Barbara Morgenstern - Doppelstern - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kunst + Kultur Music



AVIVA-BERLIN.de im September 2021 - Beitrag vom 11.02.2016


Barbara Morgenstern - Doppelstern
Christina Mohr

Schon ein paar Monate sind seit der Veröffentlichung von Barbara Morgensterns aktuellem Album "Doppelstern" ins Land gezogen. Doch die Musik der Berlinerin ist ja zeitlos, und die akustischen Doppelsterne strahlen auch im Frühling 2016 hell und warm.




Wofür frau/man Barbara Morgenstern aufrichtig bewundern kann, ist, wie sie im Lauf der Jahre mit ihrer unaufdringlichen, zarten Musik zur festen Größe hiesigen Elektrosounds geworden ist, oder anders: eine ganz maßgebliche Künstlerin in dieser "Sparte" wurde. Sanft, aber bestimmt fordert sie Aufmerksamkeit ein, sie singt und musiziert leise, damit ihr zugehört wird (zumindest auf Platte, dass sie live ganz schön auf den Putz haut, ist ja bekannt) – und frau/man hört ihr zu. Morgensterns letztes, dabei erstes englischsprachiges Album hieß "Sweet Silence", wie passend.

Die neue Platte "Doppelstern" ist eine Kooperation mit vielen Freundinnen und Freunden, beziehungsweise: ein sparten- und länderübergreifendes Experiment in elf Tracks. Barbara Morgenstern ist sozusagen der Fixstern dieses Projekts, wobei sie in den verschiedenen Konstellationen mal Sonne oder Schnuppe oder beides gleichzeitig ist, um im astronomischen Bild zu bleiben. Doppelsterne korrespondieren miteinander, auch wenn sie Lichtjahre voneinander entfernt sind – so ist es auch auf diesem Album. Als musikalische PartnerInnen, Gegenpole oder Spiegelsterne hat Barbara Morgenstern zum Beispiel Julia Kent eingeladen, Richard Davis, Marco Haas alias T. Raumschmiere, die Kolumbianerin Lucrecia Dalt oder die japanische Elektromusikerin Coppé.

Erstaunlicherweise gelingt es tatsächlich, dass die unterschiedlichen stilistischen Ansätze und "Alleinstellungsmerkmale" der geladenen Gäste erhalten bleiben, und dass doch jeder Track unverkennbar ein Morgenstern-Stück ist. So wird es im Duett mit Tonia Reeh a.k.a. Monotekktoni lyrisch drastisch: "Schieß den Bock" ist erstmal ein ungewöhnlicher Titel für einen Morgenstern-Song, aber wie bei allen anderen Doppelsternen dieses Albums fügen sich hier divergierende Ansätze zu einem schillernden, dynamischen Mini-Universum. Es gibt natürlich Kooperationen, die von vornherein, quasi ohne dass man sie gehört hat, perfekt und passend erscheinen: Barbara mit ihrer Labelchefin Gudrun Gut zum Beispiel: "Too Much" heißt das Stück und ist eine Monika-Enterprise par excellence. Streng raunt Gut: "He drinks too much", oder "you´re not focused enough" – aber das Stück hat Humor und Wärme, wie im Grunde alle Monika-Veröffentlichungen. Eindrucksvoll: "Meins sollte meins sein" – Hauschka bearbeitet sein präpariertes Klavier, ganz unverkennbar, und Morgenstern, die ja gern behauptet, dass ihre Lyrics nur Nebensache seien, singt einen ihrer besten Texte überhaupt. Der geheime Hit des Albums aber ist "Übermorgen", ein ganz zauberhafter Disco-Chanson mit Justus Köhncke: In diesem sehnsuchtsvollen, romantischen, soft tanzbaren Track leuchtet die Idee des Doppelsterns am Hellsten.

AVIVA-Tipp: Barbara Morgenstern ist ein Phänomen, an dem sich immer wieder neue Facetten entdecken lassen – bei gleichzeitig hohem Wiedererkennungswert. Elektro klingt nirgends so sanft und bestrickend wie bei ihr.

Barbara Morgenstern
Doppelstern

CD 2015, 11 Tracks, Label: Monika


Barbara Morgenstern im Netz:

www.barbaramorgenstern.de

www.m-enterprise.de

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Barbara Morgenstern - Sweet Silence

Barbara Morgenstern - The Grass is always greener (2006)

Weiterlesen auf AVIVA:

Wir sind jetzt - Frontfrauen im deutschen Pop

Bleib Gold, Mädchen

Interview mit Gudrun Gut









Kunst + Kultur > Music

Beitrag vom 11.02.2016

Christina Mohr 






AVIVA-News bestellen
  AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter



Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

. . . . PR . . . .

Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen

Walter Kaufmann – Welch ein Leben! Bundesweiter Kinostart am 30.9.21

. . . . PR . . . .

Walter Kaufmann. Welch ein LebenDie Lebensgeschichte des jüdischen Schriftstellers und Korrespondenten Walter Kaufmann vom Kindertransport nach Großbritannien über die DDR und um die ganze Welt erzählt dieser berührende Film.
Alle Infos, der Trailer und Termine unter: www.walterkaufmannfilm.de

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris

. . . . PR . . . .

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris
Biografische Porträts der Fotokünstlerinnen, Porträtfotografinnen und Fotoreporterinnen Marianne Breslauer, Gisèle Freund, Dora Maar und Lee Miller im Paris der 1920er und 1930er Jahre.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.ebersbach-simon.de

Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Roamers – Follow your Likes, Kinostart: 22. Juli 2021

. . . . PR . . . .

 Roamers – Follow your Likes
Der Dokumentarfilm ROAMERS erzählt von der Suche "Digitaler Nomaden" auf der Jagd nach dem nächsten, perfekten Moment nach Sinn und Halt in einer neuen, digitalen Welt unzähliger Möglichkeiten.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour in Anwesenheit der Regisseurin Lena Leonhardt unter: www.camino-film.com/filme/roamers

Iris Schürmann-Mock – Frauen sind komisch. Kabarettistinnen in Porträt

. . . . PR . . . .

Iris Schürmann-Mock - Frauen sind komisch
Liesl Karlstadt, Valeska Gert, Maren Kroymann, Carolin Kebekus ... In zehn ausführlichen und fünfzig kurzen Porträts stellt die Journalistin und Autorin die Königinnen der Kleinkunst vor. Ihre Disziplinen: Comedy, Poetry Slam, Tanz, Pantomime, Chanson, Rap.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.aviva-verlag.de


Kooperationen

GEDOK-Berlin
Paula Panke
RuT - Rad und Tat e.V.
Begine