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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 26.05.2009


Caravan Palace - Debut
Tatjana Zilg

Futuristischer Electrobeat und golden glänzender Swing. Können die beiden Tanzflächen-Füller miteinander vereint werden? Das Sextett aus Frankreich zeigt, wie das geht und das Ergebnis setzt ...




... Körper, Geist und Seele virulent in Bewegung.

Ein Grammophon und ein etwas angeschlagen wirkender Roboter: Dieses bizarre Paar schmückt das Layout des Tour-Plakats von Caravan Palace und ihres Studio-Debuts. Auf charmante Weise wirbt es für den exklusiven musikalischen Ansatz der Band, die seit zwei Jahren durch ausgiebiges Touren die Herzen für sich entfacht. Nicht nur ihre eingängig schrägen Songs trugen dazu bei. Auch visuell legen sie Wert darauf, durch einen extravaganten Stil ihr Konzept authentisch zu präsentieren. Im Zazou-Stil gekleidet ziehen sie die Blicke auch ohne Musik auf sich. Ihre Outfits, in denen es ihnen gelingt, zugleich lässig und elegant zu wirken, orientieren sich an den Klamotten der Paleo-Punks, die in den 1940er Jahren durch Paris zogen und das Savoir Vivre genossen.

In der quirligen französischen Metropole spielten Caravan Palace bereits im ausverkauften "Nouveau Casino". Ihre Auftritte sind dabei weitaus mehr als die Reproduktion ihrer Studio-Songs. Auf der Bühne wird viel improvisiert. Voller Elan und Esprit kommen sie in manchen Momenten wie in einer spontanen Jam-Session herüber. Die Begegnung von Instrumenten mit jahrhundertealter Geschichte und Rhythmus- und Effekterzeugung moderner Dance-Musik sorgt für viele Spannungspunkte, ungewohnte Allianzen und eine hohe Dosis Kurzweil und Spaß. Klarinette, Kontrabass, Violine, Akustik-Gitarre, Schlagwerk und Laptop-Samples sowie Keyboards konkurrieren und umwerben sich. Dazwischen explodiert das Geschehen immer wieder und bringt auch die entfernteste Ecke des Saales zum Brodeln.
Das I-Tüpfelchen auf dem Electro-Swing-Feuerwerk ist die markante Stimme von "Layota" Zoé, die mal schnell und sexy über die turbulenten Melodien gleitet ("Jolie Coquine") und sich dann wieder Zeit lässt, den einzelnen Tönen detailreich Farbe und Glanz zu verleihen ("Ended With The Nights"). Dem setzen ihre Kollegen einen Sprechgesang entgegen, der clownesken Humor und die provokative Attitüde des Hip Hops miteinander kombiniert ("Suzy").

Ein Teil von Caravan Palace kennt sich schon seit Kindertagen. Auf dem Bolzplatz entwickelten sie Ideen zum gemeinsamen Musizieren und setzten sie im stillen Kämmerlein um. Schon damals war klar, dass der Swing im Fokus ihrer eigenen Musik-Experimente stehen sollte. Großes Vorbild war für sie Django Reinhardt, aber sie mochten auch die Klänge des französischen Electro-Duo Justice. Erste Ansätze, beide Vorlieben zur Grundlage ihres eigenen Stils zu machen, stellten sie in Bars vor. Der Erfolg blieb jedoch aus, nur ein Auftrag für den Soundtrack eines Stummfilms flatterte in den Briefkasten.

Im Jahr 2005 nahm sich der Manager des Labels Café De La Danse Loic Barrouk ihrer an. Er organisierte einige Konzerte und brachte sie ins Studio. Gemeinsam suchten sie auf Myspace nach neuen Bandmitgliedern, die das Konzept um das entscheidende gewisse Etwas bereichern könnten. Sie wurden schnell fündig und bald setzte sich die Band aus erfahrenen MusikerInnen und jungen Talenten der Jazz- und Elektroszene Frankreichs zusammen. Nach ausgiebigen Touren, während derer sie den unverwechselbaren Caravan-Sound entwickelten und fein schliffen, erschien Ende letzten Jahres in Frankreich ihr Studio-Debut und ist auch in Deutschland seit Mai 2009 erhältlich.

Weiterhören: The Puppini Sisters und Oi Va Voi

Caravan Palace im Netz: Myspace

AVIVA-Tipp: Unglaublich, welche Kraft in diesen Rhythmen steckt: Tief ins Blut gehend wie Balkan Folk, die Sinne verzückend wie Impro-Jazz, darüber und dazwischen das unvergesslich schöne Lebensgefühl des Swing - diese Songs verleihen dem kommenden Sommer Raffinesse und Abenteuerlust. Vive le Swing!

Caravan Palace
Caravan Palace

Label: F-Cat, VÖ Mai 2009



Kunst + Kultur

Beitrag vom 26.05.2009

AVIVA-Redaktion 






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