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AVIVA-BERLIN.de im November 2021 - Beitrag vom 17.04.2009


El Sistema. Dokumentation von Maria Stodtmeier und Paul Smaczny
Britta Leudolph

In Venezuela werden seit über dreißig Jahren Kinder und Jugendliche aus den Slums der Städte an Musikschulen unterrichtet. Die Dokumentation erzählt die Erfolgsgeschichte dieses Netzwerkes.




In den Barrios, den Elendsvierteln der großen Städte Venezuelas ist das Leben hart: Schießereien sind an der Tagesordnung, viele flüchten sich schon sehr jung in die Scheinwelt von Drogen oder Alkohol. Diese scheinbar ausweglose Situation nahm der Ökonom, Politiker und Musiker José Antonio Abreu 1975 zum Anlass, eine Vision wahr werden zu lassen, die zunächst unmöglich wirkt. Er gründete mit zwölf Kindern aus sozialen Brennpunkten der Hauptstadt Caracas das erste nationale Jugendorchester Venezuelas. Mit diesem ersten Schritt legte er den Grundstein für "El Sistema", das heute große Teile der Gesellschaft des südamerikanischen Landes erfasst hat. Fast in jeder größeren Stadt findet sich eine Musikschule, in denen die Kinder neben dem Spielen der Instrumente vor allem soziale Kompetenzen erlernen: Respekt, das Tragen von Verantwortung und die Fähigkeit des gemeinsamen Musizierens.

Maria Stodtmeier und Paul Smaczny zeigen in ihrer Dokumentation, wie "El Sistema" funktioniert. Die Kinder und Jugendlichen musizieren an sechs Tagen in der Woche nach der Schule gemeinsam. Die ganz Kleinen beginnen mit Papierinstrumenten, später entscheiden sie sich für ein Instrument. Wenn die Kinder von ihren Instrumenten sprechen, ist zu spüren, wie stolz sie auf das sind, was sie leisten. In den Musikschulen finden sie aber viel mehr: FreundInnen und auch eine Perspektive für die Zukunft. "El Sistema" wird von vielen Säulen getragen: LehrerInnen, die mit Begeisterung bei der Sache sind, Eltern, die große Hoffnungen für ihre Kinder haben und auch der Staat, der einen Großteil des Netzwerkes finanziert.

"El Sistema" fängt jedoch auch die Welt außerhalb der Musikschulen ein und zeigt hierdurch die enorme Bedeutung, die das Werk Abreus und seiner vielen MitstreiterInnen für die Menschen aus den Elendsvierteln hat. Natürlich werden nicht alle MusikschülerInnen später professionelle MusikerInnen, aber was sie in "El Sistema" lernen, hilft ihnen ihr ganzes Leben. Heute werden etwa 300 000 Kinder unterrichtet und es sollen noch viele mehr werden.

Zu den RegisseurInnen: Maria Stodtmeier arbeitet im Bereich der Konzeption und Produktion von Film-, Musik- und Literaturprojekten. Sie studierte Kulturarbeit und Literatur in Budapest und Potsdam.
Paul Smaczny, geboren 1957 in Niederbayern, studierte Jura, Romanistik und Germanistik in Regensburg und Paris. Anschließend arbeitete er am Theater, als Regieassistent und Dramaturg. Ab 1989 arbeitete er als Regisseur und Redakteur bei Film und Fernsehen und realisierte zahlreiche internationale Dokumentarfilme im Bereich der klassischen Musik. Seit 1995 tritt Smaczny als Produzent von Dokumentationen, internationalen Konzert-, Opern- und Ballettaufzeichnungen auf, die einige der wichtigsten musikalischen Veranstaltungen der letzten 15 Jahre dokumentieren, wie die Aufzeichnung der Konzerte des West-Eastern Divan Orchestras in Ramallah oder der New York Philharmonic in Pyongyang / Nordkorea.

AVIVA-Tipp: "El Sistema" ist eine ergreifende Dokumentation über die Kraft der Musik. Der Film erzählt die beispiellose Erfolgsgeschichte des Netzwerkes und wenn die strahlenden Gesichter der kleinen und größeren MusikerInnen gezeigt werden wird verständlich, warum sich so viele in "El Sistema" engagieren.

El Sistema – Über die Macht der Musik in einer Welt von Armut und Gewalt. Das andere Gesicht Venezuelas
Mit José Antonio Abreu, Gustavo Dudamel, Simon Bolivar Jugendorchester
Regie: Paul Smaczny, Maria Stodtmeier
Kamera: Michael Boomers, Christian Schulz
Produktion: Günter Atteln, Frank Gerdes, Paul Smaczny
Projektentwicklung: Maria Stodtmeier
Kinostart: 16. April 2009
www.el-sistema-film.com



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Beitrag vom 17.04.2009

Britta Leudolph 






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KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

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KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
Mehr zum Film, der Trailer und Kinotour unter: www.filmkinotext.de/kinder-der-hoffnung.html

MITRA. Kinostart: 18.11.2021

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MITRA
Inspiriert vom Schicksal seiner Familie erzählt Regisseur Kaweh Modiri die Geschichte der Iranerin Haleh, die 37 Jahre nach der Hinrichtung ihrer Tochter die Frau wieder trifft, die sie dafür verantwortlich macht. Paraderollen für Jasmin Tabatabai, Shabnam Tolouei und Singer-Songwriter Mohsen Namjoo, der auch die Filmmusik komponierte.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/mitra

Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

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Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

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Zuhurs Töchter
Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/ zuhurstoechter

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris

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Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris
Biografische Porträts der Fotokünstlerinnen, Porträtfotografinnen und Fotoreporterinnen Marianne Breslauer, Gisèle Freund, Dora Maar und Lee Miller im Paris der 1920er und 1930er Jahre.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.ebersbach-simon.de

Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Roamers – Follow your Likes, Kinostart: 22. Juli 2021

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 Roamers – Follow your Likes
Der Dokumentarfilm ROAMERS erzählt von der Suche "Digitaler Nomaden" auf der Jagd nach dem nächsten, perfekten Moment nach Sinn und Halt in einer neuen, digitalen Welt unzähliger Möglichkeiten.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour in Anwesenheit der Regisseurin Lena Leonhardt unter: www.camino-film.com/filme/roamers

Dear Future Children. Ab 14. Oktober 2021 im Kino

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Dear Future Children
Drei Länder, drei Konflikte, drei Frauen und ein ähnliches Schicksal: Doch sie haben nicht vor aufzugeben: Hilda in Uganda, Rayen in Santiago de Chile, und Pepper in Hongkong. Sie kämpfen weiter. Für ihre und unsere zukünftigen Kinder.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour unter: www.camino-film.com/filme/dearfuturechildren

Iris Schürmann-Mock – Frauen sind komisch. Kabarettistinnen in Porträt

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Iris Schürmann-Mock - Frauen sind komisch
Liesl Karlstadt, Valeska Gert, Maren Kroymann, Carolin Kebekus ... In zehn ausführlichen und fünfzig kurzen Porträts stellt die Journalistin und Autorin die Königinnen der Kleinkunst vor. Ihre Disziplinen: Comedy, Poetry Slam, Tanz, Pantomime, Chanson, Rap.
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fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen

Walter Kaufmann – Welch ein Leben! Bundesweiter Kinostart am 30.9.21

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Walter Kaufmann. Welch ein LebenDie Lebensgeschichte des jüdischen Schriftstellers und Korrespondenten Walter Kaufmann vom Kindertransport nach Großbritannien über die DDR und um die ganze Welt erzählt dieser berührende Film.
Alle Infos, der Trailer und Termine unter: www.walterkaufmannfilm.de


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