanda Palmer ging schon immer andere Wege – nun auch bei der Produktion ihres neuen Albums. Sie finanzierte "Theatre is evil" über eine Fundraising-Plattform im Netz mit so spektakulärem Erfolg, dass in zahlreichen Medien schon vor Erscheinen des Albums darüber berichtet wurde. Es gelang ihr, innerhalb kurzer Zeit 1,2 Millionen Dollar für die Produktion des Albums zu sammeln. Die intensive Fanbase-Pflege, wie sie Amanda "Fucking"Palmer, oder kurz AFP, wie sie sich selbst nennt, betreibt, scheint sich also auszuzahlen.
Doch viele Fans kommen nicht von ungefähr. Wenige Künstlerinnen verfügen über ein so hohes Maß an Kreativität gepaart mit unbändiger Lust an der Inszenierung als Gesamtkunstwerk wie AFP. Bei aller Spielfreude und dem Mut, ihr musikalisches Repertoire zu erweitern, bleibt sie sich treu und verweigert sich trotz wachsendem Erfolg dem Mainstream.

"Theatre is evil" ist deutlich poppiger, opulenter arrangiert und musikalisch vielfältiger als sein Vorgänger. Eingefleischten Fan mag sich gegenüber solchen musikalischen "Abwegen" erst einmal grundlegende Skepsis einstellen – es tut der Freude, die sich beim Hören des neuen Albums einstellt, keinen Abbruch. Bei allen pop- und rockmusikalischen Einflüssen, die sich anscheinend sehr weit vom musikalischen Ursprung der "Dresden Dolls"entfernt haben, bleibt "Theatre is evil" doch eine Amanda-Palmer-Platte.

Entstanden sind, zusammen mit den drei Musikern des "Grand Theft Orchestra", 16 Songs, die teilweise an die Tradition älterer Solo-Alben anknüpfen und somit vor allem das Herz der eingefleischten Amanda-Palmer-Fans erfreuen dürften. Aber Amanda Palmer geht auch neue Wege, wobei neu hier weniger musikalisch innovativ als unerwartet meint. Bereits die ersten Songs wie "The Killing Type", "Do It With A Rockstar" und "Want It Back" sind energiegeladene Post-Punk-Pop-Stücke, die Ohrwurm-Charakter besitzen und sich schnell ins Ohr der geneigten HörerInnen schmeicheln.

Amanda Palmer ist nicht nur ein kreativer Derwisch, sondern auch eine großartige Geschichtenerzählerin, wie in dem Stück "Bed Song", das nur von ihrem Klavierspiel begleitet wird und einen ganz eigenen Charme entwickelt. Spätestens bei "Berlin" sind die Wurzeln der "Dresden Dolls" unüberhörbar, das ist dramatisch-schönes Pop-Kabarett.
Erwähnenswert ist die Gestaltung des Albums. Auch bei diesem Album ist es AFP wieder gelungen, ein wirklich interessantes und aufwendig gestaltetes Booklet beizulegen. Es finden sich mehrere und sehr unterschiedliche Amanda-Palmer-Portraits von KünstlerInnen, die sie ebenfalls über die Fundraising-Plattform eingebunden hat.

AVIVA-Tipp: Mit "Theatre is evil" hat Amanda Palmer ein abwechslungsreiches, unterhaltsames und grundsolides Album abgeliefert, das ihr mit Sicherheit neue Fans und Follower bescheren wird.

Amanda Palmer & The Grand Theft Orchestra
Theatre is Evil

Label: Cooking Vinyl (Indigo)
VÖ: 14. September 2012
Amanda Palmer im Netz: www.amandapalmer.net

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Amanda Palmer – Who Killed Amanda Palmer?

Dresden Dolls – Punk Meets Vaudeville

Interview mit Amanda Palmer beim Berlin Konzert der "Dresden Dolls", 2004:

Teil 1

Teil 2


Kunst + Kultur

Beitrag vom 22.10.2012

Natalie Siehr 






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