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AVIVA-BERLIN.de im November 2021 - Beitrag vom 20.03.2010


Buchmesse Leipzig 2010
Claire Horst

Die Leipziger Buchmesse ist laut Eigendarstellung das größte Lesefest Europas. Im Jahr 2010 lasen 1500 AutorInnen an über 300 Orten in der ganzen Stadt aus ihren Werken. Damit ist die Buchmesse...




... keine reine Fachveranstaltung, sondern richtet sich an alle Literaturinteressierten.

AVIVA-Autorin Claire Horst hat die Buchmesse besucht und viele AutorInnen gehört – eine subjektive Auswahl finden Sie hier.

Mit Spannung erwartet wurde die Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse. Der Preis wird in drei Kategorien vergeben: Belletristik, Sachbuch und Übersetzung. Schlagzeilen gemacht hatte vor allem die Nominierung von Helene Hegemanns Roman "Axolotl Roadkill" für den Belletristik-Preis. Die Autorin war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung erst 17 Jahre alt. Schon ein Jahr zuvor hatte sie ihren ersten Film "Torpedo" gedreht, der auf dem Hofer Filmfest Premiere feierte und von der Kritik hoch gelobt wurde. Kurz nach der Nominierung von "Axolotl Roadkill" waren Plagiatsvorwürfe bekannt geworden: Hegemann hatte Textstellen von dem Blogger Airen übernommen, ohne dies kenntlich zu machen. Trotzdem hielt die Jury an ihrer Entscheidung fest. Die Juryvorsitzende Verena Auffermann erklärte dazu bei der Preisverleihung, man entscheide nach ästhetischen, nicht nach juristischen Kriterien. Hegemann selbst sagte dazu bei der vorherigen Vorstellung der Nominierten, sie werde demnächst wohl Jury studieren und hatte damit die Lacher auf ihrer Seite.

Wie zu erwarten war, ging der Preis dennoch nicht an Hegemann, sondern an Georg Klein, dessen "Roman unserer Kindheit" eine Coming of Age-Geschichte in Süddeutschland erzählt. Weitere Preise gingen an Ulrich Raulff für sein Buch "Kreis ohne Meister" über den Dichterkreis um Stefan George und an Ulrich Blumenbach für seine Übersetzung des Romans "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace. Schon unter den insgesamt 15 Nominierungen waren nur vereinzelte Frauen. Im Bereich Belletristik war neben Hegemann Anne Weber mit ihrem Roman "Luft und Liebe" nominiert, unter den Sachbuchautoren war keine Frau, im Bereich Übersetzungen waren Grete Osterwald ("Waltenberg" von Hédi Kaddour) und Rosemarie Tietze ("Anna Karenina" von Lew Tolstoi) nominiert.

Auf den Lesungen waren dafür zahlreiche spannende Autorinnen zu erleben. Eine Entdeckung ist die junge Lyrikerin und Prosaschriftstellerin Ulrike Almut Sandig, die auf mehreren Bühnen aus ihrem aktuellen Band "Flamingos" las. Die Kurzgeschichtensammlung erzählt in präziser und poetischer Sprache von Kindheit und Erinnerung, verbindet Reales und Surreales, Sandig zu hören, war ein großartiges Erlebnis – was leider nicht von allen Lesungen gesagt werden kann.

Am Stand der israelischen Botschaft wurde ein umfangreiches Programm geboten. Neben der Jerusalemer Autorin Mira Magén, die ihr neues Buch "Die Zeit wird es zeigen" vorstellte, waren unter anderem auch der junge Autor Nir Baram mit seinem Roman "Der Wiederträumer" und Asaf Schurr mit "Motti" zu hören. Leider hatten die SchauspielerInnen, die die Übersetzungen der Werke lasen, sich anscheinend kaum mit den Texten auseinandergesetzt. Ihnen zuzuhören, war weniger angenehm als die anschließenden Gespräche mit den AutorInnen.

Ein Schwerpunkt der Leipziger Buchmesse ist traditionell die Literatur aus Osteuropa. Zahlreiche Veranstaltungen widmeten sich der Auseinandersetzung mit der Wende in Europa vor 20 Jahren. So wurde der ungarische Autor Györgi Dalos mit dem "Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung" ausgezeichnet. Die österreichische Prosaautorin und Dramatikerin Katrin Röggla, die auch mit ihrem Buch "die alarmbereiten" vertreten war, las gemeinsam mit dem kosovarischen Schriftsteller Jeton Nesiraj aus ihrem Briefwechsel "Pizza Unmik", der sich mit dem Wirken der NGOs im Kosovo auseinandersetzt.

Natürlich waren auch – leider vor allem deutsche - Stars wie die Nobelpreisträgerin Herta Müller, Friedrich Christian Delius und Günter Grass vertreten.

Ergänzt wurde das Programm durch ein umfangreiches Angebot für Kinder und Jugendliche (die kostümierten Mangafans waren nicht zu übersehen), einen thematischen Schwerpunkt zum Hörbuch und Diskussionen und Fortbildungen für LehrerInnen und das Fachpublikum.

AVIVA-Tipp: Nicht verpassen: Die Buchmesse 2011 findet vom 17. – 20. März 2011 statt. Schwerpunkt wird Serbien sein.

Die Leipziger Buchmesse im Netz:
www.leipziger-buchmesse.de


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Beitrag vom 20.03.2010

Claire Horst 






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KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

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KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
Mehr zum Film, der Trailer und Kinotour unter: www.filmkinotext.de/kinder-der-hoffnung.html

MITRA. Kinostart: 18.11.2021

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MITRA
Inspiriert vom Schicksal seiner Familie erzählt Regisseur Kaweh Modiri die Geschichte der Iranerin Haleh, die 37 Jahre nach der Hinrichtung ihrer Tochter die Frau wieder trifft, die sie dafür verantwortlich macht. Paraderollen für Jasmin Tabatabai, Shabnam Tolouei und Singer-Songwriter Mohsen Namjoo, der auch die Filmmusik komponierte.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/mitra

Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

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Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

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Zuhurs Töchter
Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/ zuhurstoechter

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris

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Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris
Biografische Porträts der Fotokünstlerinnen, Porträtfotografinnen und Fotoreporterinnen Marianne Breslauer, Gisèle Freund, Dora Maar und Lee Miller im Paris der 1920er und 1930er Jahre.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.ebersbach-simon.de

Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Roamers – Follow your Likes, Kinostart: 22. Juli 2021

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 Roamers – Follow your Likes
Der Dokumentarfilm ROAMERS erzählt von der Suche "Digitaler Nomaden" auf der Jagd nach dem nächsten, perfekten Moment nach Sinn und Halt in einer neuen, digitalen Welt unzähliger Möglichkeiten.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour in Anwesenheit der Regisseurin Lena Leonhardt unter: www.camino-film.com/filme/roamers

Dear Future Children. Ab 14. Oktober 2021 im Kino

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Dear Future Children
Drei Länder, drei Konflikte, drei Frauen und ein ähnliches Schicksal: Doch sie haben nicht vor aufzugeben: Hilda in Uganda, Rayen in Santiago de Chile, und Pepper in Hongkong. Sie kämpfen weiter. Für ihre und unsere zukünftigen Kinder.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour unter: www.camino-film.com/filme/dearfuturechildren

Iris Schürmann-Mock – Frauen sind komisch. Kabarettistinnen in Porträt

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Iris Schürmann-Mock - Frauen sind komisch
Liesl Karlstadt, Valeska Gert, Maren Kroymann, Carolin Kebekus ... In zehn ausführlichen und fünfzig kurzen Porträts stellt die Journalistin und Autorin die Königinnen der Kleinkunst vor. Ihre Disziplinen: Comedy, Poetry Slam, Tanz, Pantomime, Chanson, Rap.
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fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen

Walter Kaufmann – Welch ein Leben! Bundesweiter Kinostart am 30.9.21

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Walter Kaufmann. Welch ein LebenDie Lebensgeschichte des jüdischen Schriftstellers und Korrespondenten Walter Kaufmann vom Kindertransport nach Großbritannien über die DDR und um die ganze Welt erzählt dieser berührende Film.
Alle Infos, der Trailer und Termine unter: www.walterkaufmannfilm.de


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