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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 01.03.2012

Gabr√≠ela Fri√įriksd√≥ttir - Crepusculum
Annika H√ľttmann

Die Isl√§nderin konfrontiert ihr Publikum mit dem Verborgenen und Unbewussten und beweist, dass sie zu Recht zu den bedeutendsten jungen K√ľnstlerInnen ihres Landes gez√§hlt wird.



Von September 2011 bis Januar 2012 zeigte die Frankfurter Kunsthalle Schirn eine Einzelausstellung der isl√§ndischen K√ľnstlerin Gabr√≠ela Fri√įriksd√≥ttir, die diese speziell f√ľr diesen Anlass konzipiert hatte. Unter dem Titel "Crepusculum", dem lateinischen Wort f√ľr "Abendd√§mmerung", erschuf Fri√įriksd√≥ttir einen multimedialen Mikrokosmos, in den unter anderem altnordische Mythologie, das Unterbewusste, Kultur, Natur und das Gegenw√§rtige und Vergangene einflie√üen, sich jedoch jeder g√§ngigen Bedeutungszuschreibung verwehren, da sie in der Erfahrungswelt der K√ľnstlerin miteinander verschmelzen und somit nur diese abbilden.

Fri√įriksd√≥ttir arbeitet mit einem v√∂llig eigenen Zeichen-, Formen- und Bedeutungskanon, in dem sich f√ľr die BetrachterInnen nichts ihrer allt√§glichen, gewohnten Welt wieder finden l√§sst. Sie erz√§hlt keine Geschichten, sondern erforscht die Natur, verborgene Bewusstseinsregionen und das menschliche Sein, woraus Werke entstehen, deren anziehender und verst√∂render Wirkung mensch sich kaum entziehen kann. In einem ihrer Videos zeigt sie in einer W√ľstenlandschaft Menschen und Gegenst√§nde. Es f√§llt schwer, eine logische Verbindung zwischen diesen Dingen herzustellen oder zu verstehen, warum sie sich in der W√ľste befinden. Das Ganze gleicht vielmehr einem Traum und vermittelt das Gef√ľhl, Ausdruck von etwas anderem zu sein, von etwas, das tief im Inneren des Menschen vorhanden ist. Beim Betrachten des Videos sp√ľrt mensch es fast in sich selbst, wie es versucht, an die Oberfl√§che zu dringen.

Einen zentralen Platz in "Crepusculum" nehmen mittelalterliche isl√§ndische Handschriften ein. Acht Originale dieser historischen Dokumente nordeurop√§ischer Mythologie und Geschichte vereinigen sich mit Fri√įriksd√≥ttirs komplexer Welt.

Die Ausstellung bestand aus Videofilmen, Installationen, Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen und Malereien - eine Vielfalt an Medien, die der Katalog zur Ausstellung nicht exakt wiedergeben kann. Dadurch, dass ausgew√§hlte Szenen der Videos abgebildet sind, ergeben sie jedoch als Fotoserie einen Eindruck davon, was den BesucherInnen der Schirn Kunsthalle geboten wurde. In gedruckter Form bleibt das Faszinierende an "Crepusculum" erhalten, BetrachterInnen geraten auch hier in den Sog der anderen Wirklichkeit der K√ľnstlerin. Mit Ausnahme der Malereien dominieren in den Werken Schwarz- und Naturt√∂ne. Die Motive und Materialien, aus denen "Crepusculum" entsteht, sind vielseitig: Menschen - zum Teil vermummt, mit Teig oder Blut beschmiert, in einer W√ľstenlandschaft angesiedelt oder eine Metamorphose durchlaufend, Wesen, die nicht menschlich wirken, Naturaufnahmen, Zeichnungen von Geschlechtsteilen und fast niedlichen Figuren, Mehl, Ekel, Feuer, Schlangen, Bandagen, schwarzer Auswurf, Jute, Haar, Schleim.

Die Abbildungen des Katalogs werden von umfangreichen Texten eingerahmt, die den Lesenden eine Ann√§herung an das "Fri√įriksd√≥ttir-Universum" erm√∂glichen. Ein Interpretationsversuch ihres Werkes, Exkurse zum Wanderkino, zu Tarot und magischen Praktiken auf Island, Tr√§umen und den Handschriften zeigen nicht nur einen m√∂glichen Weg, sich im Kosmos der K√ľnstlerin zu bewegen, sondern erz√§hlen gleichzeitig viel Interessantes √ľber die Geschichte isl√§ndischer Mythologie.

AVIVA-Tipp: Der Mikrokosmos, den die K√ľnstlerin mit "Crepusculum" entstehen l√§sst, ist intensiv und packend, verwirrend und faszinierend. Was es genau ist, das beim Eintauchen in ihre Welt passiert, ist schwer in Worte zu fassen, aber eins l√§sst sich sagen: Gabr√≠ela Fri√įriksd√≥ttir ist gro√üartig.

Zur K√ľnstlerin: Gabr√≠ela Fri√įriksd√≥ttir, 1971 in Reykjav√≠k geboren, studierte an der RYMI School of Art in Reykjav√≠k sowie an der Akademie der bildenden K√ľnste in Prag, bevor sie 1997 an der Icelandic Academy of Art mit einem Bachelor of Arts in Skulptur abschloss. International bekannt wurde sie durch die Teilnahme an der 51. Biennale di Venezia 2005, wo sie als j√ľngste Teilnehmerin ihr Land repr√§sentierte und den isl√§ndischen Pavillon mit ihrer Multimedia-Installation "Versations/Tetralogia" bespielte.

(Quelle: Schirn Magazin)

Gabr√≠ela Fri√įriksd√≥ttir
Crepusculum

Kehrer Verlag, erschienen 2011
Klappbroschur, 308 Seiten
ISBN 978-3-86828-260-3
40,00,- Euro

Weitere Infos unter: www.schirn-magazin.de

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Klanggewordene Sagen



Literatur Beitrag vom 01.03.2012 Annika H√ľttmann 





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