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AVIVA-BERLIN.de im März 2021 - Beitrag vom 19.05.2015


Yasmine Hamdan
Clarissa Lempp

Das Best Of des Beiruter Musikduos SOAPKILLS, Yasmine und Zeid Hamdan, erscheint endlich auch hierzulande - und überzeugt mit einem feinen Fusion-Mix aus Dub, Trip-Hop und arabischen Klangwelten




SOAP KILLS gelten in ihrer Heimatstadt Beirut als Underground-Ikonen. Bereits in ihrer Schulzeit begannen Yasmine Hamdan und Zeid Hamdan mit Einflüssen und Gesangstechniken der arabischen Musikkultur und elektronischen Klängen zu experimentieren. Mit "Bater" eroberten sie 2001 die junge Kunst-Szene im Nachkriegs-Libanon und wurden mit den nachfolgenden Alben weitläufig in arabisch-sprachigen Regionen und darüber hinaus bekannt. Der Name SOAPKILLS entstand dabei aus einem Song, der auf den Versuch anspielt, sich von den Kriegsgeschehen "reinwaschen" zu können.

Yasmine Hamdans Umzug nach Paris beendete das Projekt. Zeid blieb im Libanon und arbeitet dort heute noch als Produzent. Yasmine widmete sich erfolgreich ihrer Solo-Karriere. Coco Rosie oder Marc Collin von Nouvelle Vague sind nur zwei der bekannten KollaborateurInnen in Yasmine Hamdans Vita. Dem Fernsehkrimi "Tatort" lieh sie einen Titel aus ihrem 2013 erschienen Album "Ya Nass" und landete prompt in den deutschen Albumcharts. Mit ihrem Auftritt in Jim Jarmuschs Vampir-Film "Only Lovers Left Alive" zog sie - als geheimnisvolle Sängerin in der marokkanischen Nacht - endgültig internationale Aufmerksamkeit auf sich. Umso schöner ist es daher, dass in diesem Zuge auch die alten Arbeiten mit Zeid Hamdan ein breiteres Publikum finden.

Für die Zusammenstellung des "Best Of" haben sich die beiden Hamdans, die übrigens nur befreundet und nicht verwandt sind, zusammengesetzt. Dabei entstand eine Auswahl von bekannten Tracks sowie zweier bisher unveröffentlichten Songs. Neben dem bereits erwähnten Debüt "Bater", stammen die Titel von den Alben "Cheftak" (2002) und "Enta Fen" (2005). Vom Album "Cheftak" ist auch der gleichnamige Titel entnommen, der hier zum ersten Mal in einer lässigen "Paris Version" zu hören ist. Auch das geschmeidige "Wadih", das ebenfalls an die französischen Easy Listening Klänge der 1990er anschließt, ist bisher unveröffentlicht. Die ersten Songs der Best Of Liste bewegen sich im Trip Hop Bereich, während spätere Tracks wie "Souleyma" oder "Manni 2elak" eher im Dub-Spektrum zuhause sind. Dazwischen finden sich sanfte, folkige Stücke wie "Kasdoura" oder die Ballade "Galbi".

Über allem schwebt der musikalische Einfluss von Bands wie Massive Attack oder Portishead, der aber durch die Samples traditioneller Songstrukturen und Hamdans ausgeklügeltem Gesang nur eine Orientierung und keine Schablone ist. Wie vielseitig SOAPKILLS agieren können, zeigen auch Stücke wie "Marco Slow", bei dem sich ein funky Mix aus arabischen Instrumenten entspinnt. Yasmine Hamdan singt in verschiedenen arabischen und libanesischen Dialekten und mischt auch mal einen englischen Begriff unter, um ihre Botschaft zu konkretisieren. Neben klassischen Liebesliedern, sind das auch Songs über Leben und Freiheit im Nachkriegs-Libanon.

AVIVA-Tipp: Das SOAPKILLS nicht nur für die Beiruter Kunstszene, sondern tatsächlich auch für einen in Cannes prämierten Film ("Divine Intervention") den Soundtrack lieferten, kommt nicht von ungefähr. Jeder Song entwirft eine eigene Atmosphäre – mal wehmütig, mal cool, mal optimistisch im Takt klatschend. Ein spannendes Musikprojekt, das es mit dieser feinen Auswahl zu entdecken gilt.

SOAPKILLS
The Best Of Soapkills

Label: Crammed (Indigo)
ASIN: B00VAPIIX0
VÖ: 15.05.2015

Homepage von Yasmine Hamdan: www.yasminehamdan.com

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Beitrag vom 19.05.2015

Clarissa Lempp 






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