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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 17.03.2013


Amatorski - TBC
Natalie Siehr

Das musikalisches Kleinod aus einem kleinen Nachbarland kommt in einem sehr unscheinbaren Gewand daher. Und der polnische Bandname, der "Amateur" bedeutet, ist definitiv nicht programmatisch!




Amatorski sind musikalisch kein unbeschriebenes Blatt, auch wenn ihr Name hierzulande nur Wenigen geläufig sein dürfte. In ihrer Heimat Belgien dagegen haben sie sich mit ihrer EP "Same Stars We Share" bereits eine Fangemeinde erspielt. Sie wurden nominiert für den Belgian Music Industry Award in den Kategorien "Best song of the year", "Best artwork" und "Best Breakthrough Band".
Die EP ist nun nochmal mit dem Debut-Album unter dem gemeinsamen Namen "TBC" veröffentlicht worden, um sie einem breiterem Publikum bekannt zu machen.

"TBC" entfaltet sich zu einem kleinen Juwel gepflegter Melancholie. Es ist ein träumerischer Sound, der mitunter an Portishead oder auch Massive Attack denken lässt. Aufgenommen in Gent, dem Heimatort der Band, wurde es von Darren Allison abgemischt, der bereits mit "Belle and Sebastian", "Efterklang" und " The Divine Comedy" zusammengearbeitet hat.

Das Album beginnt recht minimalistisch und düster mit den ersten beiden Stücken "Fading" und "Soldier", um sich dann im weiteren Verlauf immer mehr zu öffnen. Der Sound und die Instrumentierung wird komplexer, das Farbspektrum erweitert sich. Es gelingt den KünstlerInnen, gegen Ende der Songs ein Leuchten am Horizont schillern zu lassen, so dass die Melancholie doch nie ganz die Oberhand gewinnt. Mit jedem weiteren Stück wird das Album immer wärmer und sondern nähert sich fast schon dem Jazz an.

Der besondere Zauber liegt in der warmen und doch fern wirkenden Stimme der Sängerin, Keyborderin und Gitarristin Inne Eysermans, die unterstützt wird durch den Gesang des Gitarristen Sebastiaan Van den Branden. Die Stücke entfalten sich nach und nach und brechen dabei Erwartungshaltungen. So endet das geschmeidige, sanfte "8 November" mit einer Explosion an Bläsern und Schlagzeug, um dann mit einer zarten Melodie auszuklingen.
"Cheapest Soundtrack" zeugt von einem gewissen Humor der Band. Auf ein zweiminütiges Musikstück folgen neun Minuten Rauschen, das nach Schallplatte klingt, und danach - Stille.

In Vergleich zur EP "Same Stars We Share" weist "TBC" ein breiteres musikalisches Spektrum auf. Die elektronischen Elemente und die breitere Instrumentierung sind punktgenau gesetzt, nichts ist überfrachtet oder zu verschachtelt. So entfaltet sich ein eingängiges Hörerlebnis, das verzaubert.

AVIVA-Tipp: Amatorski haben ein Debut abgeliefert, das sich schillernd zwischen Indie-Pop und Jazz-Anklängen bewegt und dabei sehr viel Charme an den Tag legt. Und da nicht nur BelgierInnen guten Musikgeschmack haben, wird ihnen auch sicherlich hier Erfolg beschert werden.


Amatorski
TBC

Label: Crammed Discs
VÖ: 08.02.2013

Amatorski im Netz:

www.amatorski.be

www.youtube.com/amatorski


Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Portishead – Third









Kunst + Kultur

Beitrag vom 17.03.2013

Natalie Siehr 






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