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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 15.02.2008

Yissakhar Ben-Yaacov ÔÇô Leben f├╝r Israel
Annegret Oehme

Die humorvollen, spannenden und bisweilen kritischen Erinnerungen eines unerm├╝dlichen Diplomaten im Dienste das Staates Israel, erschienen im Hoffmann und Campe Verlag.



"Ich lebe nicht nur ein Leben als bewusster und traditionstreuer Jude und B├╝rger des Staates Israel, sondern betrachte mich zugleich als ein B├╝rger der Erde, der sich seiner Verantwortung gegen├╝ber seinen Mitmenschen und Nachkommen nicht entziehen will."

Diese Wort schreibt Yissakhar Ben-Yaacov gleich zu Beginn seiner Memoiren und macht damit deutlich was f├╝r ihn die Motivation war, sein Leben als Botschafter ganz in den Dienst das Staates Israel zu geben: Verantwortung und Pflichtgef├╝hl. Lange z├Âgerte der in Hamburg geborene Shoah├╝berlebende, seine Erinnerungen niederzuschreiben, doch seine Frau dr├Ąngte ihn, dies nicht zuletzt f├╝r die Enkelkinder zu tun.

1922 geboren, wurde Yissakhar nach seinem Gro├čvater, einem orthodoxen Rabbiner benannt. Yissakhars Eltern lebten ein wesentlich weniger strenges Judentum, was zu Konflikten innerhalb der Familie f├╝hrte. Der Vater, ein fr├╝herer Offizier, las Hitlers "Mein Kampf" und zweifelte keinen Moment an der wahren Absicht dieser Worte. Noch am Abend der Machtergreifung Hitlers, dem 30. Januar 1933, ging er zur "Jewish Agency for Palestine" um ein Einreisezertifikat f├╝r sich und seine Familie zu erwerben. Am 17. September 1933 schlie├člich verlie├č die Familie Jacobson Deutschland in Richtung des Britischen Mandatsgebietes.

Dort angekommen, wandelten sie ihren Familienamen bald in "Ben-Yaacov", nach der hebraisierten Form des Namens Jacobson. Yissakhar wurde auf die Handelsschule geschickt. Eigentlich wollte er Journalist werden, studierte jedoch anschlie├čend Rechtswissenschaften. Nach der Gr├╝ndung des Staates Israel am 14. Mai 1948 stellte er sich sofort in den Dienst der neuen Heimat und wurde auf Grund seiner Deutschkenntnisse zun├Ąchst ins Konsulat nach M├╝nchen geschickt. Von 1956 bis 1959 arbeitete er f├╝r die Israel-Mission in K├Âln und war anschlie├čend als Botschafter in Nigeria, ├ľsterreich und Australien t├Ątig.
Dazwischen wurde er immer wieder als Politikberater t├Ątig. In dieser Funktion unterst├╝tzte er auch f├╝nf Jahre lang den damaligen B├╝rgermeister Jerusalems, Teddy Kollek.

Immer wieder ├╝bernahm Yissakhar Ben-Yaacov Aufgaben in Deutschland, so auch nach seiner Pensionierung als Leiter der "ORT Deutschland e.V.", der deutschen Sektion des j├╝dischen Wohlfahrtsverbandes.
F├╝r seine Verdienste um die israelisch-deutschen Beziehungen und seinen unerm├╝dlichen Einsatz f├╝r die V├Âlkerverst├Ąndigung wurde Yissakhar Ben-Yaacov 1992 das Gro├če Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Ben-Yaacovs Erinnerungen sind spannend und lehrreich zugleich, gibt er doch Einblick in die verschiedensten Kulturen. Seine Liebe zu und der Dienst f├╝r Israel werden deutlich an den Sorgen, mit denen der Diplomat immer wieder aus der Ferne die Entwicklungen im Staat beobachtet. So h├Ąlt er auch deutliche Worte der Kritik, unter anderem an der Politik Menachem Begins und den israelischen Angriff auf den Libanon im Jahr 1980, nicht zur├╝ck.

AVIVA-Tipp: Die Memoiren des erkl├Ąrten Menschenfreundes Yissakhar Ben-Yaacov sind gepr├Ągt von Hoffnung auf die M├Âglichkeit des friedlichen Zusammenlebens aller Kulturen und einem gro├čen Idealismus. Er selbst tat und tut sein M├Âglichstes, sich f├╝r diese hehren Ziele zu engagieren.

Yissakhar Ben-Yaacov
Leben f├╝r Israel. Erinnerungen eines Diplomaten.

Hoffmann und Campe Verlag, erschienen Oktober 2007
ISBN: 978-3-455-50041-7
Preis: 22,00 Euro
336 Seiten, gebunden, Hardcover

Literatur Beitrag vom 15.02.2008 AVIVA-Redaktion 





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