Coco Chanel und Igor Stravinsky - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kunst + Kultur Film



AVIVA-BERLIN.de im August 2021 - Beitrag vom 14.04.2010


Coco Chanel und Igor Stravinsky
Katharina Liese

Mit der Adaption des gleichnamigen Romans von Chris Greenhalgh gelingt dem französischen Regisseur Jan Kounen eine eindrucksvolle Hommage an zwei herausragende Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts




Das Théâtre des Champs-Élysées in Paris im Jahre 1913: die Premiere des Balletts "Le sacre du printemps" sorgt für Furore. Der in Paris im Exil lebende russische Komponist Igor Stravinsky (Mads Mikkelsen) wagt sich an eine unkonventionelle Darbietung der besonderen Art und erntet damit Entrüstung seitens des Publikums.

Doch eine Besucherin ist anderer Meinung. Coco Chanel (Anna Mouglalis) hebt sich anmutig von den anderen Frauen ab und sticht durch ihren unvergleichlichen Stil heraus. Die junge Modeschöpferin ist von der Aufführung fasziniert und erkennt das Potenzial, das das moderne Werk des Komponisten birgt.

Rund sieben Jahre dauert es jedoch, bis Igor Stravinsky und Coco Chanel einander vorgestellt werden. Coco, mittlerweile angesehene Modedesignerin und Geschäftsfrau, bietet dem weniger erfolgreichen Igor an, mit seiner Familie in ihre Villa vor den Toren Paris` zu ziehen, um sich ausschließlich und ohne Ablenkungen seiner Musik widmen zu können. Er willigt ein und bezieht mit seiner lungenkranken Frau Catherine (Elena Morozova) und den vier Kindern die Zimmer im idyllischen Anwesen.

Coco überlässt ihm ein eigenes Arbeitszimmer, in das er sich zurückziehen und seine Werke überarbeiten kann. Zutiefst dankbar lebt die mittellose Familie bei der großzügigen Modeikone, die Igor fördern möchte.

Eine gewisse Anziehungskraft ist seit ihrer ersten Begegnung vorhanden. Schon bald geben sie dem Reiz nach und verlieren sich in einer leidenschaftlichen Affäre. Sie unterstützen sich gewissermaßen als gegenseitige Inspiration. Doch durch die Abhängigkeit, die durch Cocos Hilfe entsteht, wird deren Verhältnis auf die Probe gestellt. Leidenschaft schlägt in Unsicherheit um und es lässt sich erahnen, dass diese enge Verbindung nicht ewig währen kann.

Der stets unabhängigen und emanzipierten Coco Chanel gelang mit einer revolutionären, puristischen Modelinie und ihrem Parfum Chanel No. 5 der Durchbruch als Designerin. Sie gilt als eine der wichtigsten und einflussreichsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.

Auf ihre von Stravinskys Biografen bestätigte, leidenschaftliche Liebesaffäre zum bedeutendsten Komponisten dieser Zeit konzentriert sich der gleichnamige Roman von Chris Greenhalgh (Co-Drehbuchautor), der nun vom französischen Regisseur Jan Kounen adaptiert und bereits bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 2009 vorgestellt wurde.

In imposanten und zugleich zurückhaltenden Einstellungen gelingt es dem Regisseur auf schlichte, bemerkenswerte Weise die zwei starken Persönlichkeiten in all ihren Facetten darzustellen, so dass den ZuschauerInnen ein intimer Einblick in die Gefühlswelt Beider gewährt wird.

In ästhetischen Close-Ups fängt die Kamera die Entstehungsmomente ihrer kreativen Arbeiten ein, wie etwa die Feder auf dem Notenpapier oder das Maßband an der Schneiderpuppe. Der Fokus der Darstellung liegt dabei auf der anregenden Beziehung der exzentrischen KünstlerInnen und dem damit einhergehenden gegenseitigen Einfluss auf ihre Werke.

Der Däne Mads Mikkelsen und die Französin Anna Mouglalis brillieren in den Hauptrollen. Die Rolle der aparten, geheimnisvollen Coco Chanel ist Mouglalis wie auf den Leib geschneidert. Die Schauspielerin wurde 2002 von Karl Lagerfeld zur Markenbotschafterin für CHANEL auserkoren und war seitdem auf zahlreichen Werbeplakaten zu sehen.

"Coco Chanel & Igor Stravinsky" ergänzt den bereits im August 2009 angelaufenen Kinofilm "Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft" von Anne Fontaine, der die Geschichte der jugendlichen, mittellosen Gabrielle Chanel erzählt, die ihre Leidenschaft zur Mode entdeckt und sich allmählich etabliert. Der Nachfolgefilm setzt in den Erfolgsjahren Chanels an.

Um Cocos Milieu so authentisch wie möglich rekonstruieren zu können, gewährte CHANEL den FilmemacherInnen einen privaten Einblick in die Archive und stellte für die Verfilmung sämtliche Kollektionen zur Verfügung. Karl Lagerfeld, seit 1983 CHANEL-Chefdesigner, entwarf explizit für die Dreharbeiten einige Kleider.

AVIVA-Tipp: Mit der Romanverfilmung "Coco Chanel & Igor Stravinsky" gewährt uns der französische Regisseur Jan Kounen in eindrucksvollen, dezenten Bildern einen Einblick in die Welten zweier legendärer Persönlichkeiten, die sich gegenseitig inspirierten und denen Mads Mikkelsen und Anna Mouglalis in den Hauptrollen absolut gerecht werden.

Zum Regisseur: Jan Kounen arbeitete nach dem Abschluss seines Studiums an der Ecole des Arts Décoratifs in Nizza als Kameraassistent und Regisseur zahlreicher Video- und Kurzfilme. 1989 gewann er für seinen Kurzfilm "Gisele Kerosene" auf dem "Festival du Film Fantastique" in Avoriaz den Hauptpreis seiner Kategorie. 1996 drehte er seinen ersten Langfilm "Dobermann" mit Vincent Cassel in der Hauptrolle. 2004 kehrte Kounen mit dem psychedelischen Western "Blueberry und der Fluch der Dämonen" auf die große Leinwand zurück. Nach dem Dokumentarfilm "Darshan – Die Umarmung" von 2005 betrat Jan Kounen mit der Komödie "39,90" (99 Francs) ein neues Universum. "39,90", mit Jean Dujardin in der Hauptrolle, ist eine wilde Satire auf die Welt der Werbung, basierend auf Frédéric Beigbergers gleichnamigen Bestseller.

(Quelle: Presseinformation)

Coco Chanel & Igor Stravinsky
Frankreich, 2009
Länge: 120 Minuten
Regie: Jan Kounen
Drehbuch: Chris Greenhalgh, Jan Kounen, Carlo de Boutiny
DarstellerInnen: Mit Mads Mikkelsen, Anna Mouglalis, Elena Morozowa, Natacha Lindinger, Grigori Manoukov, Anatole Taubman, Nicolas Vaude
Verleih: PA CO / 24 Bilder
Kinostart: 15. April 2010

Coco Chanel & Igor Stravinsky: www.chanelstravinsky.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft



Kunst + Kultur > Film

Beitrag vom 14.04.2010

AVIVA-Redaktion 






AVIVA-News bestellen
  AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter



Roamers – Follow your Likes, Kinostart: 22. Juli 2021

. . . . PR . . . .

 Roamers – Follow your Likes
Der Dokumentarfilm ROAMERS erzählt von der Suche "Digitaler Nomaden" auf der Jagd nach dem nächsten, perfekten Moment nach Sinn und Halt in einer neuen, digitalen Welt unzähliger Möglichkeiten.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour in Anwesenheit der Regisseurin Lena Leonhardt unter: www.camino-film.com/filme/roamers

fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris

. . . . PR . . . .

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris
Biografische Porträts der Fotokünstlerinnen, Porträtfotografinnen und Fotoreporterinnen Marianne Breslauer, Gisèle Freund, Dora Maar und Lee Miller im Paris der 1920er und 1930er Jahre.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.ebersbach-simon.de

Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Iris Schürmann-Mock – Frauen sind komisch. Kabarettistinnen in Porträt

. . . . PR . . . .

Iris Schürmann-Mock - Frauen sind komisch
Liesl Karlstadt, Valeska Gert, Maren Kroymann, Carolin Kebekus ... In zehn ausführlichen und fünfzig kurzen Porträts stellt die Journalistin und Autorin die Königinnen der Kleinkunst vor. Ihre Disziplinen: Comedy, Poetry Slam, Tanz, Pantomime, Chanson, Rap.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.aviva-verlag.de


Kooperationen

GEDOK-Berlin
Paula Panke
RuT - Rad und Tat e.V.
Begine