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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 29.03.2009


Cassandra Wilson - Closer To You - The Pop Side
Silvy Pommerenke

Kaum ein halbes Jahr ist es her, als die Grande Dame des Jazz ein neues Album auf den Markt gebracht hat. Pünktlich zum 70. Geburtstag ihres Labels Blue Note setzt sie noch eines obendrauf, ...




... indem sie Songs von PopmusikerInnen adaptiert und auf ihre extrem unter die Haut gehende Art interpretiert.

Wer ihre Alben im CD-Regal stehen hat, weiß, dass es keine Neuinterpretationen von ihr sind, sondern dass sie jeden Song bereits auf vorangegangenen Alben eingespielt hat. Dennoch, gerade in dieser Konzentrierung auf das Genre des Pop, hat sie eine einmalige CD herausgebracht, die sich deutlich von ihren vorhergehenden Alben unterscheidet. Der Unterschied liegt darin, dass man selbstverständlich die Originale kennt, aber bei Wilsons Wiedergabe einem nahezu schwindelig wird, vor soviel freiheitlicher Auslegung.

Der Opener des Albums ist wohlweislich mit einem der absolut schönsten Songs von Wilson gewählt: "Love Is Blindness" von U2, bei dem sich Bono einige Gesangsstunden abschneiden könnte. Herzschmerz von seiner schönsten Seite. Cyndi Laupers "Time After Time" wird derart entfremdet von der Afroamerikanerin dargestellt, dass man das Original kaum noch erkennt. Auch Sting dürfte über ihre Interpretation seines Songs "Fragile" mehr als erfreut sein und selbst vor der jüngeren Generation macht die die 53-Jährige keinen Halt. Jakob Dylan, jüngster Spross des Altmeisters Bob, hat Wilson die Vorlage zu der traumhaften Interpretation von "Closer To You" gegeben. Aber auch zu den Altvätern des Rock hat sie eine Affinität und sich dem Song "Tupelo Honey" von Van Morrison gewidmet. Vielfach adaptiert, aber nie so schön wie von Wilson wiedergegeben, ist der Klassiker "Harvest Moon" von Neil Young, der sich unter anderem auf dem Soundtrack zu "My Blueberry Nights" befindet. "I Can`t Stand The Rain" von der Funk-und Soulsister Ann Peebles wird in einer ungewöhnlichen Bluegrass-Nummer wiedergegeben, und last but not least haucht sie Bob Dylans "Lay, Lady, Lay" einen groovigen und coolen Sound ein. Erstaunlich ist, dass Cassandra Wilson - bis auf Ann Peebles - ausschließlich Songs von weißen MusikerInnen interpretiert hat. Fast hat man das Gefühl, dass manche von ihnen vor Veröffentlichung der eigenen Songs Miss Wilson nach dem richtigen Weg der Darstellung fragen sollten, denn was sie aus den Originalen macht, ist einfach unglaublich. Die Frau hat diese einmalige soulige und samtige Altstimme, die jeden Eisblock zum Schmelzen bringt und versteinerte Herzen erweicht. Um es kurz zu machen: die Frau ist der Oberhammer!

Cassandra Wilson im Netz: www.cassandrawilson.com und auf MySpace

Weiterhören: Cassandra Wilson - Loverly und Lizz Wright – The Orchard

AVIVA-Tipp: Cassandra Wilson gehört zu den ganz Großen! Mit dieser ungewöhnlichen Compilation von Pop-Klassikern, die sie in jazzige Töne kleidet, ist ihr ein ganz großer Wurf gelungen und kommt dadurch der Hörerin tatsächlich ganz nah, wie sie es im Albumtitel verspricht. Jede/r, der oder die bislang schon für Wilson schwärmte, kann sich durch diese CD erneut glücklich schätzen, über einen außergewöhnlich guten Musikgeschmack zu verfügen!

Cassandra Wilson
Closer To You: The Pop Side

Label: Blue Note, VÖ März 2009


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Beitrag vom 29.03.2009

Silvy Pommerenke 






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