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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2021 - Beitrag vom 25.06.2009


Julia Marcell - It might like you
Sharon Adler

Am 12.06.2009 erschien das Debüt-Album "It might like you" der gebürtigen Polin Julia Marcell. Julia ist eine der ersten KünstlerInnen, die es geschafft hat, auf der Plattform Sellabands.com ...




...genügend Fans und Mittel zu sammeln, um ihr erstes Album unabhängig von einer großen Plattenfirma auf die Beine und in die Läden zu stellen.

"Ich bin Julia und ich schreibe Songs. Ich nenne meine Musik ´Classical-Punk´ - Klassik wegen der Absicht, die da hinter steht und Punk wegen ihrer Umsetzung. Die meisten meiner Songs sind Geschichten. Ich halte sie einfach, damit sie jeder verstehen kann, doch auch nicht zu einfach, so dass jeder sie auf seine Weise interpretiert. Da meine Lieder/ Geschichten sehr unterschiedlich voneinander sind, bevorzuge ich eine unaufdringliche Instrumentierung, und schaffe so eine gute Balance zwischen den Songs. Natürliche, echte Klänge, Holz, Streicher, das Klicken der Finger auf den Klaviertasten, Flüstern, Knacken, Atmen - das sind die Sounds die mich faszinieren."

An einem wunderschönen Sommertag im Juli 2008 stieß die Musikerin zufällig auf Sellaband.com, eine Plattform, auf der sich KünstlerInnen vorstellen können, die keinen Plattenvertrag haben. Die UserInnen der Musik-Internetseite, haben dann die Möglichkeit, Geld zu spenden. Immerhin 50.000 Dollar sind notwendig, um ein Album aufnehmen zu können. Julia hatte Glück. Nachdem sie einen Account erstellt und ihre Lieder hochgeladen hatte, war schon drei Monate später die ganze Summe beisammen. 657 Menschen aus der ganzen Welt mochten, was sie dort hörten und gaben ihr die Möglichkeit, ihre Musik professionell im Studio aufnehmen und vermarkten zu können.

Musik, so erzählt Julia Marcell, hat sie schon immer begleitet: "Um ein wenig von mir selbst zu erzählen, früher da gab es nur mich, eine Gitarre und ein großes Chaos. Ich habe wohl so um die 200 Songs darüber geschrieben und die Meisten, glücklicherweise, auch schon wieder vergessen. Musik schreiben erschien mir schon immer, irgendwie, als die packendste von allen möglichen Aktivitäten. So habe ich viel, viel Zeit mit der Aufnahme von eigenen Demos verbracht, nur um sie wegen eines Computerabsturzes zu verlieren, und sie dann wieder aufzunehmen."

Ein Klavier war das Instrument, das ihre musikalische Inspiration in neue Wege lenkte. Nachdem sie einige Jahre viel Spaß mit Aufnahmeprogrammen, Drumloops und Songwriting "nach dem Legostein-Prinzip" hatte, wurde ihr im Jahr 2006 klar, dass sie nicht länger ohne ein Klavier auskommen könne. Sie wollte auf direkterem, natürlicherem Weg Komponieren, einem Weg, in dem, wie sie selbst sagt, "die Emotionen einen größeren Einfluss haben konnten."

Fünfzigtausend Dollar in der Tasche

Gemeinsam mit einigen Freunden, talentierten StreicherInnen aus Polen, nahm Julia mit dem Produzenten Moses Schneider ihr Debutalbum auf. Musikerinnen aus Berlin schlossen sich in dieser für Julia aufregenden Zeit, dem Musikprojekt an:
"Wir nahmen die Songs live auf um die Performance in ihrer ganzen unperfekten Schönheit einzufangen, den Aufnahmeraum, quietschende Stühle, Verspieler und andere Unfälle - alles ist auf dem Album zu hören. Mir schwebte es vor etwas zu kreieren, das nicht zu offensichtlich war, sondern viel mehr Aufmerksamkeit und wiederholtes Hören belohnte. Ich nannte die Platte "It might like you", da es sich genau so verhält. Möchtest du sie dir anhören, bereite dich auf eine Begegnung vor und lasse deine Erwartungen beseite. Öffne dich und lasse die Musik in dich hinein, dann wird sie dich vielleicht mögen".

Julia Marcell im Netz: www.JuliaMarcell.com und www.myspace.com/juliamarcell

AVIVA-Tipp: Melancholisch-schön, dabei unprätentiös bis dramatisch kommen die Songs der Julia Marcell daher und machen "It might like you" damit zu einem Album, das durch seine Authentizität und Ehrlichkeit feine Stimmungen schafft, die es wert sind, wiederholt zu werden.

Julia Marcell - It might like you
Label: Sellaband. VÖ: 12.06.2009
Julia Marcell - songs, voice, piano, violin
Adam Bruderek - violin, trombone, backing vocals
Anna Caban - violin, trumpet, backing vocals
Anna Prokopczuk - viola, backing vocals
Patrycja Taradejna - cello, backing vocals
Jakob Kiersch - drums, backing vocals
13,99 Euro


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Beitrag vom 25.06.2009

Sharon Adler 






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