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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 03.03.2016


Nive Nielsen & The Deer Children – Feet First
Annika Hüttmann

Die Künstlerin und ihre Band schlagen selbst die Labels "Snow Songs" und "Inuit Indie" als Umschreibung ihrer Musik vor. Was erst durch das Anhören ihrer Alben deutlich wird ist jedoch, dass...




...dies vielleicht die Konstanten, keinesfalls jedoch die Bandbreite ihrer Songs beschreibt.


Wer gerne in Schubladen denkt wird an Nive Nielsen & The Deer Children wohl verzweifeln müssen. Denn ja, sie stammen aus Nuuk in Grönland. Feet First wurde jedoch - wie auch ihr Debütalbum – an vielen verschiedenen Orten der Welt aufgenommen. Und ja, Nive Nielsens Lieblingsinstrument ist die Ukulele, ihre Biografie ist jedoch durchaus beeindruckender als die Größe dieses Instruments.
Unter anderem lassen sich dort eine Rolle in einem Hollywood Film, ein Auftritt vor der dänischen Königin und ein IMA Independent Music Award finden. Spätestens bei der Musik ist es jedoch Zeit, sich von simplen Einordnungen zu verabschieden und die Reise, auf die mensch auf diesem Album geschickt wird, einfach zu genießen.

Wie auch bei ihrem ersten Album zeugt es von einem beeindruckenden künstlerischen Talent, dass es Nive Nielsen & The Deer Children gelingt, eine solch große Anzahl an Instrumenten, Rhythmen, Gastmusiker_innen und Ideen zu einem wunderbar stimmigen Ganzen zu vereinen und es auch noch leicht wirken zu lassen. Feet First klingt mal experimentell und jazzig, mal (für manche vielleicht etwas zu) kindlich, dann wieder nach Post-Rock und immer wieder kommen Country-Einflüsse durch.
Nicht selten finden zwischen Anfang und Ende eines einzelnen Lieds fast unbemerkt große Veränderungen statt.
Getragen wird das Ganze von einem Gerüst aus Folk und Pop und einer eindeutigen Freude am Musikmachen.
Dass große Teile des Albums in den USA entstanden sind, ist unüberhörbar, aber nicht auf die Art, wie manche Künstler_innen versuchen, sich einem amerikanischen Mainstream anzupassen. Die Einflüsse aus Jazz, Coutry und Folk lassen zwar immer wieder Bilder von Amerika aufflackern, es fühlt sich jedoch irgendwie so an, als würde mensch diese durch eine grönländische Brille sehen.

Feet First ist nicht interessant, weil es aus Grönland kommt, welches nach der Antarktis die geringste Bevölkerungsdichte der Welt hat. Sondern, weil es ein sehr gelungenes Album ist. Trotzdem ist es schön, dass es aus Grönland stammt und sich die Künstlerin immer wieder auf ihre Wurzeln bezieht. Unter den zwölf Songs des Albums, von denen elf aus Nielsens Feder stammen, finden sich auch zwei Lieder mit grönländischem Text.
Eine kleine Erinnerung an die Welt, dass dieses Land mehr ist als Heimat eines romantisierten "Eskimos" oder eine ehemalige Kolonie Dänemarks.

AVIVA-Tipp: "Feet First" von Nive Nielsen & The Deer Children ist ein sehr abwechslungsreiches Folk-Pop Album, das Spaß macht und immer wieder überrascht. Es ist schwer, sich nicht ein bisschen zu verlieben.

Nive Nielsen & The Deer Children
Feet First

Label/Vertrieb: Glitterhouse/Indigo
VÖ: 20.11.2015

Mehr Infos auf der Offiziellen Bandwebsite: www.niveandthedeerchildren.com

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Nive Nielsen & The Deer Children – Nive Sings

Keren Ann – Keren Ann

Agnes Obel - Philharmonics






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Beitrag vom 03.03.2016

Annika Hüttmann 






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