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AVIVA-BERLIN.de im Januar 2022 - Beitrag vom 02.03.2010


Ausstellung zur NS-Militärjustiz vom 3. März 2010 bis 7. April 2010 in Potsdam
AVIVA-Redaktion

Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas präsentiert zusammen mit dem Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen und zahlreichen Kooperationspartnern die Wanderausstellung...




..."Was damals Recht war...Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht" in den Bahnhofspassagen Potsdam.

Ausgehend von einer Initiative ihres Beirats und gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag, auch nicht-jüdischer Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken, hat die Stiftung - in Kooperation mit der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e. V. - eine Wanderausstellung erarbeitet. Die Ausstellung dient der gesellschaftlichen Verankerung der erst im Jahr 2002 erfolgten rechtlichen Rehabilitierung der Opfer der NS-Militärjustiz. Sie wird vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien finanziert.

"Was damals Recht war..." zeigt, wie Unrecht und Willkür den Alltag der Wehrmachtjustiz kennzeichneten und tausende Männer und Frauen, Soldaten und Zivilisten, der Unrechtsjustiz zum Opfer fielen und als DeserteurInnen, so genannte WehrkraftzersetzerInnen oder Volksschädlinge, ihr Leben verloren. Mit Ablehnung und Feindschaft begegnete die Mehrzahl der Deutschen nach 1945 den überlebenden Opfern der Wehrmachtjustiz. Vielen gelten die Verurteilten bis heute als VerräterInnen oder Feiglinge. Dabei hat der Deutsche Bundestag erst kürzlich, im September 2009, die letzten groben Unrechtsurteile der Wehrmachtjustiz des Zweiten Weltkrieges aufgehoben. Zu den zehntausenden Opfern dieser Justiz zählen auch WiderstandskämpferInnen aus nahezu ganz Europa, die in ihren von der Wehrmacht besetzten Heimatländern oder in Deutschland inhaftiert, vor Gericht gestellt und in großer Zahl exekutiert worden sind.

In Potsdam wird es zusätzlich eine lokalhistorische Ergänzung geben. Für diese Zusatzausstellung wurde die Kartei des Brandenburgischen Landeshauptarchivs in Potsdam, in der die in Folge von Wehrmachtgerichten im Zuchthaus Brandenburg an der Havel hingerichteten Menschen aufgelistet sind, gesichtet und ausgewertet. Diese Hinrichtungsopfer werden im regionalen Ausstellungsteil benannt. Darüber hinaus werden die Orte des Terrors der Wehrmachtsgerichtsbarkeit in Potsdam und die Auswirkungen ihrer Urteile an Hand von Fallgeschichten beschrieben.

Wann: 3. März bis 7. April 2010
Wo: Bahnhofspassagen Potsdam
Babelsberger Straße 16
14473 Potsdam
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 9.30 - 20 Uhr, Sa und So 10 -18 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.stiftung-denkmal.de


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Beitrag vom 02.03.2010

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