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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2021 - Beitrag vom 26.11.2010


Alexandra - Unvergessen
Yasmine Georges

Die Liste der KünstlerInnen, die jung starben ist über die Jahrhunderte immer länger geworden. Mozart, Marilyn Monroe, Heath Ledger, viele Talente verließen die Bühne der Welt verfrüht. Zu ihnen...




...zählt auch die Chansonnière Doris Nefedov, alias Alexandra. Nun ist eine CD erschienen, die ihre größten Hits und noch unveröffentlichtes Material neu vertont präsentiert. Eine musikalische Hommage an eine außergewöhnliche Künstlerin.

Doris Treitz wurde am 19. Mai 1942 in Heydekrug, Memelland geboren. Nachdem sie vor der Roten Armee geflohen war, wuchs sie in Hamburg und Kiel auf. Neben ihrem Besuch der Meisterschule für Mode arbeitete die spätere Künstlerin in einem Hamburger Hotel als Zimmermädchen, um sich ihre erste Gitarre leisten zu können. Bis zu ihrem Durchbruch 1966 war sie erst als Stenotypistin in einem Hamburger Verlag angestellt und dann als Sekretärin in einer hanseatischen Speditionsfirma.
Mit 19 Jahren traf Doris den Russen Nikolai Nefedov und heiratete ihn kurz darauf. Sie wollten gemeinsam nach Amerika auswandern, doch das Ehepaar ließ sich zwei Jahre später scheiden. Während Nikolai in die USA ging, blieb Doris mit ihrem Sohn Alexander in Deutschland.

Um ihren Traum von einer Karriere als Sängerin oder Schauspielerin zu verwirklichen, begann die junge Mutter ein Studium an der Margot-Höpfner-Schauspielschule in Hamburg. Nebenher arbeitete Doris als Zeichnerin. Nach den drei Jahren Ausbildung wurde sie an einem Theater in Neumünster engagiert. Kurz darauf unterschrieb Doris alias Alexandra einen Vertrag bei dem Produzenten Fred Weyrich. Ihm haben die Fans der Sängerin das neue Album zu verdanken. Im Booklet zur CD "Unvergessen" erzählt er von seiner ersten Begegnung mit Alexandra im Oktober 1966. Er spricht von der "außergewöhnlichen Begabung" der Sängerin, die ihn dazu bewegt habe, noch am selben Abend den Plattenvertrag aufzusetzen. Die Probeaufnahmen vom Folgetag hat Weyrich 1970 – ein Jahr nach dem Tod Alexandras – in bearbeiteter Form veröffentlicht.

Die Zusammenstellung wurde nun nach erneuter Bearbeitung orchestriert und unter dem Titel "Unvergessen" als Hommage an das aufstrebende Talent herausgebracht. Der melancholische Unterton, der in jedem ihrer Lieder mitschwingt erinnert an den verhängnisvollen Donnerstag, der die Sängerin das Leben kosten sollte. Nachdem sie – der "Senkrechtstarter" des deutschen Musikbusiness – bereits mehrere Erfolge gefeiert hatte, wollte Alexandra 1969 mit ihrer Mutter und ihrem Sohn in den Urlaub nach Sylt fahren. Ein Autounfall, bei dem Alexandra und die Mutter ums Leben kamen beendete die Reise. Der Sohn wurde bei dem Zusammenstoß mit einem Lastzug nur leicht verletzt

Der plötzliche Tod der Sängerin erschütterte wohl nicht nur ihre damalige Fangemeinde, sondern auch die KünstlerInnen, mit denen sie zusammengearbeitet hatte. Seit ihrem Debüt mit "Zigeunerjunge", einem Song von Hans Blum, orientierte sich die mehrsprachige Alexandra über die deutschen Grenzen hinaus. Sie traf französischsprachige Chansonniers wie Gilbert Bécaud und Yves Montand und tourte mit Adamo. Als sie nach Brasilien reiste, um an einem Musikfestival teilzunehmen, traf sie den Bossa Nova-Komponisten und Sänger Antonio Carlos Jobim. Daraufhin nahm sie die deutsche Interpretation von Jobims Song "Manha de Carnaval", "Das Glück kam zu mir wie ein Traum" auf.

Die Neuaufnahme ist auch der erste Song auf der CD. Hier kommt sogleich Alexandras tiefe, raue und nur stellenweise fröhlich klingende Stimme zum Tragen. Ihr erster Hit "Zigeunerjunge" ist ebenfalls auf dem Tonträger zu finden, ebenso wie "Maskenball", ein bisher unveröffentlichter Titel. Das Lied sollte eigentlich die zweite Single der Sängerin werden, doch die Aufnahme von "Sehnsucht – Das Lied der Taiga" durchkreuzte diesen Plan. Neben der Neuvertonung von "Maskenball" ist auch das Video zum Song, das Alexandra bei Aufnahmen im Studio zeigt, als Bonustrack auf der CD verewigt. Zudem wird das Sprachtalent der Sängerin bei Nummern wie "Je t´attends" oder "Russkaja Ziganskaja Pessnja" (Ein russisches Zigeunerlied) betont.

AVIVA-Tipp: Das Album vereint die Erfolgssongs einer Sängerin, die weder ganz in die Schlager-, noch in die Chanson-Sparte passen will. Die Vielseitigkeit Alexandras bestimmt die CD. Fans bekommen nun noch einmal die Gelegenheit ihrem verstorbenen Star zu gedenken, Alexandra bleibt weiterhin unvergessen.

Alexandra
Unvergessen

Label: Universal, VÖ: 5. November 2010

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.universal-music.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Alexandra – Die Legende einer Sängerin



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Beitrag vom 26.11.2010

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KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

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KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
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MITRA. Kinostart: 18.11.2021

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MITRA
Inspiriert vom Schicksal seiner Familie erzählt Regisseur Kaweh Modiri die Geschichte der Iranerin Haleh, die 37 Jahre nach der Hinrichtung ihrer Tochter die Frau wieder trifft, die sie dafür verantwortlich macht. Paraderollen für Jasmin Tabatabai, Shabnam Tolouei und Singer-Songwriter Mohsen Namjoo, der auch die Filmmusik komponierte.
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PLAN A – Was würdest du tun? Ab 9. Dezember 2021 im Kino

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PLAN A – Was würdest du tun?
1945 plant eine Gruppe Holocaust-Überlebender die größte Racheaktion der Geschichte: Für jeden jede/n ermordete/n Jüdin/Juden soll ein/e Deutsche/r sterben. Doch kurz bevor der erste Giftanschlag ausgeführt werden kann, wird der Plan aufgedeckt.
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Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

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Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

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Zuhurs Töchter
Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
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Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Roamers – Follow your Likes, Kinostart: 22. Juli 2021

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Der Dokumentarfilm ROAMERS erzählt von der Suche "Digitaler Nomaden" auf der Jagd nach dem nächsten, perfekten Moment nach Sinn und Halt in einer neuen, digitalen Welt unzähliger Möglichkeiten.
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Drei Länder, drei Konflikte, drei Frauen und ein ähnliches Schicksal: Doch sie haben nicht vor aufzugeben: Hilda in Uganda, Rayen in Santiago de Chile, und Pepper in Hongkong. Sie kämpfen weiter. Für ihre und unsere zukünftigen Kinder.
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