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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 14.01.2008

J├╝disches im Gr├╝nen. Ausflugsziele im Berliner Umland
Sharon Adler

Judith Kessler und Lara D├Ąmmig haben mit Unterst├╝tzung der Stiftung Zur├╝ckgeben einen spannenden und ├╝bersichtlichen Reisef├╝hrer zu vergessenen oder verborgenen deutsch-j├╝dischen St├Ątten herausgegeben



St├Ątten des j├╝dischen Lebens jenseits der Gro├čstadt

(Gute) Reisef├╝hrer ├╝ber das j├╝dische Berlin gibt es einige, und die sichtbaren Spuren j├╝dischen Lebens in der Hauptstadt locken j├Ąhrlich unz├Ąhlige von TouristInnen an. Doch wer von ihnen hat schon das verlorene j├╝dische Leben au├čerhalb des Scheunenviertels in Berlin-Mitte aufgesp├╝rt?

Judith Kessler und Lara D├Ąmmig haben diesem unwiederbringlich zerst├Ârten j├╝dischen Leben nachgesp├╝rt und seine Spuren sichtbar gemacht.
In der unmittelbaren Nachbarschaft Berlins - von Bad Freienwalde ├╝ber Caputh und Luckenwalde bis Zehdenick - gibt es viele Orte, in denen seit dem 13. Jahrhundert - mal geduldet, mal verfolgt - bis zur Shoah, Juden lebten und wirkten: Wissenschaftler, Handwerker, SportlerInnen, K├╝nstlerInnen, Unternehmer, P├ĄdagogInnen und Gelehrte pr├Ągten hier die deutsch-j├╝dische Geschichte entscheidend mit. Und doch ist heute kaum noch etwas von dem Schicksal derer bekannt, die bis zur Flucht in die Emigration oder den sicheren Tod durch Deportation f├╝r immer gegangen sind.

Juden in Brandenburg

Die Autorinnen verdeutlichen einf├╝hrend durch einen kompakten geschichtlichen Abriss vom 13. Jahrhundert bis heute, wie j├╝disches Leben durch Ausweisungen, Entrechtungen und "Judenordnungen" der st├Ąndigen Willk├╝r der jeweiligen Machthaber ausgesetzt war. Zeitweise war ein halbwegs gleichberechtigtes Nebeneinander von Juden und Christen m├Âglich, und es wird auch aufgezeigt, wie sich ein j├╝disches Leben, allen Verfolgungen zum Trotz, dennoch stetig weiter entwickelte. Dies wird auch versinnbildlicht durch die j├╝dische Architektur und die Symbolik auf j├╝dischen Grabsteinen, denen die Autorinnen jeweils einen Exkurs widmen.

Stumme Zeitzeugen - halbverfallen oder restauriert

Ob die Hirsch┬┤sche Messingwerksiedlung in Eberswalde, Einsteins Sommeridyll oder das J├╝dische Kinder- und Landschulheim in Caputh, der idyllischen Friedhof von M├╝ncheberg, die einstige Israelitische Erziehungsanstalt f├╝r geistig zur├╝ckgebliebene Kinder in Beelitz, die fr├╝here Synagoge in Gro├č-Neuendorf, Erich Mendelsohns ber├╝hmte Luckenwalder Hutfabrik, das heute ungenutzte Bootshaus des Ruderklubs "Undine" oder der mittelalterliche Judenfriedhof in Perleberg: auch heute noch sind Spuren j├╝dischen Lebens hier sichtbar.
Dabei verschweigen Judith Kessler und Lara D├Ąmmig nicht, dass j├╝dische Symbole und St├Ątten zu Zeiten der DDR zum gro├čen Teil verfielen und nur durch das Engagement einiger Weniger ├╝berhaupt noch erhalten sind, und dass Neonazis heute die Orte immer wieder zum Ziel ihres Hasses machen.

Zu den Autorinnen:

Judith Kessler
, Sozialwissenschaftlerin und Journalistin, Berlin. Redakteurin der Gemeindezeitung "j├╝disches berlin", Mitwirkende bei Bet Debora Berlin, Verfasserin einer Studie zu Lebenswirklichkeiten und demografischen und psychosozialen Aspekten mit und ├╝ber 4000 russisch-j├╝dische Zuwanderer in Berlin, 1996.

Lara D├Ąmmig, geboren 1964, studierte Bibliothekswissenschaft und gab eine bibliothekarische Fachzeitschrift heraus. Schon zu DDR-Zeiten war sie engagiertes Mitglied der J├╝dischen Gemeinde Ostberlins. Nach der politischen Wende trug sie wesentlich zum Aufbau einer Rosch-Chodesch-Gruppe und eines egalit├Ąren Minjans bei. Sie arbeitet am Lauder J├╝disches Lehrhaus, forscht ├╝ber j├╝disches Frauenleben in Berlin. Gemeinsam mit Rabbinerin Elisa Klapheck hat Lara D├Ąmmig die j├╝dische Fraueninitiative "Bet Debora" gegr├╝ndet und im Verlag Hentrich und Hentrich ebenfalls gemeinsam mit Elisa Klapheck Bertha Pappenheim: "Gebete" herausgegeben. Weitere Ver├Âffentlichungen u.a.: "Bertha Falkenberg - Eine Spurensuche" (in: "Leben mit der Erinnerung", Berlin 1996).

AVIVA-Tipp: "J├╝disches im Gr├╝nen" macht traurig, wenn man an diejenigen denkt, die (hier) nicht mehr leben. "J├╝disches im Gr├╝nen" l├Ądt aber auch dazu ein, die einstigen Orte j├╝dischen Lebens und Wirkens zu erkunden, die mit der S- oder Regionalbahn, mit dem Fahrrad, Motorrad oder dem Auto gut zu erreichen sind. Besonders praktisch und hilfreich ist dabei die jeweils gut verst├Ąndliche Information zur Anfahrt. Einziges Manko des Buches ist die Bindung, denn die Seiten fallen bereits beim Lesen auf dem Schreitisch auseinander. Den Autorinnen ist mit "J├╝disches im Gr├╝nen" ein verborgenes Juwel gelungen, das es zu entdecken gilt.

Weiterlesen:

"Ich besa├č einen Garten in Sch├Âneiche bei Berlin", von Jani Pietsch

J├╝dische Friedh├Âfe in Berlin, von Johanna von Koppenfels

Judith Kessler/Lara D├Ąmmig
J├╝disches im Gr├╝nen
Ausflugsziele im Berliner Umland

mit einem Vorwort von Hermann Simon, Direktor der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum
Hentrich & Hentrich, Teetz & Berlin, erschienen Dezember 2007
160 Seiten, 230 Abbildungen, 19,80 Euro
ISBN 978-3-938485-61-3

Literatur Beitrag vom 14.01.2008 Sharon Adler 





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