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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2021 - Beitrag vom 13.03.2009


Die dünnen Mädchen. Dokumentarfilm von Maria Teresa Camoglio
Britta Leudolph

Magersucht ist eine tückische psychische Erkrankung, die oft harmlos beginnt aber nach und nach das Leben der Betroffenen bestimmt. Die Dokumentation begleitet acht junge Frauen, ...




... die in einer Therapie versuchen, die Erkrankung zu überwinden.

Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt, Essen ist hier für die meisten Menschen immer und überall verfügbar, so dass heute 59 Prozent der Frauen und 75 Prozent der Männer übergewichtig sind. Demgegenüber erscheint es paradox, warum zumeist junge Frauen, aber auch immer häufiger Männer, der Magersucht verfallen. Die italienische Regisseurin Maria Teresa Camoglio begleitete filmisch acht Frauen zwischen 18 und 29 Jahren, die seit Jahren an Essstörungen leiden. In einer Klinik versuchen die Mädchen, sich mit ihrer Krankheit auseinander zu setzen und sie zu bekämpfen. Einige von ihnen sind erst seit kurzem dort, andere schon länger.

Der Weg in die Magersucht verlief für jede der Frauen individuell. Allen gemeinsam ist die Verzweiflung, nicht mit dem Hungern aufhören zu können. Es ist ein ewiger Kampf gegen ihren eigenen Körper, gleichzeitig haben sie das Gefühl, dass sie durch die Nahrungsverweigerung etwas unter Kontrolle haben und ziehen daraus ihr Selbstwertgefühl. Ihr Tagesablauf ist bestimmt durch die Magersucht: Kalorien zählen und exzessiv Sport treiben.

"Die dünnen Mädchen" gewährt einen nüchternen, ungeschönten Blick auf die Anorexia Nervosa. Die Mädchen versuchen in Gruppentherapien und Workshops wieder eine Beziehung zu ihrem Körper aufzubauen. Für viele der Frauen ist es nicht die erste Therapie und nicht alle werden sie durchhalten. Eines wird ganz offensichtlich: Die Magersucht wird sie ihr Leben lang nicht verlassen und sie zählt zu den psychischen Erkrankungen mit der höchsten Sterberate: 15 Prozent der Betroffenen sterben an den Folgen.

Eines der Mädchen beschreibt es treffend: "Das ist das Tückische an der Magersucht, dass sie irgendwann einem wirklich die Luft zum Atmen nimmt. Und man das Leben ohne die Magersucht verlernt hat oder meint, verlernt zu haben. Dass man sich trotzdem noch irgendwo daran klammert."

Zur Regisseurin: Maria Teresa Camoglio, geboren 1961 in Sassari, Italien studierte zunächst Fotografie und Grafik. Sie arbeitete als Dozentin für Fotografie bevor sie in Berlin an der Deutschen Film- und Fernsehakademie (dffb) studierte. 1993 bis 1994 besucht sie als Stipendiatin die Drehbuchwerkstatt Potsdam. Seit 1999 hat Camoglio einen Lehrauftrag an der dffb. Daneben ist sie als Autorin und Regisseurin für Fernsehen und Kino tätig.

AVIVA-Tipp: Für nicht Betroffene ist Magersucht eine Krankheit, die nur sehr schwer nachzuvollziehen ist. "Die dünnen Mädchen" konzentriert sich ganz auf den Prozess der Auseinandersetzung der jungen Frauen mit ihrer Krankheit. Dabei tritt die zerstörerische Kraft der Essstörung ganz deutlich zu Tage: Die Frauen wissen genau, dass sie die Magersucht zerstört und doch können sie nicht damit aufhören. Ihr körperlicher Zustand ist erschreckend und doch wird über jede Kalorie, die sie zu sich nehmen sollen, erbittert gestritten. Die Dokumentation zeigt das ganze Ausmaß der Anorexia Nervosa, die allzu oft mit einer vermeintlich harmlosen Diät beginnt und nach und nach das ganze Leben bestimmt.

Lesen Sie auch das Interview mit Regisseurin Maria Teresa Camoglio auf dieGesellschafter.de, eine Initiative der Aktion Mensch.

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Eine Geisteswissenschaftlerin und eine Fotografin nähern sich dem Thema Anorexia Nervosa. Ivonne Theins digital veränderte Bilder konfrontieren mit den Auswirkungen idealisierter Körperschemen auf das Essverhalten junger Frauen. Ivonne Thein und Heide Häusler – "Zweiunddreißig Kilo"

Die dünnen Mädchen
Deutschland, 2008
Regie und Drehbuch: Maria Teresa Camoglio
Konzept/Buch: Michael Bertl, Maria Teresa Camoglio
Kamera: Sophie Maintigneux
Verleih: BFILM
Lauflänge: 94 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 12.03.2009


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Beitrag vom 13.03.2009

Britta Leudolph 






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KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

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KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
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MITRA. Kinostart: 18.11.2021

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PLAN A – Was würdest du tun? Ab 9. Dezember 2021 im Kino

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PLAN A – Was würdest du tun?
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Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

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Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

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Zuhurs Töchter
Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/ zuhurstoechter

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris

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Biografische Porträts der Fotokünstlerinnen, Porträtfotografinnen und Fotoreporterinnen Marianne Breslauer, Gisèle Freund, Dora Maar und Lee Miller im Paris der 1920er und 1930er Jahre.
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Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Roamers – Follow your Likes, Kinostart: 22. Juli 2021

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Mehr zum Film und Termine der Kinotour in Anwesenheit der Regisseurin Lena Leonhardt unter: www.camino-film.com/filme/roamers

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