Agnieszka Hollands CHARLATAN am 20. Januar 2022 mit breit angelegtem Kinostart - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kunst + Kultur Film



AVIVA-BERLIN.de im Mai 2022 - Beitrag vom 20.01.2022


Agnieszka Hollands CHARLATAN am 20. Januar 2022 mit breit angelegtem Kinostart
AVIVA-Redaktion

Mit CHARLATAN widmet sich die vielfach ausgezeichnete jüdisch-polnische Filmemacherin und Drehbuchautorin Agnieszka Holland ("DIE SPUR"/"POKOT", "Hitlerjunge Salomon", "IN DARKNESS – EINE WAHRE GESCHICHTE", "House of Cards", "Treme") erneut einem ihrer Lieblingsthemen: Zeitgeschichte vor dem Schicksal einer ebenso herausragenden wie zerrissenen Persönlichkeit: dem tschechischen Heiler Jan Mikolášek.




Die internationale Presse feierte das neue Werk von Oscar® Nominee Agnieszka Holland bereits auf den 70. Internationalen Filmfestspielen Berlin. "CHARLATAN ist einer der besten Filme Agnieszka Hollands und erzählt eine komplexe Geschichte mit unerwarteter Feinsinnigkeit und vielen Nuancen" schrieb The Prague Reporter und cineuropa kommentiere "eine packende Geschichte, die durch die eindrucksvolle Chemie zwischen den Hauptdarstellern Ivan Trojan und Juraj Loj getragen wird." Einige Kritiker*innen meinen zudem, dass die sensiblen, erotischen Szenen zwischen Mikolášek und seinem Assistenten František in diesem Historienfilm die eigentliche Attraktion seien.

Zum Inhalt: Basierend auf einer wahren Begebenheit erzählt CHARLATAN vom Leben des tschechischen Heilers Jan Mikolášek, der Hunderte von Menschen mit pflanzlichen Medikamenten heilte.

Was als Reise eines jungen Mannes beginnt, der sich für alternative Medizin interessiert, wird bald zum faszinierenden Porträt eines brillanten Genies, dessen Leidenschaft nicht lange unbemerkt bleibt.

Mit der Behandlung von Prominenten des Nationalsozialismus und des Kommunismus, die ihm Ruhm und Reichtum einbringen, gerät Mikolášek bald in die Dichotomie von Moral und Grausamkeit, Licht und Dunkelheit, Liebe und Hass. Ein paradoxes Leben, das durch die Liebe zu seinem Assistenten František und durch seine ehemaligen Gönner, die sich plötzlich gegen ihn wenden, auf eine harte Probe gestellt wird…

Zur Regisseurin: Agnieszka Holland, geboren am 28. November 1948 in Warschau als Tochter eines jüdischen Vaters (dem Journalisten Henryk Holland, der 1961 bei einem Verhör durch den polnischen Staatssicherheitsdienst auf bis heute nicht geklärte Weise ums Leben gekommen war) und einer katholischen Mutter (der Widerstandskämpferin Irena Rybczynska Holland, die im Warschauer Aufstand gegen die deutsche Besatzung kämpfte). Ihre Großeltern väterlicherseits wurden in Auschwitz ermordet.
Agnieszka Holland studierte Filmregie an der Prager Filmfakultät und begann ihre Karriere als Regieassistentin von Krzysztof Zanussi und Andrzej Wajda, für den sie auch Drehbücher schrieb, u.a. zu "Eine Liebe in Deutschland" (BR Deutschland / Frankreich 1983). Produzent dieses Films war Artur Brauner, der 1989/90 auch "Hitlerjunge Salomon" produziert hatte. Der Film unter der Regie von Agnieszka Holland war – gegen den Beschluss der deutschen Jury (!) für den Oscar® nominiert. Regie führte Agnieszka Holland auch bei "IN DARKNESS – EINE WAHRE GESCHICHTE" (Polen, Kanada, Deutschland 2010) über den polnischen Kleinganoven Leopold Socha, der unter Einsatz seines eigenen Lebens und das seiner Familie während des Zweiten Weltkriegs jüdische Flüchtlinge über viele Monate in der Kanalisation von Lvov versteckte.
Agnieszka Holland inszenierte u.a. zwei Episoden der Netflix-Serie "House of Cards" und erarbeitete die Buchvorlage für "La Amiga – Die Freundin" (1987/88) für die Regisseurin Jeanine Meerapfel, außerdem führte sie Regie bei den TV-Serien "The Wire" und "Cold Case".
Für ihren Film "DIE SPUR" (OT: "Pokot") nach dem Roman "Der Gesang der Fledermäuse" von Olga Tokarczuk wurde Agnieszka Holland mit dem Silbernen Bären Alfred-Bauer-Preis auf der Berlinale 2017 ausgezeichnet und war Polens Kandidat für den OSCAR als Bester nicht englischsprachiger Film 2018.

Seit vielen Jahren äußert und engagiert sich Holland privat, öffentlich, und in ihren Filmen gegen Antisemitismus und Nationalismus, unterstützt im erzkonservativen Polen ihre lesbische Tochter, die Regisseurin Katarzyna (Kasia) Adamik, die auch als Regisseurin arbeitet.
Offen wendet sie sich auch gegen die Ungleichbehandlung von Regisseurinnen im Filmbusiness, prangert diesen Missstand an.
Mehr Infos zu Agnieszka Holland unter: www.imdb.com

Agnieszka Hollands gefeiertes Drama CHARLATAN hat, nach mehreren Corona-bedingten Verschiebungen, nun endlich Kinostart. Der Verleih CINEMIEN plant aktuell mit über 40 Einsätzen in der Startwoche, womit CHARLATAN bundesweit und breit gestreut in den Kinos vertreten sein wird. So läuft der Film ab dem 20. Januar 2022 unter anderem in:
Berlin, Bremen, Hamburg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Thüringen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern.

Der Verleih CINEMIEN bringt CHARLATAN sowohl in einer OmU-Fassung als auch in deutscher Synchronfassung nun am 20. Januar 2022 in die Kinos.

Eine vollständige Übersicht mit allen aktuellen Startkinos unter: cinemien.de/film/charlatan

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

DIE SPUR (OT: POKOT). Kinostart: 4. Januar 2018 Regie Agnieszka Holland. Co-Regisseurin: Kasia Adamik. Nach dem Roman Der Gesang der Fledermäuse von Olga Tokarczuk. Kamera Jolanta Dylewska
DIE SPUR (OT: POKOT) zeichnet ein Vexierbild der patriarchalen polnischen Gesellschaft der Gegenwart. Agnieszka Hollands wagemutiger Genremix aus skurriler und mysteriöser Detektivstory, spannendem Ökothriller und politisch-feministischem Märchen wurde auf der 67. BERLINALE mit dem Alfred Bauer Preis ausgezeichnet. Im Fokus der polnischen Filmemacherin Agnieszka Holland ("Hitlerjunge Salomon", "IN DARKNESS – EINE WAHRE GESCHICHTE", "House of Cards", "Treme") steht die streitbare und exzentrische Duszejko, eine pensionierte Brückenbauingenieurin und Tierschützerin, die zurückgezogen in einem Bergdorf an der polnisch-tschechischen Grenze lebt.

Über CINEMIEN:

Der niederländisch-belgische Kinoverleih und die Traditionsmarke CINEMIEN, die seit über 40 Jahren in BeNeLux für hochkarätiges Arthouse-Kino steht, wird dem Kinopublikum ab sofort auch in Deutschland, Österreich und in der Schweiz ihr breitgefächertes Programm präsentieren.
Das Team von CINEMIEN schließt sich mit dem deutschen Filmverleih PRO-FUN MEDIA, der sich seit bald 30 Jahren und mit über 600 Filmen dem queeren und dem cross-over Film gewidmet hat, zusammen und vereint somit über 70 Jahre Arthouse-Expertise.


Quelle: Pressetext zu "Charlatan" (Quelle: CINEMIEN), 10. Januar 2022


Kunst + Kultur > Film

Beitrag vom 20.01.2022

AVIVA-Redaktion