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AVIVA-BERLIN.de im November 2021 - Beitrag vom 09.02.2010


Kesha - Animal
Lisa Erdmann

Nachdem sie es sich bereits mit ihrer ersten Single "TikTok" an der Chartspitze gemütlich gemacht hat, folgt jetzt das lautstarke Debütalbum der Newcomerin. Wirklich tierisch klingt Keshas...




... "Animal" zwar nicht, kommt aber mit jeder Menge tönendem Elektro-Pop und viel pompösem Getöse daher.

Musikalisch ist die neueste Pop-Entdeckung angeblich bereits seit 2005 aktiv, erstmals Notiz nahm frau von der 22-Jährigen Kesha jedoch frühestens in 2009, als sie die Background Vocals in Flo Ridas Song "Right Round" übernahm.

Der mehr als überraschende internationale Durchbruch gelang der in Los Angeles geborenen Blondine allerdings erst kürzlich: Mit ihrer Debüt-Single "TikTok" blockiert sie in mittlerweile fünf Ländern Platz Eins der Charts, kann sich erstaunlicherweise mit mehr als 610.000 verkauften Downloads schmücken und bricht darüber hinaus auch noch den Radio-Rekord von Sängerin Lady Gaga - im Gegensatz zu Kesha sollte es Miss Gaga jedoch ein Leichtes sein, ihren Charterfolgen einen weiteren Nummer Eins Titel anzuhängen.

Bei so viel newcomerischer Leistungsbereitschaft schaut frau lieber noch einmal genauer hin, wer oder was da eigentlich so unüberhörbar aus den heimischen Boxen und Radios dröhnt. Kesha Rose Sebert wuchs mit ihren zwei Brüdern in Los Angeles, später dann in Nashville, Tennessee auf und begleitete ihre musikalische Mutter regelmäßig zu Aufnahmen in Tonstudios – das Musikerinnen-Gen wurde ihr gewissermaßen in die Wiege gelegt. Da der Erfolg der Mutter jedoch nur mäßig blieb, war Keshas Kindheit die meiste Zeit von Sozialhilfe und Essensmarken bestimmt.

Mit siebzehn brach sie die Schule ab und wurde vom Produzentenduo Dr. Luke und Max Martin entdeckt und promoted. Vor zwei Jahren schmuggelte sie sich dann in das Haus von Popgröße Prince, um ihm ihr Demotape in die Hand zu drücken. Daraus geworden ist nichts – aber das tut Keshas penetrantem Erfolg offensichtlich keinen Abbruch.

Was die Neuentdeckung mit ihrem Erstlingswerk "Animal" vorlegt, ist eine unterhaltende bis quälende Mixtur aus krachendem Electro-Pop, bassreichem Eurodance, ein wenig HipHop und zeitweise lästigem Teenie-Gequängel, welches eindeutig eher zur Kategorie "selten" als zur Abteilung "schön" gezählt werden kann. Individualität besitzt Kesha mit ihrem tierischen Sound allemal – ob positiv oder negativ kann hingegen nicht so leicht entschieden werden.

Eröffnet wird das wilde Tier der Amerikanerin mit noch recht gut gemixtem Pop. In "Your Love Is my Drug" stellt Kesha zwar nicht ihre facettenreiche Stimme, dafür aber noch ihr Gespür für die richtigen Takte unter Beweis. Der animierende Bass lässt nicht nur die Sängerin ihren Kopf gegen die Wand schlagen, sondern lädt auch zum Tanzen ein.

"TikTok", der zweite Titel des Albums, gibt weitere Auskunft über die Pop-Prinzessin. Morgens fühlt sie sich angeblich des Öfteren wie P. Diddy, putzt sich die Zähne am liebsten mit Jack Daniels und feiert bis zum Morgengrauen - der Song klingt nach feierlustigem Größenwahn, lädt aber noch zum Mithüpfen ein.

Dass Miss Sebert leider auch auf schranzigen Technosound steht, wird spätestens bei ihrem dritten Song "Take It Off" deutlich. Es kracht, rumst und scheppert und erinnert nur in den guten Minuten mehr an die Up-Tempo-Songs der Black Eyed Peas als an die musikalischen Todsünden der Love Parade. Die zwei Perlen des Albums bleiben der Mid-Tempo-Titel "Stephen" und das balladesk anmutende "Hangover", bei denen die Frau mit der Vorliebe für Klamotten aus der Kleiderspende ihre etwas ruhigere, sanftere Seite präsentiert und ein bisschen mehr aus ihrer sonst eher flachen Stimme herausholt.

Kesha will zeigen, was sie kann und packt neben all dem stromgeladenen Einheitsbeat auch noch ihre Rap- und Rock-Künste aus. Sie gibt sich dirty, frech und wild und überzeugt mal mehr, mal weniger. Egal ob sie lautstark zur "Party At A Rich Dude`s House" oder hämmernd zum "Dancing With Tears In My Eyes" einlädt – Kesha begibt sich immer wieder auf den Drahtseilakt zwischen Necken und Nerven, zwischen An- und Abtörnen der HörerInnenschaft.

Kesha im Netz: www.keshasparty.com

AVIVA-Berlin Fazit: Trotz der ein oder anderen güldenen Nadel im musikalischen Heuhaufen des Albums "Animal" bleibt dieser Longplayer leider reine Geschmackssache. Welcher Hörerin eine elektronisierte Stimme und hämmernde Beats nichts anhaben können, für die ist das "Animal" die Entdeckung des Jahres 2010. Wer handgemachte Musik mit Herz und Verstand liebt, kommt bei Keshas Debüt leider nicht auf ihre Kosten.


Kesha
Animal

Label: Sony Music, VÖ: Februar 2010



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Beitrag vom 09.02.2010

Lisa Erdmann 






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KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

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KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
Mehr zum Film, der Trailer und Kinotour unter: www.filmkinotext.de/kinder-der-hoffnung.html

MITRA. Kinostart: 18.11.2021

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MITRA
Inspiriert vom Schicksal seiner Familie erzählt Regisseur Kaweh Modiri die Geschichte der Iranerin Haleh, die 37 Jahre nach der Hinrichtung ihrer Tochter die Frau wieder trifft, die sie dafür verantwortlich macht. Paraderollen für Jasmin Tabatabai, Shabnam Tolouei und Singer-Songwriter Mohsen Namjoo, der auch die Filmmusik komponierte.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/mitra

Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

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Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

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Zuhurs Töchter
Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/ zuhurstoechter

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Biografische Porträts der Fotokünstlerinnen, Porträtfotografinnen und Fotoreporterinnen Marianne Breslauer, Gisèle Freund, Dora Maar und Lee Miller im Paris der 1920er und 1930er Jahre.
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Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Roamers – Follow your Likes, Kinostart: 22. Juli 2021

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Der Dokumentarfilm ROAMERS erzählt von der Suche "Digitaler Nomaden" auf der Jagd nach dem nächsten, perfekten Moment nach Sinn und Halt in einer neuen, digitalen Welt unzähliger Möglichkeiten.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour in Anwesenheit der Regisseurin Lena Leonhardt unter: www.camino-film.com/filme/roamers

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Drei Länder, drei Konflikte, drei Frauen und ein ähnliches Schicksal: Doch sie haben nicht vor aufzugeben: Hilda in Uganda, Rayen in Santiago de Chile, und Pepper in Hongkong. Sie kämpfen weiter. Für ihre und unsere zukünftigen Kinder.
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