Katherine Jenkins - Believe - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kunst + Kultur Music



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 25.03.2010


Katherine Jenkins - Believe
Lisa Erdmann

Wer Katherine Jenkins nicht kennt und nur das Cover ihres neuesten Werkes sieht, könnte die 29-Jährige Waliserin leicht als blondiertes Popsternchen abtun. Dass frau damit mehr als falsch liegt,...




...stellt sich glücklicherweise bereits beim Erklingen der ersten Takte von "Believe" heraus.

Der klassischen Musik mangelt es an Nachwuchs - zumindest auf Seiten der HörerInnenschaft. Mainstream-Pop beherrscht die Charts und der Klang eines realen Orchesters musste schon vor einiger Zeit den Instant-Sounds aus dem Computer weichen. Erfreulicherweise hat Katherine Jenkins, die Walisische Mezzosopranistin mit dem Puppengesicht die Patinnenschaft für ihr Genre übernommen und bringt auch ohne große Roben und Diva-Allüren mit ihren Klassik-Crossover-Variationen neuen Wind ins eingestaubte Operettenfach.

Dass die Musikerin mehr als nur ein hübsches Gesicht auszeichnet, hat sie mehrfach bewiesen. Sechs Nummer Eins Alben in den Klassik-Charts, die weltweit mehr als drei Millionen mal über den Ladentisch gingen und mehrere Brit Awards zählen zu den Erfolgen der im Juni 1980 in Neath, Wales geborenen Sängerin. Ihre Liebe zur Musik entdeckte Jenkins früh. Sie sang in Kirchenchören und gewann im Alter von 17 Jahren ein Stipendium der Londoner Royal Academy of Music. Ihr Studium schloss sie mit Auszeichnung ab.

Seitdem war Katherine Jenkins äußerst fleißig: auf ihr Debüt-Album "Premiere" in 2004 folgte jährlich ein neuer Longplayer. "Believe", das neueste Werk der Waliserin, wurde in England bereits in 2009 veröffentlicht, erreichte wie auch seine Vorgänger Platz Eins der Klassik-Charts und ist nun auch in Deutschland erhältlich.

Als Produzenten wählte die Sopranistin den 15-fachen Grammygewinner David Foster, der bereits Künstlerinnen wie Céline Dion und Whitney Houston zur Seite stand. Aus der kreativen Zusammenarbeit ist ein Album entstanden, auf welchem Katherine Jenkins kunstvollen Arien und weltweit bekannten Popsongs einen neuen, klassischen Anstrich verleiht.

Mit der vom Orchester getragenen Ballade "Till There Was You" leitet die Britin ihr Crossover-Experiment vorsichtig ein. Sie will ihre HörerInnenschaft nicht gleich verschrecken, sondern langsam an das musikalische Abenteuer heranführen. Ein umso größeres Wagnis geht sie mit dem Rock-Titel "Bring Me To Life", ("Evanescence", 2003) ein. Da Jenkins stimmlich dem Original ähnelt, erwartet frau insbesondere bei der Instrumentalisierung operesken Ideenreichtum - und wird ein bisschen enttäuscht. Die Mezzosopranistin bleibt auch bei ihrem zweiten Track eher zurückhaltend.

Eine Perle unter den zwölf Titeln von "Believe" ist der mittlerweile 13 Jahre alte und einst von Sarah McLachlan für den Hollywood-Schmachtstreifen "Stadt der Engel" zur Verfügung gestellte Song "In The Arms Of The Angel". Die 29-Jährige haucht dem traumhaften Titel mit butterweichem Timbre und der richtigen Prise Gefühl neues Leben ein. Die Ohren spitzen will frau auch beim sechsten Titel " The Godfather Theme", bei welchem Katherine Jenkins ihr Talent als Sopranistin ein weiteres Mal beweist.

An das gelungene "Ancora Non Sai", welches sicher auch ohne die tatkräftige Unterstützung von Andre Rieu geglänzt hätte, reiht sich eine etwas misslungene Crossover-Variante von Bob Marleys "No Woman, No Cry". Jenkins schmettert den einstigen Reggae-Hit zusammen mit Cody Carey als verträumtes, luftig leichtes Liebesduett. Der Ärger über diese Entgleisung wird glücklicherweise vom Piaf`schen "La Vie En Rose" sofort wieder entschärft. Das 1946 erstmals veröffentlichte Chanson kommt besonders klangschön daher und wird von der klassischen, von Bläsern getragenen Ballade "La Califfa" abgelöst.

Um ihrer Rolle als Klassik-Crossover-Sängerin kurz vor Schluss noch einmal gerecht zu werden, adaptiert Jenkins auch das von der Band "Queen" in 1986 für den Film "Highlander" verfasste "Who Wants To Live Forever". Trotz einiger Zweifel: Jenkins Version kann sich hören lassen. Das imposante Orchester scheint wie gemacht für diesen kraftvollen Titel und trägt die Stimme der Mezzosopranistin auf einem Silbertablett in die Gehörgänge des Publikums.

Katherine Jenkins im Netz: www.katherinejenkins.co.uk

AVIVA-Tipp: Auch wenn Katherine Jerkins mit "Believe" in modernere Gefilde eintaucht, bleibt hörbar, dass ihr Herz den großen Arien gehört. Es scheint daher kaum verwunderlich, dass vor allem die klassischen Stücke des Albums überzeugen. Die meist eher vorsichtigen Crossover-Variationen ertönen bis auf zwei Perlen eher unspektakulär, sind aber, in Anbetracht der herausragenden Stimme der Waliserin, zu verschmerzen.


Katherine Jenkins
Believe

Label: Warner, VÖ: März 2010

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Anna Netrebko - Souvenirs

Vanessa Calcagno - Traummelodien


Kunst + Kultur > Music

Beitrag vom 25.03.2010

Lisa Erdmann 






AVIVA-News bestellen
  AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter



Dear Future Children. Ab 14. Oktober 2021 im Kino

. . . . PR . . . .

Dear Future Children
Drei Länder, drei Konflikte, drei Frauen und ein ähnliches Schicksal: Doch sie haben nicht vor aufzugeben: Hilda in Uganda, Rayen in Santiago de Chile, und Pepper in Hongkong. Sie kämpfen weiter. Für ihre und unsere zukünftigen Kinder.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour unter: www.camino-film.com/filme/dearfuturechildren

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

. . . . PR . . . .

Zuhurs Töchter
Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/ zuhurstoechter

Walter Kaufmann – Welch ein Leben! Bundesweiter Kinostart am 30.9.21

. . . . PR . . . .

Walter Kaufmann. Welch ein LebenDie Lebensgeschichte des jüdischen Schriftstellers und Korrespondenten Walter Kaufmann vom Kindertransport nach Großbritannien über die DDR und um die ganze Welt erzählt dieser berührende Film.
Alle Infos, der Trailer und Termine unter: www.walterkaufmannfilm.de

Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

. . . . PR . . . .

Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris

. . . . PR . . . .

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris
Biografische Porträts der Fotokünstlerinnen, Porträtfotografinnen und Fotoreporterinnen Marianne Breslauer, Gisèle Freund, Dora Maar und Lee Miller im Paris der 1920er und 1930er Jahre.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.ebersbach-simon.de

Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Roamers – Follow your Likes, Kinostart: 22. Juli 2021

. . . . PR . . . .

 Roamers – Follow your Likes
Der Dokumentarfilm ROAMERS erzählt von der Suche "Digitaler Nomaden" auf der Jagd nach dem nächsten, perfekten Moment nach Sinn und Halt in einer neuen, digitalen Welt unzähliger Möglichkeiten.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour in Anwesenheit der Regisseurin Lena Leonhardt unter: www.camino-film.com/filme/roamers

Iris Schürmann-Mock – Frauen sind komisch. Kabarettistinnen in Porträt

. . . . PR . . . .

Iris Schürmann-Mock - Frauen sind komisch
Liesl Karlstadt, Valeska Gert, Maren Kroymann, Carolin Kebekus ... In zehn ausführlichen und fünfzig kurzen Porträts stellt die Journalistin und Autorin die Königinnen der Kleinkunst vor. Ihre Disziplinen: Comedy, Poetry Slam, Tanz, Pantomime, Chanson, Rap.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.aviva-verlag.de

fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen


Kooperationen

GEDOK-Berlin
Paula Panke
RuT - Rad und Tat e.V.
Begine