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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 20.09.2010


Alin Coen Band - Wer Bist Du
Lisa Erdmann

Mit ihrer klaren, sanft melancholischen Stimme, einer sparsamen Instrumentalisierung und Texten, welche das schier Unaussprechliche direkt auf den Punkt treffen präsentiert die Alin Coen Band ein...




... erstklassiges Debüt, dass die sensible Hörerinnenseele mit lyrischem Folk-Pop streichelt.


Wenn Alin Coen singt, hält die Welt an. Wie ein wohliger Geruch erfüllt ihre Stimme den Raum, kriecht in jede Ecke und nistet sich in den Ohren der Hörerin ein. Begleitet von schmeichelnden Melodien präsentiert die 1982 in Hamburg als Tochter einer Deutschen und eines Mexikaners geborene auf "Wer Bist Du?" nun endlich ihre gesammelte Klangkreativität - und zieht das Auditorium bereits mit dem Opener "Wolken" in ihren Bann.

Dass die 28-Jährige kein unbedarftes Popsternchen ist, bestätigt ein Blick auf Coens Vita. Als Kind reiste sie mit ihren Eltern durch Indien, Osttimor und Kanada, nannte Australien für einige Jahre ihre Heimat. Als 19-Jährige zog es sie nach Schweden, wo sie ihr Talent als Komponistin und Gitarristin entdeckte. Einige Jahre später, zurück in Deutschland, begann die Gelegenheits-Musikerin in Weimar Umweltschutztechnik zu studieren - und gründete in 2007, gemeinsam mit dem Architekturstudenten Jan Frisch an der Gitarre und den beiden Jazzstudenten Philipp Martin (Bass) und Fabian Stevens (Schlagzeug) die "Alin Coen Band". Aus den vier IndividualistInnen wurde ein gemeinsames Projekt, welches zur musikalischen Heimat des KünstlerInnen-Quartetts herangewachsen ist und nun in der Veröffentlichung eines einzigartigen Debüts gipfelt.

Ein Album mit dem Titel "Wer Bist Du?" wirft Fragen auf. Überlegungen über die eigene Person, aber auch über das mediale Gegenüber könnten auftreten. Zum Nachdenken ist frau in jedem Falle angeregt. "Wer Bist Du?" ist aber auch der Titel von einem der vierzehn Songs des Longplayers. Getrieben vom rhythmisch gezupften Bass eröffnet Alin Coen den gedankenreichen Track mit dem immer wiederkehrenden Satz "Da stehst du und wartest immer noch auf Rückenwind". Die Repetitio "Wer bist du? Bist du Irgendwer?" hallt im Kopf der Hörerin noch Stunden später nach.

Auch die anderen deutsch- und englischsprachigen Titel haben eine Menge zu bieten. Manche schlummern schon seit neun Jahren im Coen`schen Repertoire, einige sind noch ziemlich frisch, zwölf stammen aus der begabten Feder der Sängerin. Eines haben aber alle Stücke gemeinsam: Sie vertonen unaufdringlich und mit kluger, kitschfreier Poesie die Gefühlswelten des Lebens. Erzählt der Song "Nähe" noch vom vorsichtigen Verlieben, bei dem die Angst dem Vertrauen erst weichen muss, widmet sich das darauf folgende "Ich War Hier" schon dem Akt des Loslassens. Auch "Same Boat" und "Festhalten" formulieren gelungen die innere Zerrissenheit, welche die Liebe so oft mit sich bringt.

Durch den melancholisch-anmutenden Gesang der Frontfrau, der manches Mal eher einem Hauchen gleicht, wirkt jede Zeile der LP "Wer Bist Du?" wie ein intimes Geständnis. Auf gesangliche Ausbrüche und tosende Instrumentalisierung wartet das Publikum bei diesem Album daher vergebens. Ruhige, zurückhaltende Töne mit Hang zum Minimalismus sind die Stärke der Alin Coen Band - auch wenn sich die ein oder andere Hörerin ein bisschen mehr Resolution wünschen mag.

Alin Coen Band im Netz: www.alincoen.com und www.myspace.com/alincoen

AVIVA-Tipp: Das Coen`sche Konglomerat aus smoothem Jazz, Folk und zartem Indie-Pop ist die Entdeckung des Jahres 2010! Während einheimischer Durchschnittspop in der Regel spätestens nach der dritten Wiederholung nicht mehr das Tanzbein, sondern eher die Keule schwingen lässt, bietet die Alin Coen Band mit "Wer Bist Du?" die wunderbare Gelegenheit, sich mit jedem Repeat mehr in die einzelnen Songs zu verlieben. Hinsetzen, zuhören, träumen!


Alin Coen Band
Wer Bist Du?

Label: Pflanz Einen Baum, VÖ: August 2010


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Beitrag vom 20.09.2010

Lisa Erdmann 






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