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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 01.07.2002


10 auf einen Streich - Speeddaten statt Singlefrust
Esther Weiss

Speeddaten - 10 Tipps zum Kennenlernen in Rekordzeit




10 auf einen Streich
Vor dem Verlieben kommt das Kennenlernen
Eine wunderbare Alternative zu den klassischen Kennenlernmethoden ist in Berlin seit nicht allzu langer Zeit die Idee des Speeddatens. Wie der Name schon sagt ist Speeddater eine schnelle und zeitgemäße Form des sich Kennenlernens, das nun auch hier Einzug gehalten hat. Und (natürlich!) ein Trend aus den USA ist. Wer genug hat vom zeitaufreibendem Anzeigenschalten ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Denn in der Regel weiß man schon nach wenigen Sekunden, ob man jemanden sympathisch findet oder nicht. Das Schöne an Speeddaten ist, dass hier nicht der Gedanke an schnellmöglichste Intimität im Vordergrund steht, sondern zunächst ein lockerer Gedankenaustausch mit Aussicht auf eine Vertagung des begonnenen Plausches.
Kennenlernen in Rekordzeit
Die Autorin hat einen Selbstversuch gestartet. Nachdem man sich zum Beispiel im Internet unter www.speeddater.de angemeldet hat, trifft man sich mit 19 anderen Menschen ( je zur Hälfte männlich/weiblich) in einem netten Lokal mit angenehmer Atmosphäre. Dass sich schnell eine gewisse Nervosität angesichts der fremden Meute einstellt, dürfte nicht ungewöhnlich sein. Ich selber hole mir erst mal was zu trinken und zünde mir eine Zigarette an, dann habe ich schon mal was in der Hand. Ein paar Leute haben sich schon spontan zum Plauschen eingefunden, bevor es offiziell losgeht. Die anderen sitzen noch mehr oder weniger scheu in den Sesseln Drumherum. Eine große Tasse Kaffee ist trotz vorgerückter Stunde zu empfehlen, da (wer hätte das gedacht!) Speeddaten echt anstrengend sein kann. Aber auch, weil einem vor lauter Reden schnell der Mund trocken wird.
Ein Gong ertönt und Moderator Christian Wenkoff meldet sich zu Wort: Das Spiel geht los und man ist zunächst erleichtert, dass die ganze Aktion organisierte Formen annimmt, bevor einem die Worte beim anfänglichen Plausch auszugehen drohen.
Während das weibliche Geschlecht archetypisch auf ihrem Platz sitzen bleibt, gehen die Männer jeweils von Tisch zu Tisch. Kärtchen mit Fragen, die zugegebenermaßen nicht sonderlich originell sind liegen auf den Tischen bereit, um die Kommunikation unter vier Augen anzukurbeln. Aber es geht ja nicht darum einen Preis im Wissensfragen zu gewinnen, man will sich ja schließlich näher kennen lernen. Jedenfalls werden die Karten schnell zur Seite gelegt und kommen eigentlich nur noch zum Einsatz, wenn einem vor Verlegenheit partout nichts einfallen will.
Ich stelle fest, dass die meisten doch recht eloquent sind, und frage mich ob dies eine Eigenschaft ist, die man hier unbedingt mitbringen sollte. Aber irgendwie klappt es erstaunlicherweise immer wieder aufs neue, dass man anfängt zu reden und sich festredet. Aber dann erklingt auch schon der Gong und weiter geht`s. Irgendwann wird mir fast schwindelig und ich verliere den Überblick, wer wer ist. Auf einem weiteren Kärtchen trage ich ein, ob ich zu meinem Gegenüber später Kontakt aufnehmen möchte oder nicht. Wollen beide, werden später die Telefonnummern herausgegeben. Es empfiehlt sich das Häkchen schnell zu machen, denn alles geht recht schnell und später kann man sich leider nicht mehr so gut erinnern. Manche kommen schon zum zweiten Mal, wie ich von meine Gesprächspartnern erfahre. Da die männlichen Interessenten übrigens eher in der Überzahl sind, müssen manche eine Runde warten. Also, Frauen, traut Euch und schafft den Ausgleich! Speeddaten ist übrigens auch nicht teuer. Ein Obulus von lediglich rund 10 € ist zu entrichten.


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Beitrag vom 01.07.2002

AVIVA-Redaktion