Slumdog Millionär - ab 26. Oktober 2009 auf DVD, Blu-ray Disc und als limitierte Millionärs Edition - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kunst + Kultur Film



AVIVA-BERLIN.de im November 2021 - Beitrag vom 09.11.2009


Slumdog Millionär - ab 26. Oktober 2009 auf DVD, Blu-ray Disc und als limitierte Millionärs Edition
Lisa Erdmann

Danny Boyles aktuelles, mit acht Oskars ausgezeichnetes Kunstwerk erzählt ein farbereiches, pulsierendes Märchen, welches mit viel Sensibilität beweist, dass am Ende kein Geld der Welt, sondern...




...allein die Liebe von Bedeutung ist.

Slumdog Jamal (Dev Patel) steht vor der alles entscheidenden Frage, beantwortet er sie richtig, ist er mit einem Schlag 20 Millionen Rupien reich. Doch bevor es soweit kommen kann, ist die Sendezeit der Indischen TV-Show "Wer wird Millionär?" zu Ende und Jamal wird von Polizisten überrumpelt, inhaftiert, verhört und gefoltert. Niemand kann verstehen wie ein Chai-Wallah, ein Teebringer aus den Slums von Mumbai (Bombay), der in seinem Leben noch nie eine Schule besucht hat, fast alle Fragen beantworten konnte.

Der Polizist, der den Jungen verhört, stellt jedoch schnell fest, dass Jamal selbst am meisten darüber erstaunt ist, es so weit geschafft zu haben. Beide gehen die Quizsendung noch einmal gemeinsam durch und während der junge Mann erzählt, weshalb er die jeweilige Antwort wusste, stellt er zugleich sein ganzes tragisches Leben dar. Denn jede Frage der Fernsehshow ist ebenso ein bedeutender Abschnitt in Jamals Leben.

Nach dem Tod der Mutter schlagen sich Jamal und sein älterer Bruder Salim (Madhur Mittal) als Straßenkinder durch. Als die Brüder dem Waisenmädchen Latika (Freida Pinto) begegnen, ist zum ersten Mal ein Leuchten in Jamals Augen zu sehen. Doch auf tragische Weise verliert der Junge das kleine Mädchen aus den Augen. Als er sie endlich, viele Jahre später wieder findet, ist ein Zusammenkommen der beiden erneut unmöglich. Auch die Beziehung der ungleichen Brüder ist immer wieder von Spannungen und Rivalitäten geprägt, ein schwerer Verrat Salims führt schließlich zur Trennung der beiden.

Mit der letzten Frage der Show sind die ZuschauerInnen und der Protagonist wieder im filmischen Hier und Jetzt. Der Inspektor, der voller Neugier Jamals Lebensgeschichte zuhörte, ist nun von dessen Unschuld überzeugt. Für den jungen Mann war die Sendung nicht mehr als ein Mittel zum Zweck, sein Ziel war nicht der Gewinn des Geldes, sondern ein Wiedersehen mit seiner großen Liebe.

Vikas Swarup, indischer Diplomat, lieferte einst mit seinem Roman "Rupien, Rupien!" die Grundlage für den mitreißenden Film. Das Drehbuch verfasste Simon Beaufoy, der für das Skript zu "Ganz oder gar nicht" (1997) für den Oscar nominiert war. "Slumdog Millionär" zeigt ein Indien, wie es das Kino noch nie gesehen hat. Dazu leistete auch Anthony Dod Mantle seinen Beitrag. Der Kameramann legte sein sperriges Equipment zur Seite und stürzte sich mit einer kleinen Digitalkamera mitten in die Gassen Mumbais.

Der Regisseur Danny Boyle, bekannt für die Filme "Trainspotting" (1996) und "The Beach" (2000), wollte sein neuestes Projekt ganz bewusst nicht im Schutz des Studios drehen. "Wir haben unseren Film an realen Schauplätzen gedreht, um die Schönheit und die Hässlichkeit und die schiere Unvorhersehbarkeit dieser sich in rasender Geschwindigkeit wandelnden Megastadt zu zeigen, dieser Stadt im immerwährenden Maximalzustand."

Bei der schauspielerischen Besetzung seiner Figuren entschied er sich für noch unbekannte Talente: Dev Patel und Freida Pinto waren bislang nur als TV-Stars bekannt. Mit dem Schauspieler Anil Kapoor als "Wer wird Millionär?"-Moderator konnte Boyle einen der bekanntesten und erfolgreichsten Bollywood-Stars für sein Projekt gewinnen. Das Ensemble des Films porträtiert das Geheimnis Indiens ohne Kitsch und erhobenen Zeigefinger und schafft es gerade deswegen, ihre ZuschauerInnen in den Bann zu ziehen.

Nach dem Erfolg des Filmes gründete Boyle eine Stiftung mit einem Budget von 2,5 Millionen Rupien (37.600 Euro), welche die Kinder-Stars des Films bis zu ihrem 18. Lebensjahr unterstützen und Wohnungen für die neunjährige Rubina Ali Qureshi (Latika) und den zehnjährigen Azharuddin Ismael Shaikh (Salim) sowie deren Familien finanzieren soll.

AVIVA-Berlin Tipp: "Slumdog Millionär" bedient sich zwar exotischer, farbenfroher Bilder die märchenhaft verzaubern könnten, wären da nicht die zeitweilige Brutalität, die den Filmfiguren immer wieder zustößt und der Opportunismus Indiens, in der neben Wolkenkratzern und Konzernriesen die Hälfte der Bevölkerung in Slums lebt – Originalschauplätze, die die Zuschauerin förmlich riechen kann. "Slumdog Millionär" zeigt nicht nur Märchen, sondern auch Sozialdrama, eine Liebes- aber auch eine Lebensgeschichte mit Gangstern, Abenteuern und den ein oder anderen ironisch-humoresken Zufällen.

Slumdog Millionär
Originaltitel: Slumdog Millionaire
Großbritannien, USA 2008
Regie: Danny Boyle, Loveleen Tandan
Label: PROKINO Home Entertainment
FSK: ab 12 Jahren
Bildformat: 2,351 16:9 anamorph
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Sprache: Deutsch, Englisch, Hindi (inkl. Hörfilmfassung für Blinde)
Untertitel: Deutsch
Anzahl Disks: 2
VÖ: 26. Oktober 2009
Gesamtspieldauer: 116 Minuten
Bonusmaterial: Interviews mit Dev Patel (Jamal), Freida Pinto (Latika), Madhur Mittal (Salim), Danny Boyle (Regie) u.a., von der Idee zum Film: Die Toilettenszene, Originaltrailer / Deutscher Trailer

Weitere Informationen zum Film finden Sie unter: www.slumdog-millionaer.de



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Beitrag vom 09.11.2009

Lisa Erdmann 






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KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

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KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
Mehr zum Film, der Trailer und Kinotour unter: www.filmkinotext.de/kinder-der-hoffnung.html

MITRA. Kinostart: 18.11.2021

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MITRA
Inspiriert vom Schicksal seiner Familie erzählt Regisseur Kaweh Modiri die Geschichte der Iranerin Haleh, die 37 Jahre nach der Hinrichtung ihrer Tochter die Frau wieder trifft, die sie dafür verantwortlich macht. Paraderollen für Jasmin Tabatabai, Shabnam Tolouei und Singer-Songwriter Mohsen Namjoo, der auch die Filmmusik komponierte.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/mitra

Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

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Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

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Zuhurs Töchter
Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/ zuhurstoechter

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Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
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Der Dokumentarfilm ROAMERS erzählt von der Suche "Digitaler Nomaden" auf der Jagd nach dem nächsten, perfekten Moment nach Sinn und Halt in einer neuen, digitalen Welt unzähliger Möglichkeiten.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour in Anwesenheit der Regisseurin Lena Leonhardt unter: www.camino-film.com/filme/roamers

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Drei Länder, drei Konflikte, drei Frauen und ein ähnliches Schicksal: Doch sie haben nicht vor aufzugeben: Hilda in Uganda, Rayen in Santiago de Chile, und Pepper in Hongkong. Sie kämpfen weiter. Für ihre und unsere zukünftigen Kinder.
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Walter Kaufmann – Welch ein Leben! Bundesweiter Kinostart am 30.9.21

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Walter Kaufmann. Welch ein LebenDie Lebensgeschichte des jüdischen Schriftstellers und Korrespondenten Walter Kaufmann vom Kindertransport nach Großbritannien über die DDR und um die ganze Welt erzählt dieser berührende Film.
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