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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2021 - Beitrag vom 08.12.2008


Ein Geheimnis
Alexandra Kasjan

Regisseur Claude Miller verfilmt mit "Ein Geheimnis" eine tief bewegende Geschichte, die auf realen Begebenheiten basiert. François Grimbert findet als Teenager heraus, dass seine Eltern ein...




... Familiengeheimnis mit sich herumtragen.

Frankreich, in den 1950er Jahren: François ist ein scheuer und sensibler Junge, der sich trotz aller Bemühungen im Gegensatz zu seinen Eltern sportlich eher als untalentiert erweist. Er spürt vor allem die Enttäuschung seines athletischen Vaters. Der Druck lastet so sehr auf ihm, dass er einen imaginären Bruder erfindet, der dem Idealbild seines Vaters, Maxime, entspricht, also sportlich, stark und furchtlos ist. Als seine Eltern dies erkennen, reagiert Maxime wütend und verständnislos. Lediglich seine Mutter, Tania, eine begeisterte Schwimmerin, zeigt sich stets fürsorglich. Als François jedoch einen alten Koffer mit einem Stofftier darin entdeckt, gibt es Ärger. Der Koffer wird sofort wieder zugeschlossen und weggepackt.

Durch Louise, die Nachbarin und langjährige Freundin seiner Eltern, erfährt François, dass sein Vater während des Zweiten Weltkrieges schon einmal verheiratet war, mit Hannah. Sie hatten einen Sohn, Simon. Dieser war der ganze Stolz seines Vaters. Der sportlich sehr begabte Junge war auch äußerlich das Ebenbild seines Vaters. Die in Maxime vernarrte Hannah musste jedoch erkennen, dass sich ihr Ehemann magisch von der attraktiven Tania, der Freundin ihres Bruders, angezogen fühlte. Tania kämpfte zunächst gegen ihre Gefühle zu Maxime an, erlag jedoch letztendlich seinem Charme.

Hannah, rasend vor Eifersucht, erlitt einen Nervenzusammenbruch und war verbittert darüber, mit ansehen zu müssen, wie sie ihren Ehemann verlor. Bei einem Fluchtversuch während des Zweiten Weltkrieges zeigte Hannah bei einer Passkontrolle anstelle ihres gefälschten Ausweises ihren originalen Pass, der ihre jüdische Identität preisgab. Schließlich wurden sie und ihr Sohn Simon mitgenommen. Lange Zeit wusste niemand genau, was aus ihnen geworden ist.

Hannah trug während ihrer Flucht einen Koffer bei sich. Es ist jener geheimnisvolle Koffer, den Maxime und Tania Grimbert über die Jahre versteckt hielten. Das Stofftier darin gehörte Simon.

Der Film "Ein Geheimnis" erzählt eine Familiengeschichte während des Zweiten Weltkrieges, der 50er Jahre und der Gegenwart. Unüblicherweise werden die Geschehnisse in der Vergangenheit in leuchtenden Farben und die der Gegenwart in flauen schwarz-weißen Bildern gezeigt. Noch als kleiner Junge wird François getauft und nimmt den Namen Grimbert an. Sein Vater, Maxime Grimbert, eigentlich Grinberg, und seine Frau Tania verschweigen ihre wahre jüdische Identität. Als Jugendlicher schlägt François rasend vor Wut und schluchzend auf einen Klassenkameraden ein, der in seiner Gegenwart Juden beschimpft, während sich die Klasse eine Dokumentation über KZ-Häftlinge ansieht. Dies ist ein sehr emotionaler Moment, in dem François all seine Ängste vergisst und seinem Schmerz freien Lauf lässt. Als Erwachsener schließlich arbeitet er als Psychotherapeut mit psychisch gestörten Kindern. Sehr viel später findet er heraus, dass Hannah und sein Bruder Simon nach Auschwitz deportiert und vergast wurden.

Auf dem Montreal World Film Festival 2007 wurde "Ein Geheimnis" mit dem "Grand Prix des Amériques" für Claude Miller ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt Julie Depardieu den französischen Filmpreis "César" 2008 als
"Beste Nebendarstellerin".

AVIVA-TIPP: "Ein Geheimnis" ist ein ergreifendes und zu Tränen rührendes Liebesdrama über das Schicksal einer jüdischen Familie in Frankreich, das durch die großartige künstlerische Leistung der SchauspielerInnen beeindruckt und zugleich an die schrecklichen Verbrechen der Nationalsozialisten erinnert.


Ein Geheimnis
Originaltitel: Un secret
Frankreich 2007, 100 Minuten
Regie: Claude Miller
Buch: Philippe Grimbert
Drehbuch: Claude Miller und Natalie Carter
Romanvorlage: Philippe Grimbert "Un secret" ("Ein Geheimnis", erschienen im Suhrkamp Verlag)
Verleih: ARSENAL Filmverleih GmbH
Kinostart: 18. Dezember 2008
www.ein-geheimnis.de


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Beitrag vom 08.12.2008

AVIVA-Redaktion 






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KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

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KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
Mehr zum Film, der Trailer und Kinotour unter: www.filmkinotext.de/kinder-der-hoffnung.html

MITRA. Kinostart: 18.11.2021

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MITRA
Inspiriert vom Schicksal seiner Familie erzählt Regisseur Kaweh Modiri die Geschichte der Iranerin Haleh, die 37 Jahre nach der Hinrichtung ihrer Tochter die Frau wieder trifft, die sie dafür verantwortlich macht. Paraderollen für Jasmin Tabatabai, Shabnam Tolouei und Singer-Songwriter Mohsen Namjoo, der auch die Filmmusik komponierte.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/mitra

Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

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Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

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Zuhurs Töchter
Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/ zuhurstoechter

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Biografische Porträts der Fotokünstlerinnen, Porträtfotografinnen und Fotoreporterinnen Marianne Breslauer, Gisèle Freund, Dora Maar und Lee Miller im Paris der 1920er und 1930er Jahre.
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Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Roamers – Follow your Likes, Kinostart: 22. Juli 2021

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Der Dokumentarfilm ROAMERS erzählt von der Suche "Digitaler Nomaden" auf der Jagd nach dem nächsten, perfekten Moment nach Sinn und Halt in einer neuen, digitalen Welt unzähliger Möglichkeiten.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour in Anwesenheit der Regisseurin Lena Leonhardt unter: www.camino-film.com/filme/roamers

Dear Future Children. Ab 14. Oktober 2021 im Kino

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Drei Länder, drei Konflikte, drei Frauen und ein ähnliches Schicksal: Doch sie haben nicht vor aufzugeben: Hilda in Uganda, Rayen in Santiago de Chile, und Pepper in Hongkong. Sie kämpfen weiter. Für ihre und unsere zukünftigen Kinder.
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Walter Kaufmann. Welch ein LebenDie Lebensgeschichte des jüdischen Schriftstellers und Korrespondenten Walter Kaufmann vom Kindertransport nach Großbritannien über die DDR und um die ganze Welt erzählt dieser berührende Film.
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