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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 16.03.2010


Eatliz - Delicately Violent
Tatjana Zilg

Um die Zeitspanne "Sieben Jahre" wehen einige Mythen. Ebenso lange ist auch die israelische Band um Frontfrau Lee Triffon schon aktiv. Ihr Sound, der energetisch nach vorne los rockt und dabei ...




... dennoch viele Abstecher in einen nuancenreichen Pop-Kosmos unternimmt, wurde bei der Popkomm 2008 auch für die Berliner MusikhörerInnen erlebbar.

Der erste optische Eindruck trügt, denn Namensgebung wie auch Layout lassen Heavy Metal pur vermuten. Aber der zweite Blick gibt deutliche Hinweise auf die Raffinessen in der Rezeptur. So spielt der Titel der EP mit dem Titel des Vorgängers "Violently Delicate" und verschiebt den Fokus auf die delikaten Komponenten. Auf dem Silberling finden sich sieben neue Songs, die sich laut und vehement Gehör verschaffen, ohne jedoch balladeske Momente zu vernachlässigen. Geschickt balancieren die MusikerInnen mit Tempi, lauten und leisen Tönen und kreieren mit harten Gitarren, luftigen Keyboards, tobendem Schlagwerk und verführerisch-bitterzartem Gesang eine fesselnde Atmosphäre, in die es sich einzutauchen lohnt.

Im Ergebnis bieten die sechs Eigenkompositionen von Eatliz einen Querschnitt der besten Eigenschaften aus Edelpop, Grunge, Punk und Heavy Rock und werden von Lee Triffon mit charmanten Texten versehen, die mit einprägsamen Hooklines aufwarten, Spaß machen und zum Mitsummen einladen.

Lyrisch verspielt wird der Song "Fire" mit gezupften Gitarren eröffnet und schmeichelt sich mit sanften, seidenzarten Gesang ins Ohr und ist dennoch durch das unüberhörbare Schlagwerk eher auf der lautstarken Seite der Musikwelt zu verorten. "Spliff" dagegen knallt gleich in guter, alter Punk-Manier los und erlaubt es Lee Triffon, sich in Scream-Vocals mit skandinavischen Heavy Rock-Bands zu messen. "Must Get Laid" grungt wie zu Ehren von Kurt Cobain in den Sphären der Ewigkeit und "No Feelings" erkundet geheimnisvolle No Wave-Abgründe, die nicht nur durch den kristallinen Gesang Bezüge zu den New Yorker Indie-Ikonen von Blonde Redhead herstellen lassen.

Mit "Army Of Me" haben Eatliz sich eine Cover-Version mit ins Boot geholt. Ursprünglich von der isländischen Sound- und Gesangsmeisterin Björk geschaffen, enthält der Song alles, was Eatliz braucht, um ihre Stärken voll zu entfalten. Gewaltig ergreift das explosive Tongemisch den Raum und gibt der Stimme von Lee Triffon Gelegenheit, weitere Qualitäten zu beweisen.

Weiterhören auf AVIVA-Berlin: Sheeduz und Blonde Redhead.

Eatliz im Netz: www.eatliz.com und www.myspace.com/eatliz

AVIVA-Tipp: Vielschichtig und temperamentvoll präsentieren sich die Musik-Profis aus Tel Aviv auf ihrer EP "Delicately Violent", so dass diese viel zu kurz erscheint, wenn sie nach sieben Songs durch den CD-Player gefegt ist. So bleibt zu hoffen, dass man auch hierzulande noch viel von der Band aus Israel hören wird.

Eatliz
Delicately Violent

VÖ: Anova Records, Februar 2010 (Digital Only)

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Eatliz – Violently Delicate

Lee Triffon from Eatliz in Interview




Kunst + Kultur

Beitrag vom 16.03.2010

AVIVA-Redaktion 






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