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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 30.04.2011


Clara Luzia - falling into place
Tatjana Zilg

Spannungsreiche, geheimnisvolle und melodische Songs sind das Markenzeichen der Wiener Songwriterin. Vor zwei Jahren zog sie die Gunst der Indiegemeinde mit "The Ground Below" auf sich, nun füllt...




... sie ihren eroberten Platz erneut mit einem ausgefeilten Set an durchdachten, cleveren und vielschichtig instrumentierten Songs.

Dass Clara Luzia über Erfindungsreichtum und eine ausgeprägte Neigung zur Soundphilosophin verfügt, ist dem Gesamtbild von "falling to place" schnell anzumerken, wodurch sie sich angenehm von vielen anderen SongwriterInnen abhebt.

Dieses Mal setzte sie durch die Entscheidung, ihr Album vorwiegend in Eigenregie zu produzieren ganz auf ihr eigenes Potential. Jedoch ohne ihren Weg alleine gehen zu wollen: Als Unterstützung zog sie ihre Band heran, bestehend aus Ines Perschy, Heidi Dokalik und Max Hauer. Für das Soundengineering und Mixing lud sie zusätzlich Hubert Mauracher und Philipp Staufer ein.

Die Themen, mit denen sich die Songs beschäftigen, schlagen einen weiten Bogen über die emotionalen Zustände weltlichen Daseins und zeugen von einer fein- und scharfsinnigen Annäherung an eine authentische Verortung in postmodernen Zeiten. So trägt der Opener den Titel "We can only lose": Fernab von Zuversicht, Glückseligkeit oder innerem Frieden fordert er zu einer Neuordnung des eigenen Lebens auf, die von den folgenden Songs begleitet und ermutigt wird. Clara Luzia blickt in ihnen der inneren Zerrissenheit ins Gesicht und entwickelt daraus ein Meer an wogenden Sounds und tiefgründigen, poetisch sinnlichen Texten.

Unüberhörbar dringt bald nach dem Openener der dritte Song "How the mighty fall" aus den Boxen hervor. Durch sein Arrangement aus erdiger Percussion, einem ergreifend tragischen Cello und dezenten Pianotönen gibt er perfekt eine machtvolle Atmosphäre wieder. Im Text werden leicht bissig die Auswirkungen menschlicher Gier hinterfragt - ein gleichermaßen aktuelles wie zeitloses Thema.

Nach der Auseinandersetzung mit den dunklen Seiten ist der Wendepunkt nicht mehr fern. In "Sink like a stone" werden tragische und fröhliche-muntere Komponenten auf ausgewogene Art miteinander verbunden und entzünden die ersten Funken einer neuen Zuversicht. Vorfreude auf ein Auftauchen aus inneren und äußeren Abgründen keimt auf und wird im Laufe der zweiten Hälfte des Albums weiter verstärkt. Sich hineinbegeben in den Fluss des Lebens, alle Emotionen bewusst spüren und aus ihnen lernen, dieses Leitmotiv findet sich auch im das Album abschließenden "I fall, I fall, I fall": Durch die hellen Klänge einer Ukulele im Wechselspiel mit einem kräftigem Clap-Rhythm entfaltet der Song einen besonders zuversichtlichen Charme und entlässt die HörerInnen mit einem Lächeln wieder aus dem Luzia´nischen Soundmeer.

AVIVA-Tipp: "falling into place" ist für anspruchsvolle Ohren bestens geeignet, denn das Album bietet viel Abwechslung in Verbindung mit einem klaren roten Faden. In erwachsener Selbstreflexion und mit einem aufmerksamen Blick auf die Außenwelt lässt Clara Luzia ihre Songs entstehen und hat dafür die angemessenen WeggefährtInnen gefunden, mit denen es ihr gelingt, ihre Songideen zu brillanten Indieperlen auszufeilen.

Clara Luzia
falling into place
Label:
Asinella Records, Broken Silence, VÖ April 2011

Weitere Infos zu Clara Luzia finden Sie unter:
www.claraluzia.com



Kunst + Kultur

Beitrag vom 30.04.2011

AVIVA-Redaktion 






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