Corinna Harfouch inszeniert Der Schmerz nach Marguerite Duras am Deutschen Theater - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kunst + Kultur Kultur live



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 12.04.2010


Corinna Harfouch inszeniert Der Schmerz nach Marguerite Duras am Deutschen Theater
AVIVA-Redaktion

Im Frühling 1945, in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges, wartet Marguerite Donnadie in Paris auf die Rückkehr ihres Mannes aus einem deutschen Konzentrationslager. Die junge Autorin...




... wird ein paar Jahre später unter dem Namen Marguerite Duras als Verfasserin des Drehbuchs "Hiroshima, mon amour" weltberühmt werden.

Am 29. Mai 2010 findet am Deutschen Theater die Berlin-Premiere von Duras "Der Schmerz" statt. Als Regisseurin und Darstellerin hat sich Corinna Harfouch mit dem zehrenden Warten und der Ungewissheit einer jungen Frau beschäftigt, die nicht weiß, ob ihr Ehemann Robert lebend aus dem Krieg zurück kommen wird.

Marguerite Donnadie und ihr Mann Robert Antelme waren beide Mitglieder einer französischen Widerstandsgruppe, die unter der Leitung von François Mitterrand arbeitete. Im Juni 1944 wurde Robert verhaftet und anschließend nach Deutschland deportiert. Als er ausgehungert, krank und traumatisiert aus dem Konzentrationslager zurück kommt, ist er nicht fähig, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er und seine Frau Marguerite sind sich fremd geworden, sein Überlebenskampf als Mensch in der Nachkriegsgesellschaft beginnt erst nach seiner Rückkehr. Duras Tagebuchaufzeichnungen, die erst 1985 veröffentlicht wurden, dokumentieren ihre persönliche Erfahrung und zeichnen gleichzeitig das Portrait einer Generation, die lernen muss, mit den Verbrechen der Nazidiktatur zu leben, ohne sie zu verdrängen. Mit faszinierender Klarheit beschreibt Marguerite Duras das ganz persönliche Martyrium jener Wochen des Wartens und Hoffens am Ende des Krieges.

© Sonja Rothweiler: Annette C. Daubner, Corinna Harfouch, Anna-Luise Recke, Johannes Gwisdek


Marguerite Duras wurde am 4. April 1914 in Gia Dinh, Vietnam geboren und verließ das damalige Französisch-Indochina 1932 mit 17 Jahren, um in Paris Mathematik, später Jura und Politikwissenschaften zu studieren. 1940 wurde sie Mitglied einer französischen Widerstandsgruppe von BuchhändlerInnen. Dort lernte sie auch den späteren französischen Präsidenten François Mitterrand und ihren späteren Ehemann Robert Antelme kennen. In den 1950ern protestierte sie gegen die Behandlung von SchriftstellerInnen in der Sowjetunion, was zu ihrem Parteiausschluss führte. Duras thematisiert in ihren sehr persönlich gefärbten Texten auch Tabus, wie die Liebesbeziehungen französischer Frauen während der Besatzungszeit mit deutschen Soldaten. Duras verfasste zahlreiche Romane, Hörspiele ,Drehbücher und Theaterstücke und begann Ende der 1960er selbst Regie zu führen. Am 3. März 1996 starb Marguerite Duras in Paris.

© Sonja Rothweiler: Anna-Luise Recke, Corinna Harfouch


Regisseurin Corinna Harfouch gehört zu den wichtigsten Bühnen- und Filmdarstellerinnen Deutschlands. Sie studierte an der Ostberliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Nach der Wende 1989 war sie zunächst am Deutschen Theater in Berlin tätig, wechselte dann zur Volksbühne, wo sie eine der wichtigsten Protagonistinnen des Intendanten Frank Castorf wurde. Harfouch erhielt zahlreiche nationale und internationale Preise und Auszeichnungen, u.a. den "Europäischen Filmpreis" (1990), den "Adolf-Grimme-Preis" (1997) und die "Goldene Kamera" als beste deutsche Schauspielerin (2007). Weitere Infos unter: corinna-harfouch.de

"Der Schmerz" ist eine Koproduktion mit dem Schauspiel Stuttgart. Berlin-Premiere war am 29. Mai 2010, 20:00 Uhr im Deutschen Theater. Weitere Termine: 09. Juni 2010, 19.30 - 21.00 Uhr, 10. Juni 2010, 19.30 - 21.00 Uhr, 22. Juni 2010, 19.30 - 21.00 Uhr, 23. Juni 2010, 19.30 - 21.00 Uhr

Weitere Infos finden Sie unter:

www.deutschestheater.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Interview mit Corinna Harfouch

Marguerite Duras Retrospektive in 2004


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Beitrag vom 12.04.2010

AVIVA-Redaktion 






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