Schau mich nicht so an - Regie und Drehbuch Uisenma Borchu. Kinostart: 16. Juni 2016 - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kunst + Kultur Film



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2021 - Beitrag vom 12.06.2016


Schau mich nicht so an - Regie und Drehbuch Uisenma Borchu. Kinostart: 16. Juni 2016
Helga Egetenmeier

Eine Jurte in der Mongolei ist Hedis Vergangenheit, doch jetzt wohnt sie allein in einem Mietshaus einer deutschen Großstadt. Dort lernt sie durch die fünfjährige Sofia deren Mutter Iva kennen...




...und die beiden Frauen kommen sich schnell näher. Regisseurin und Drehbuchautorin Uisenma Borchu, selbst mit mongolischem Hintergrund, lässt beeindruckend viel Raum für Interpretationen, die nicht durch Worte geleitet werden, sondern über den Blick der Kamera.

Uisenma Borchu lässt in ihrem Spielfilmdebüt, in dem sie auch eine der Hauptdarstellerinnen ist, das intime Leben von zwei jungen Frauen aufeinandertreffen. Beide leben als Single im gleichen Haus, Iva ist alleinerziehende Mutter und von Hedi wird nur verraten, dass sie arbeiten geht. Sie scheinen bei ihrem Sex mit Männern nicht glücklich zu sein. Ihr schnell entstandenes Begehren füreinander, zu Beginn mit Nähe und Wärme gefüllt, driftet in ihren Bedürfnissen jedoch bald auseinander.

In wechselnden Perspektiven erleben die ZuschauerInnen die Entwicklung und Veränderung der Beziehung zwischen Hedi und Iva. Beklemmende Gefühle kommen auf, als sich Hedi mehr der kleinen Sofia zuwendet. Die in der Gegenwart spielenden Handlungen folgen dabei nicht immer einer linearen Struktur und so entsteht ein Bild der Figuren, das sich kohärenten Identifikationsschemata verweigert.

Als "die Andere" angeschaut zu werden, ist der in der Mongolei geborenen Uisenma Borchu nicht fremd. Im AVIVA-Interview erzählt sie darüber und über ihre Intentionen als Filmemacherin, ihre Beobachtung von Frauen und ihrem Wunsch, durch ihren Film Spannungen zwischen der Leinwand und den ZuschauerInnen zu erzeugen.

AVIVA-Tipp: Ein Film, der zur Interpretation von Beziehungen und Identitäten einlädt und die Besonderheiten des Begehrens nicht am Geschlecht festmacht. Hintergründig und durchaus mit Humor, regen die Leerstellen in den Biografien der Figuren bereits während des Schauens zu Spekulationen an, die nach dem Verlassen des Kinos durchaus spannend weitergehen.

Auszeichnungen für "Schau mich nicht so an":
FIPRESCI Preis 2015 auf dem Internationalen Filmfestival München als bester Film der Reihe Neues Deutsches Kino
Bayerischer Filmpreis 2015 für Beste Nachwuchsregie
Special Mention auf dem Internationalen Filmfestival REC Tarragona, Spanien
Most Promising Talent Award 2016 in Osaka, Japan
Hauptpreis der Stadt Magdeburg bei den Filmkunsttagen Sachsen-Anhalt 2015
Mongolian Woman of the Year 2016 for Arts//Culture

Zur Regisseurin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin: Uisenma Borchu wurde 1984 in Ulaanbaatar, Hauptstadt der sozialistischen Mongolei, geboren und zog 1988 mit ihrer Familie in die DDR. Ihre Mutter erhielt dort Ende der 80er Jahre den Auftrag, mongolische StudentInnen zu betreuen, da sie in den 70er Jahren in Ostberlin studiert hatte. Damit war ihre Mutter die Erste aus ihrer NomadInnenfamilie, die ins Ausland ging.
Uisenma wurde seit früher Kindheit in ihrem Schulalltag mit Ausgrenzung konfrontiert. Aufgewachsen mit der deutschen Sprache und Kultur, wurde sie gleichzeitig auch mongolisch erzogen und erhielt durch die Eltern Zugang zu der Kultur der NomadInnen. In Mainz studierte sie zwei Jahre Französisch und Geschichte und begann danach 2006 das Studium "Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik" an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film. Sie hat bereits Dokumentarfilme und Werbespots gedreht.
"Schau mich nicht so an" ist ihr Abschlussfilm.
(Quelle: Uisenma Borchu)

Schau mich nicht so an
Deutschland, Mongolei 2015
Regie und Drehbuch: Uisenma Borchu
DarstellerInnen: Uisenma Borchu, Catrina Stemmer, Anne-Marie Weisz, Chimge Tsevelsuren, Josef Bierbichler, u.a.
Verleih: Zorro Film
Lauflänge: 88 Minuten
Kinostart: 16.06.2016
www.uisenma.com

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Unser Interview mit Uisenma Borchu



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Beitrag vom 12.06.2016

Helga Egetenmeier 






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KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

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KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
Mehr zum Film, der Trailer und Kinotour unter: www.filmkinotext.de/kinder-der-hoffnung.html

MITRA. Kinostart: 18.11.2021

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MITRA
Inspiriert vom Schicksal seiner Familie erzählt Regisseur Kaweh Modiri die Geschichte der Iranerin Haleh, die 37 Jahre nach der Hinrichtung ihrer Tochter die Frau wieder trifft, die sie dafür verantwortlich macht. Paraderollen für Jasmin Tabatabai, Shabnam Tolouei und Singer-Songwriter Mohsen Namjoo, der auch die Filmmusik komponierte.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/mitra

PLAN A – Was würdest du tun? Ab 9. Dezember 2021 im Kino

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PLAN A – Was würdest du tun?
1945 plant eine Gruppe Holocaust-Überlebender die größte Racheaktion der Geschichte: Für jeden jede/n ermordete/n Jüdin/Juden soll ein/e Deutsche/r sterben. Doch kurz bevor der erste Giftanschlag ausgeführt werden kann, wird der Plan aufgedeckt.
Mehr zum Film, Kinotour mit Filmgespräch, den teilnehmenden Kinos und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/plan-a

Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

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Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

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Zuhurs Töchter
Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/ zuhurstoechter

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris

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Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris
Biografische Porträts der Fotokünstlerinnen, Porträtfotografinnen und Fotoreporterinnen Marianne Breslauer, Gisèle Freund, Dora Maar und Lee Miller im Paris der 1920er und 1930er Jahre.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.ebersbach-simon.de

Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Roamers – Follow your Likes, Kinostart: 22. Juli 2021

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 Roamers – Follow your Likes
Der Dokumentarfilm ROAMERS erzählt von der Suche "Digitaler Nomaden" auf der Jagd nach dem nächsten, perfekten Moment nach Sinn und Halt in einer neuen, digitalen Welt unzähliger Möglichkeiten.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour in Anwesenheit der Regisseurin Lena Leonhardt unter: www.camino-film.com/filme/roamers

Dear Future Children. Ab 14. Oktober 2021 im Kino

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Dear Future Children
Drei Länder, drei Konflikte, drei Frauen und ein ähnliches Schicksal: Doch sie haben nicht vor aufzugeben: Hilda in Uganda, Rayen in Santiago de Chile, und Pepper in Hongkong. Sie kämpfen weiter. Für ihre und unsere zukünftigen Kinder.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour unter: www.camino-film.com/filme/dearfuturechildren

Iris Schürmann-Mock – Frauen sind komisch. Kabarettistinnen in Porträt

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Liesl Karlstadt, Valeska Gert, Maren Kroymann, Carolin Kebekus ... In zehn ausführlichen und fünfzig kurzen Porträts stellt die Journalistin und Autorin die Königinnen der Kleinkunst vor. Ihre Disziplinen: Comedy, Poetry Slam, Tanz, Pantomime, Chanson, Rap.
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Walter Kaufmann – Welch ein Leben! Bundesweiter Kinostart am 30.9.21

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Walter Kaufmann. Welch ein LebenDie Lebensgeschichte des jüdischen Schriftstellers und Korrespondenten Walter Kaufmann vom Kindertransport nach Großbritannien über die DDR und um die ganze Welt erzählt dieser berührende Film.
Alle Infos, der Trailer und Termine unter: www.walterkaufmannfilm.de


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