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AVIVA-BERLIN.de im November 2020 - Beitrag vom 03.05.2019


Danielle de Picciotto – Deliverance
Christina Mohr

Danielle de Picciottos zweites Soloalbum erzählt von Befreiung und Erlösung – aber auch von Chaos und Bedrohung. Danielle de Picciotto ist eine der produktivsten Künstlerinnen hierzulande: Das mit ihrem Ehemann Alexander Hacke aufgenommene Meditationsalbum "Joy" erschien im vergangenen Jahr, 2017 veröffentlichte sie "Leise Fäden", eine Gemeinschaftsproduktion mit der Kölner Elektro-Künstlerin Sonae.




De Picciottos Veröffentlichungsliste ist lang, seit den frühen 1990ern ist sie an den unterschiedlichsten multimedialen Projekten beteiligt – doch ihr erstes Soloalbum "Tacoma" brachte sie erst 2015 heraus, benannt nach ihrer Geburtsstadt im US-Staat Washington.

Die neue Platte "Deliverance" steht ganz unter dem Einfluss aktueller Entwicklungen und auch Bedrohungen. Themen wie Migration, ökologische Desaster und religiöse Bilder bestimmen De Picciottos Lyrics, die in ihrer charakteristischen Mischung aus Storytelling/Spoken Word und abstrakter elektronischer Musik in Kombination mit Autoharp und Violine einen suggestiven, sakralen Sog entwickeln. Manchmal klingt sie ganz heiter und hoffnungsvoll, wie in "My Secret Garden", dann wieder verzweifelt wie "Die Wüste meiner Seele". De Picciotto ist eine faszinierende Erzählerin, die mit ihrer Stimme ebenso arbeitet wie mit den Instrumenten und sich selbst als Texterin zunehmend mehr vertraut. War "Tacoma" weitgehend instrumental gehalten, wirkt "Deliverance" eher wie ein Hörspiel, das ganze Aufmerksamkeit einfordert. Die einzelnen Tracks wirken wie Kapitel in einem Buch oder Akte eines Dramas. "Als tanzte Laurie Anderson mit This Mortal Coil", beschreibt das Presseinfo De Picciottos Musik und beschreibt die Atmosphäre damit sehr treffend: Düster und ahnungsvoll, aber auch spielerisch und experimentell klingen die Stücke, erdverbunden und magisch zugleich.

Wie alle ihre Produktionen handelt "Deliverance" vom Unterwegssein, vom Reisen. Ganz konkret, wenn sie davon berichtet, wie leicht ihr Gepäck sein muss, aber auch als diffus über allem schwebende Idee: Vor einigen Jahren gaben De Picciotto und Alexander Hacke ihre Wohnung in Berlin auf, um fortan als Nomaden um die Welt zu ziehen – Berlin ist zwar immer wieder Anlaufpunkt, doch die Eindrücke aus buchstäblich aller Welt fließen in ihre Arbeit ein, die bei De Picciotto nicht auf Musik und Text begrenzt ist: Dem Album sind 24 Zeichnungen beigelegt, weil das Londoner Label Louder Than War Danielle De Picciotto in ihrer kreativen Gesamtheit präsentieren möchte – eine großartige Idee.

AVIVA-Tipp: Wie persönliche Betroffenheit über Chaos und Zerstörung in Kunst transformiert werden kann, zeigt Danielle De Picciotto auf ihrem zweiten Soloalbum "Deliverance" – frau folgt ihr fasziniert.

Danielle De Picciotto
Deliverance (Louder Than War)

CD/Download, 10 Tracks plus 24 Illustrationen, VÖ: 15.5.19

Danielle de Picciotto im Netz: www.danielledepicciotto.com

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Danielle de Picciotto & Sonae - Leise Fäden
Danielle de Picciotto und Sonae sind eigentlich Solokünstlerinnen, beide veröffentlichen ihre Musik auf Gudrun Guts Label Monika Enterprise. Das Minialbum "Leise Fäden" ist ihre erste gemeinsame Produktion. (2017)

Danielle de Picciotto – Tacoma
Atmosphäre, das könnte ein Schlüsselbegriff für all die Projekte sein, an denen Danielle de Picciotto mitgewirkt oder die sie ins Leben gerufen hat. In ihrem gezeichneten Buch "We are Gypsies now" ging es unter anderem um die Atmosphären verschiedener Städte, und in ihrem autobiografischen Roman "The Beauty of Transgression" zeichnete sie die Atmosphäre des alten, vergangenen West-Berlin nach. (2015)

AVIVA-Interview mit Danielle de Picciotto – We are Gypsies now
We are Gypsies Now – Der Buchtitel sagt alles: Die Autorin, Multimedia-Künstlerin, Musikerin und Filmemacherin de Picciotto beschreibt in ihrem kürzlich erschienenen Graphic Diary das Experiment, auf einen festen Wohnsitz zu verzichten und sich auf die Suche nach einem neuen Lebensmittelpunkt, aber auch nach dem eigenen Selbst zu begeben. (2013)

Danielle De Picciotto - The Beauty of Transgression. A Berlin Memoir
Berlin 1987. Ein Geheimtipp für alle, die sich nicht anpassen wollen. Doch schon bald kommen gewaltige Veränderungen auf die geteilte Stadt und ihre Kulturszene zu. Ein spannendes Stück Underground-Geschichte! De Picciotto beschreibt die Wende und ihre Folgen aus der Sicht einer Frau, der sich trotz zahlreicher Hindernisse immer wieder neue Möglichkeiten auftun. (2011)





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Beitrag vom 03.05.2019

Christina Mohr 






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