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AVIVA-BERLIN.de im November 2021 - Beitrag vom 09.08.2009


Torpedo
Clarissa Lempp

Die 16 jährige Helene Hegemann hat mit ihrem fulminanten Debütfilm ein kunstfertiges Bild einer skurrilen Erwachsenenwelt gezeichnet. Ein rasanter, junger Blick auf die Berliner Kulturszene.




Mia, 15 Jahre alt, zieht nach dem Selbstmord ihrer alkoholkranken Mutter nach Berlin. Bei ihrer Tante soll der traumatisierte Teenager ein neues Zuhause finden. Der Lebensstil von Tante Cleo, leibhaftige Schauspielerin und Angehörige der "linksresignativen Kulturszene", verspricht aber alles andere als Ruhe. Im Chaos dieser überspannten, sich inszenierenden Welt, mehr oder weniger auf sich gestellt, versucht Mia ihre eigenen Erschütterungen aus zu leben. Und kümmert sich nebenher um die betrunkene Tante, die schmutzigen Fenster und ihren kleinen Cousin. Sie wird in eine skurrile Welt katapultiert, in der sie vielleicht erwachsener ist, als die eigentlichen Erwachsenen.

Helene Hegemann hat das Drehbuch zu "Torpedo" mit 14 Jahren geschrieben, ein Jahr später wurde es verfilmt. So temporeich wie Hegemann die Geschichte ihrer Protagonistin erzählt, so schnell wurde der Film auch zum Festivalliebling. In diesem Jahr folgte der Max Ophüls Preis in der Kategorie "Mittellanger Film". Helene Hegemann, die Drehbuch und Regie für Torpedo verantwortet, ist die Tochter von Carl Hegemann, Theaterautor und Chefdramaturg der Berliner Volksbühne bis 2006. Die Berliner Kulturszene ist für sie also keine Unbekannte, auch wenn Hegemann autobiographische Züge des Films nicht sieht. Vielmehr, so erzählt sie im der DVD beiliegenden Interview, war die Idee ein Bedürfnis, die im Film ihr passendes Medium gefunden hat. So geht sie auch unbekümmert und einfallsreich an die stilistischen Mittel heran und schaffte eine ganz eigene und doch so Berlin-vertraute Ästhetik.

Die DVD, die über die Filmgalerie 451 vertrieben wird, erhält neben dem bereits erwähnten Interview, einen Kurzfilm, in dem Hegemann als etwa 10-jährige selbst spielt.

AVIVA-Tipp: Torpedo ist frisch, frech, rotznäsig derweilen fast böse und wird doch von einer Warmherzigkeit getragen ohne zu verwaschen. Die 42 Minuten verfliegen mit den lebendigen, poppig-trotzigen Bildern und Dialogen, die mit allen Regeln der Filmkunst spielen – ein authentischer, kunstvoller Blick in ein Teenager-Leben.

Preise und Festivals

  • 42. Internationale Hofer Filmtage (2008)
  • Around the world in 14 films, Berlin (2008)
  • 30. Filmfestival "Max-Ophüls-Preis", Saarbrücken, Preis für den besten mittellangen Film! (2009)
  • 25. Internationales KurzFilmFestival Hamburg (2009)
  • 5. Festival des deutschen Films in Ludwigsburg (2009)

    Torpedo
    Deutschland 2009
    Regie und Buch: Helene Hegemann
    DarstellerInnen: Alice Dwyer, Jule Böwe, Caroline Peters, Matthias Matschke, Agon Ramadani, Lars Eidinger, Carl Hegemann, Sebastian Baumgarten
    Kamera: Kathrin Krottenthaler
    Schnitt: Daniela Boch, Angelika von Chamier
    Produktion: credo:film
    Länge: 42 Minuten
    Extras: Interview mit Helene Hegemann (D 2009, ca. 10 min), Outtakes (ca. 17 min), Kurzfilm ´Spassvögel 1 - Wenn Harry nicht wär´ (ca. 6 min), Drehbuchauszüge, Trailer
    Sprache: Deutsch, Untertitel: Englisch
    Bildformat:16:9, Tonformat: Dolby Digital 2.0
    FSK: Ab 12 Jahren
    DVD erhältlich ab Juli 2009
    14, 95 Euro

    Mehr Infos finden Sie unter: www.filmgalerie451.de oder auf www.myspace.com/torpedoimkino


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    Beitrag vom 09.08.2009

    Clarissa Lempp 






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    KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

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    KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
    Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
    Mehr zum Film, der Trailer und Kinotour unter: www.filmkinotext.de/kinder-der-hoffnung.html

    MITRA. Kinostart: 18.11.2021

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    MITRA
    Inspiriert vom Schicksal seiner Familie erzählt Regisseur Kaweh Modiri die Geschichte der Iranerin Haleh, die 37 Jahre nach der Hinrichtung ihrer Tochter die Frau wieder trifft, die sie dafür verantwortlich macht. Paraderollen für Jasmin Tabatabai, Shabnam Tolouei und Singer-Songwriter Mohsen Namjoo, der auch die Filmmusik komponierte.
    Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/mitra

    Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

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    Das Glück zu leben - The euphoria of being
    Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
    Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

    Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

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    Zuhurs Töchter
    Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
    Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/ zuhurstoechter

    Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris

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    Biografische Porträts der Fotokünstlerinnen, Porträtfotografinnen und Fotoreporterinnen Marianne Breslauer, Gisèle Freund, Dora Maar und Lee Miller im Paris der 1920er und 1930er Jahre.
    Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.ebersbach-simon.de

    Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

    Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
    Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

    Roamers – Follow your Likes, Kinostart: 22. Juli 2021

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    Der Dokumentarfilm ROAMERS erzählt von der Suche "Digitaler Nomaden" auf der Jagd nach dem nächsten, perfekten Moment nach Sinn und Halt in einer neuen, digitalen Welt unzähliger Möglichkeiten.
    Mehr zum Film und Termine der Kinotour in Anwesenheit der Regisseurin Lena Leonhardt unter: www.camino-film.com/filme/roamers

    Dear Future Children. Ab 14. Oktober 2021 im Kino

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    Drei Länder, drei Konflikte, drei Frauen und ein ähnliches Schicksal: Doch sie haben nicht vor aufzugeben: Hilda in Uganda, Rayen in Santiago de Chile, und Pepper in Hongkong. Sie kämpfen weiter. Für ihre und unsere zukünftigen Kinder.
    Mehr zum Film und Termine der Kinotour unter: www.camino-film.com/filme/dearfuturechildren

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    Walter Kaufmann – Welch ein Leben! Bundesweiter Kinostart am 30.9.21

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