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AVIVA-BERLIN.de im September 2020 - Beitrag vom 11.02.2010


Die Tänzerin Tatjana Barbakoff
AVIVA-Redaktion

Das Verborgene Museum zeigt vom 18. März bis zum 27. Juni 2010 erstmalig eine Ausstellung über die Tänzerin Tatjana Barbakoff, die im Berlin der zwanziger Jahre mit ungewöhnlichen eigenen...




...Kreationen ihr Publikum faszinierte. Eine Auswahl zahlreicher Fotografien, Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen verschiedener KünstlerInnen geben einen Einblick in das Leben der Tänzerin und Muse.

Tsipora Edelberg wurde 1899 im lettischen Hasenpoth als Kind jüdischer Eltern geboren. Ihre Mutter Genya, die sehr früh starb, stammte aus China, und ihr Vater Aizik war Russe. Seit dem zehnten Lebensjahr erhielt sie Ballettunterricht und schon bald zeichnete sich ihre tänzerische Begabung ab. Mit Beginn ihrer professionellen Tanzkarriere und den ersten Auftritten in deutschen Kabaretttheatern änderte sie ihren bürgerlichen Namen in den russisch klingenden Künstlerinnennamen Tatjana Barbakoff.

Ihr außerordentliches Talent zeigte sie 1921 in einem ersten Soloprogramm in Düsseldorf. Der Durchbruch als Tanzkünstlerin gelang ihr 1925 in Berlin, wo sie mit einem eigenen abendfüllenden Programm große Begeisterung beim Publikum und bei der Presse ein enormes Echo hervorrief. Internationale Auftritte in Österreich, Italien und der Schweiz folgten.

© Kasia von Szadurska, Tatjana Barbakoff, um 1929, Bleistift und Kreide, Städtische Wessenberg-Galerie, Konstanz


Barbakoffs Darbietungen überzeugten besonders durch ihre einzigartigen Einfälle im Umgang mit Dekor, Gewand und Farbigkeit. Ihre ästhetisch faszinierenden Kostüme entfalteten ihre volle Wirkung beim Tanz und haben Publikum, KritikerInnen sowie KünstlerInnen gleichermaßen beeindruckt. Die Düsseldorfer Jahre eröffneten Tatjana Barbakoff den Zutritt in den Kreis der KünstlerInnengruppe "Das junge Rheinland", in dem sie zum einen die Rolle als Muse annahm, zum anderen selbst auch Inspiration für ihre Tanzkunst gewann. Die attraktive Erscheinung und das mitreißende Auftreten waren ihre Eintrittskarte in die bedeutenden Fotografen-Ateliers von Nini und Carry Hess, Alexander Binder, Yva, Hans Robertson und Sasha Stone.

Aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen verschlechterte sich in den 1930er Jahren die Lage von Tatjana Barbakoff. Ihre große Tournee 1932 unterlag auch Einreiseverboten und Absagen, sie geriet mehr und mehr in die Isolation. 1933 emigrierte sie mit ihrem Lebenspartner, dem Maler Gert Wollheim, nach Paris, wo sie ihren Lebensunterhalt mit Gymnastik-Tanzstunden und vereinzelten Auftritten verdiente. Ab Kriegsbeginn 1939 folgten Jahre des Schreckens: Nach der ersten Internierung 1940 in Gurs lebte sie im Versteck. 1944 geriet sie in Nizza in die Hände der Gestapo und wurde nach Auschwitz deportiert und vergast. Das Leben der Tatjana Barbakoff endete mit 34 Jahren im Konzentrationslager.

© Sasha Stone, Tatjana Barbakoff, Parodistischer Tanz, um 1925, Fotografie, Privatbesitz


Die Tänzerin Tatjana Barbakoff wird erstmalig in Berlin mit einer Ausstellung zu Leben und Werk gewürdigt. Die Fotografien, Porträts und Zeichnungen werden ab dem 18. März 2010 im Das Verborgene Museum zu betrachten sein.

Die Tänzerin Tatjana Barbakoff (1899 - 1944). Luftbilder aus Händeweiß und Blutrot, Traumgrün und Vogelblau
Das Verborgene Museum
Dokumentation der Kunst von Frauen e.V.
Schlüterstraße 70
10625 Berlin
Tel.: 030 - 313 36 56

Mehr Infos zur Ausstellung finden Sie unter: www.dasverborgenemuseum.de

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Beitrag vom 11.02.2010

AVIVA-Redaktion 






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