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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2021 - Beitrag vom 11.07.2011


Beyoncé - 4
Lisa Erdmann

Fast drei Jahre ließ sich R´n´B-Göttin Beyoncé Knowles für ihren vierten Longplayer Zeit, nun ist er endlich da. Die große Überraschung: das zentrale Thema der 29-Jährigen sind diesmal vor allem...




.... sanfte Balladen. Partytaugliche Clubhits bleiben die Ausnahme auf "4".

Beyoncé Knowles hat sich getrennt - jedoch nicht von Ehemann und Langzeitlover Jay-Z, sondern von ihrem Alter Ego Sasha Fierce. Den Künstlerinnennamen legte sich die Texanerin schon vor einigen Jahren, vor allem für Konzertauftritte zu. Bei ihrem letzten Longplayer "I Am... Sasha Fierce" aus 2008 wurde die fiktive Persönlichkeit schließlich zum Konzept und stand für wilde Partyhits und feinste Mainstreamkracher.

Heute, knappe drei Jahre später, ist Miss Knowles - wie sie selbst erklärt - erwachsener geworden und löst sich mit "4" von ihrem zweiten Ich. Ganz so wie auf "I Am...", dem ersten Silberling ihres letzten (Doppel-)Albums, widmet sie sich auch auf ihrem aktuellen Werk fast ausschließlich ruhigen Soul-Pop-Klängen. Zentral ist vor allem die facettenreiche Stimme der 29-Jährigen, die sie eigentlich niemandem mehr beweisen müsste.

Der Opener "1+1" steckt die Thematik des Albums bereits großflächig ab. Beyoncé liefert eine stimmlich gewohnt-herausragende Leistung ab, hier getragen von kitschigen Streichern und schmusigem Echo-Sound. Die Gänsehaut bleibt dennoch aus, zu gewollt und forciert scheint dieser Auftakt. Ähnlich ergeht es auch den Folgenummern "I Care" und "I Miss You" - Die Titel sprechen für sich, Beyoncés Gesang erklingt wie erwartet und die kalkulierten Synthie-Beats sind zwar wahrlich professionell eingespielt, aber eben auch frei von Überraschungen.

Den ersten Wachrüttler gibt es schließlich mit der zweiten Singleauskopplung "Best Thing I Never Had". Als Mid-Tempo-Ballade im Stile von "Irreplacable" 2.0 mit Background-Chor und Stimmgewalt verweilt dieser Titel etwas länger im Ohr als seine Vorgänger. Dem darauf folgenden "André 3000"-Feature gelingt das leider nicht. Auch die textlastigen Schmuse-Songs à la "Rather Die Young" oder "Start Over" verschwimmen trotz guter Produktion viel zu schnell zum Einheitsbrei. Fast enttäuscht zappt die Hörerin weiter - in der Hoffnung, doch noch den ein oder anderen kreativen Song zu erhaschen.

Tanzbar wird es erst wieder auf den letzten Metern: mit "Love On Top" erinnert Miss Knowles zuweilen an ihre eigenen Anfänge, der karibisch anmutende "Countdown" hat erste Clubqualität und das finale "Run The World (Girls)" trifft mit Gaga-Beat den (etwas fragwürdigen) Zeitgeist. Dennoch, der fade Beigeschmack will nicht so recht weichen und schließlich bleibt "4" ein Pop-Album der Kategorie "nett" - die R`n`B-Queen der letzten Jahre wird frau darauf jedoch vergeblich suchen.

Beyoncé im Netz: www.beyonceonline.com

AVIVA-Fazit: In gewisser Weise erfüllt dieses Album alle Erwartungen und auch an Beyoncés Stimme kann frau natürlich nichts aussetzen. Dennoch scheint gerade diese Berechenbarkeit etwas enttäuschend, vielleicht war aber auch die Erwartungshaltung einfach zu groß. Fans werden sich über "4" trotzdem freuen, Kennerinnen kennen das meiste allerdings schon.


Beyoncé
4

Label: Sony Music, VÖ: Juni 2011


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Beitrag vom 11.07.2011

Lisa Erdmann 






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