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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 01.11.2008


Ani DiFranco – Red Letter Year
Tatjana Zilg

Achtung: Vom kosmologischen Layout und Mantra-Bekenntnissen nicht zu falschen Rückschlüssen verleiten lassen! Nicht auf esoterischen Wegen, sondern mit rockigem Tenor, eingängigen Melodien, …




… Electro-Splittern und lyrischen Texten schickt die amerikanische Songwriterin ihre roten Briefe ins Ohr.

Zwei Jahre lang feilte Ani DiFranco an ihrem neuen Studioalbum. Kurz vor ihrem zwanzigjährigen Jubiläum in der Musikbranche, die sie 1990 mit ihrem Debut "Ani DiFranco" erstmalig betrat, erlaubte sie sich einen kleinen Stimmungswandel. Die Melancholie schob sie zur Seite, um mehr Raum für die Freude zu gewinnen. "I´ve got myself a new mantra. Don´t forget to have a good time" singt sie mit ihrer rauen, leicht kratzbürstigen, kraftvollen Stimme. Lange Zeit zog sie nachdenkliche Nu Folk Töne vor. Der Sprung zur Integration von funkigem Temperament kündigte sich ab Anfang des neuen Jahrtausends in ihren Veröffentlichungen an.

Auf "Red Letter Year" fügt sie die verschiedenen Spielräume ihrer langjährigen Songwriting-Erfahrungen zu einem Sound zusammen, der das widerborstige Rebellentum des Punk, die energiereiche Lebendigkeit des Funk und die sehnsuchtsvolle Melodiösität Gitarren-lastigen Folks in sich vereint.

Flamenco inspirierte Gitarren-Saiten-Klänge eröffnen das Album, im Hintergrund sind jazzige Trompeten zu vernehmen, dann wandelt sich der Titelsong "Red Letter Year" zu einer rockig angelegten Ballade. Etwas ungestümer wird es mit den Songs "Alla This" und "Present/Infant", in denen nuancenreiche Gitarren-Melodien einem dominanten Fender Bass und prägnanter Percussion begegnen. Nach und nach finden sich mehr Instrumente in die Songs ein: Auf dem sich spooky-mysteriös gebenden "Smiling Underneath" setzen Piano und zwölfsaitige Gitarre Akzente. In "Star Matter" tauchen die Trompeten aus dem Intro Song wieder auf, schaffen sich mehr Gehör und kündigen das überraschende Album Outro " Red Letter Year Reprise" an, das sich als fröhliches Blas Orchester Instrumental entpuppt.
Zuvor gewinnt "Emancipated Minor" mit funkigem Electro-Beat das Rennen um den temperamentvollsten Song des Albums, wogegen "The Atom" mit einer tragenden Folk-Melodie und sehnsuchtsvollen Streicher- und Saitenklängen besticht und in kosmische Weiten entführt.

An der Intensität und Leichtigkeit der Songs merkt man schnell, dass Ani DiFranco dieses Mal mit einem entspannten Ansatz an Komposition und Studioarbeit heranging. Sie nahm sich Zeit, die Songs in sich reifen zu lassen, stellte sie dem Publikum bei Live-Auftritten vor, um sie dann weiter zu verfeinern und so das Album ganz allmählich zu vollenden. Der innere Wandel wurde mit angeschubst durch die Geburt ihrer Tochter. Als Mutter begann sie ihre Kreativität auf eine neue Weise zu erleben. "I think I sorely needed to be slowed down, and finally a little person came along powerful enough to do it" erinnert sie sich. Dem zu gute kam, dass ihr Partner Mike Napolitano zu ihrem Ko-Produzenten wurde und sich dies zu einer sehr tragfähigen Zusammenarbeit entwickelte: "When I listen to my new record, I hear a very relaxed me, which I think has been absent in a lot of my recorded canon. Now I feel I´m in a really good place. My partner Mike Napolitano co-produced this record – my guitar and voice have never sounded better, and that´s because of him. I´ve got a great crew. And my baby, she teaches me how just be in my skin, to do less and be more."

Ani DiFranco im Netz: www.righteousbabe.com/ani

Weiterhören: Emiliana Torrini und Clare Bowditch sowie Ani DiFranco - Reprieve.

AVIVA-Tipp: Musik, die zum entspannten Lauschen einlädt und dennoch genug Feuer in sich trägt, um zum Dauerbrenner in der persönlichen Playlist zu werden. Geschmeidig schön umfließen die Kompositionen die poetischen Texte, in denen sich viel Lebensweisheit spiegelt und die mit humorvollen Pointen die versprochene gute Laune hervorrufen.

Ani DiFranco
Red Letter Year

Label: Righteous Babe Records, Rough Trade, VÖ Oktober 2008



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Beitrag vom 01.11.2008

AVIVA-Redaktion 






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