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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 03.02.2012


Christina Lux feat. Reentko - Playground
Anne Fröhlich

Wer dem Titel der neuen Platte der Singer/Songwriterin entsprechend leichte, seichte Popsongs ohne Tiefgang erwartet, wird überrascht sein, das Gegenteil vorzufinden. In vierzehn Songs erzählt...




... die Sängerin mit ihrer entspannten, warmen Stimme von kleinen und großen Veränderungen im Leben, von Glück und Liebe und von Krieg und Schmerz.

Wie aber kommt dann ein Titel zustande, mit dem die meisten eher fröhliche, unbeschwerte Momente aus der Kindheit verbinden? Für Christina Lux steht "Playground" für das Leben als Ganzes - ein Freund habe sie darauf gebracht, so steht es im Booklet: "We talked about fears coming up when confronted with new perspectives. He encouraged me to look at life like a big playground open for me. All I need to do is to go for it and play."

Zusammen mit dem aus Dresden stammenden Gitarristen Dirk Reentko sind unter diesem Motto vierzehn Songs entstanden, mal auf Deutsch, meistens jedoch auf Englisch gesungen und eher zurückhaltend instrumentalisiert, die eine einzigartige Atmosphäre schaffen. Herausgekommen ist dabei ein Album, das mensch zwar auch einfach im Hintergrund spielen lassen und die angenehme Klangkulisse genießen kann. Wirklich nah kommt die Hörerin der Musik allerdings erst dann, wenn sie sich ganz auf sie konzentriert und die ausdrucksstarken Texte auf sich wirken lässt.

An ihnen lässt sich die Lebenserfahrung der 1965 in Karlsruhe geborenen Künstlerin ablesen, die nach dem 2006 erschienenen "Coming Home at last" mit "Playground" bereits ihr siebtes Studioalbum vorlegt. Ihre musikalische Reise begann mit achtzehn in einer Kasseler Rockband namens "Shakesbeer" und führte sie in den Folgejahren über die Jazzmusik und die A Capella Band "Vocaleros" zu ihrem ganz eigenen Stil, der sich schwer einordnen lässt. Meist nur von ihrer Gitarre begleitet bewegt sie sich zwischen Folk, Soul und Pop, mal gemischt mit etwas Jazz, mal eher in die Richtung Blues gehend.

Nicht selten finden sich beim Hören Gedanken und Gefühle in den Lyrics der 46-Jährigen wieder. So in dem Song "Paper Airplane", wenn sie eine vergangene Beziehung mit einem Papierflugzeug vergleicht, schnell und nur provisorisch zusammengebastelt und somit nicht besonders widerstandsfähig, sobald das Wetter etwas unbeständiger wird. Oder wenn sie wie in "Defenses" von der Schwierigkeit spricht, eine neue Beziehung einzugehen und sich nicht von Verletzungen in der Vergangenheit blockieren zu lassen.

Doch das Album ist keineswegs "überemotional" oder allzu schwermütig. Immer wieder scheint eine ungebrochene Lebensfreude durch, im beschwingten Titelsong beispielsweise tritt sie ganz in den Vordergrund, wenn die Sängerin ausruft: "It`s going to be alright - Enough with this suffering time". Auch "Es ist gut so", einer der zwei deutschen Songs auf "Playground", ist ein wahrer Gute-Laune-Song, ohne in Plattheit zu verfallen:

"Einmal nur körperlos sein
Und ihn atmen deinen Duft
in dieser warmen
liebevollen Nacht
In diesem Himmel
voller Ewigkeit
möchte ich heut tanzen
Bis ich nicht mehr kann"
.

Eine ebenso persönliche wie würdevolle Schlussnote setzt Lux mit dem bluesigen "Mothersong". Er beginnt mit einer Aufnahme ihrer damals sechsjährigen Tochter, die bei der Produktion ihrer ersten CD 1998 entstand. Der Song selbst kam ganz spontan mitten in der Arbeit an den anderen Songs zustande und wurde dank Dirk Reentko aufgenommen. Gewidmet hat Christina Lux ihn ihrer Tochter, die mittlerweile erwachsen und gerade ausgezogen ist - eine der größeren Veränderungen im Leben, von denen "Playground" handelt.

AVIVA-Tipp: Das Warten hat sich gelohnt: nach fast sechs Jahren musikalischer Pause ist ein reifes, interessantes und bewegendes Album entstanden, auf dem Gefühl, Stimme und Tiefgang immer genau dosiert sind. Entspannend und aufwühlend zugleich ist "Playground" absolut empfehlenswert.

Christina Lux feat. Reentko
Playground

Label: Prudence / Rough Trade
VÖ: 27.01.2012

Die Tourdaten für 2012 und alle Informationen rund im die Sängerin unter: www.christinalux.de

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Coming Home at last von Christina Lux (2006)

Pure and Live von Christina Lux (2007)


Kunst + Kultur

Beitrag vom 03.02.2012

AVIVA-Redaktion 






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