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AVIVA-BERLIN.de im September 2021 - Beitrag vom 21.10.2009


Rebekka Bakken - Morning Hours
Lisa Erdmann

Nach mehr als drei Jahren Pause veröffentlicht das norwegische Gesangstalent nun dreizehn neue Songs, die noch geheimnisvoller, reifer und persönlicher klingen als die vorherigen Arbeiten...




...der Ausnahmekünstlerin mit der unverkennbar sanften Stimme.

Schnell merkt Frau jedoch, dass hinter den weichen Folk- und Jazzklängen noch mehr steckt: die Sängerin ist nicht nur eine bildschöne Frau, sie ist zudem Besitzerin einer klangschönen Drei-Oktaven-Stimme, mit der sie ihren Songs eine ganz besondere, bezaubernde Note verleiht. Bis auf eine Ausnahme sind alle Lieder aus Bakkens eigener Feder und allesamt gefühlsbetonte Entspannungssongs.

1970 kam Rebekka Bakken im norwegischen Städtchen Lier in der Nähe von Oslo auf die Welt. Ihre musikalischen Familie war auf eine klassische musikalische Ausbildung der Tochter aus und legte ihr das Geige- und Klavierspielen ans Herz. Rebekka entdeckte jedoch bereits als Kind eine Vorliebe für den Gesang.
1995 zog die Musikerin nach New York und versuchte sich einen Platz in der dortigen Jazzszene zu verschaffen. Dabei traf sie auf den österreichischen Gitarristen und Komponisten Wolfgang Muthspiel, mit dem sie bald mehr als nur eine künstlerische Einheit bildete und der sie einlud, bei einigen seiner aktuellen Projekte mitzuarbeiten.

2003 wurde sie für Universal verpflichtet und bekam die Möglichkeit, im Osloer Studio ihr Debüt mit eigenem Repertoire unter dem Titel "The Art Of How To Fall" aufzunehmen. Sie kreierte ein ausgeglichenes Modern Jazz Album mit deutlichen Verweisen auf ihre einstigen SongwriterInnen-Vorbilder von Johnny Cash bis Bob Dylan, an deren Geist sie ohne zu kopieren anknüpft. Mit tiefgründigen Kompositionen zwischen Jazz, Folk und Pop spielt sie mittlerweile in der ersten Liga der Jazzvokalistinnen.

Über drei Jahre nach ihrem letzten Studioalbum hat die außergewöhnliche Künstlerin in 2009 gemeinsam mit Craig Street, der auch schon Norah Jones oder Lizz Wright produzierte, ihr bisher persönlichstes Album aufgenommen. Es entstand in einer zum Studio umgebauten Kirche in der Nähe von Woodstock und trägt den Titel "Morning Hours". Auf die Frage, was denn an den frühen Morgenstunden so besonders ist, antwortete die Künstlerin: "Dass ist jene Zeit, zu der sich der Tag noch nicht mit Impressionen angefüllt hat. Wenn dein Geist also noch jungfräulich daliegt, ein wundervoller Zustand. Alles kommt aus einem bestimmten Nichts und hat seine Geheimnisse noch nicht verloren, ich mag das wirklich gern."

Und so kommt ihr viertes, erstmals in Amerika produziertes Album mit einer Mischung aus lyrischer Kraft und jugendlicher Ausgelassenheit daher. Es klingt anders als seine Vorgänger, geheimnisvoller, ruhiger und lädt seine Hörerin zu Alltagsflucht und Entspannung ein. Die langsamen Songs klingen durchweg nach Romantik, ein bisschen Herzschmerz und viel Sehnsucht. "Das habe ich zunächst gar nicht so bemerkt. Ich mag das Album vor allem deshalb, weil seine Songs so klingen, wie ich sie geschrieben habe.", sagte die Künstlerin.

Trotz einiger Klischees über ihr Heimatland hatte die Künstlerin nie das Gefühl mit ihren Songs eine Art "Landschaftsmalerin" zu sein. Dennoch ist nicht zu leugnen, dass die langen Winter, die klare Bergluft und die mystischen Landschaften der Fjorde in ihren Werken für viele Hörerinnen wiederzuerkennen sind. Aber auch amerikanische Weite und raue Ostküsten-Motive könnten gedacht werden, der Country-Charme des Indian Summers glänzt im inneren Auge und schwingt mit Rebekkas Melodien mit.

Vor allem der Song "Powder Room Collapse" muss gelobt werden. Er erinnert an eine soulige Leela James, aber mit mehr Substanz in den Lyrics. Wunderschön kratzbürstig erzählt er, was Frauen durch den Kopf geht, wenn sie vor dem Spiegel ihr Make Up richten. Denn das kann wirklich alles sein, von ihrer finanziellen Situation bis zu der Frage "sitzen meine Haare einigermaßen?". Auch der Track "Another Mother" demonstriert den hohen Wiedererkennungswert von Rebekkas Stimme, der emotionale und feinsinnig instrumentierte Song weckt Fernwehstimmung.

Rebekka Bakken im Netz: www.rebekkabakken.com

AVIVA-Tipp: Auch wenn es reduzierter klingen mag als seine Vorgänger - Rebekka Bakken demonstriert auch mit ihrem vierten Album wieder ihren ganz persönlichen Stil balladesker Anmut, der Jazz-Bar-Ambiente mit warmen Herbstklängen vereint und so auf heilsame Weise beruhigt und zum Träumen einlädt.

Konzerttipp: Rebekka Bakken wird am 28.11.2009 in Berlin, im Quasimodo auftreten.

Rebekka Bakken
Morning Hours

Label: Emarcy Records / Universal, VÖ: Oktober 2009

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Rebekka Bakken - I Keep My Cool


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Beitrag vom 21.10.2009

Lisa Erdmann 






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