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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 30.11.2008

Feministische Medien - ├ľffentlichkeiten jenseits des Malestream
Stefanie Denkert

Eine Bestandsaufnahme von deutschsprachigen feministischen Medien, die sich seit Anbeginn der Frauenbewegung zwischen Popkultur und Politik sowie DIY-Mentalit├Ąt und Selbstausbeutung bewegen.



"Ob sie Aviva hei├čen, Courage, Emma, Fiber, fraz; L.mag, Sic!, oder so augenzwinkernde Titel tragen wie Schlangenbrut und Krampfader: Medien waren und sind ein zentrales Element feministischer Bewegungen" befinden die Herausgeberinnen und Autorinnen von "Feministische Medien" zurecht. Und seit den 1980ern, als die Frauenbewegung in die Institutionen und in die Umweltbewegung ├╝berging, ist der direkte Aktionismus umso mehr der medialen Auseinandersetzung mit feministischen Themen gewichen.

Endlich erscheint zu diesem wichtigen frauenpolitischen Instrument eine Bestandsaufnahme des Status Quo der feministischen Medienlandschaft - vom Flugblatt bis zum Fanzine, von Print- und Onlinemagazinen ├╝ber Blogs, Radio und bis hin zu TV-Sendungen und der LesPress - im deutschsprachigen Raum. Denn, wie AVIVA-Berlin-LeserInnen wissen, gibt es auch feministische Magazine jenseits von EMMA.

Das gemeinsame Problem, das diese als alternative und unabh├Ąngige agierende Medien seit jeher begleitet, ist unter anderem das der Finanzierung. Die medienmachenden Feministinnen sind mit Herzblut dabei und landen schnell in der Selbstausbeutungsfalle, wie Sonja Eismann, Mitbegr├╝nderin von "Missy Magazine", in ihrem Beitrag "Alles aus Liebe. Feministische Medienarbeit zwischen Selbstbestimmung und Selbstausbeutung" beschreibt.

Julia Well spricht in ihrem Artikel ├╝ber "Feministische Redaktionen im Spannungsfeld von Kommerzialit├Ąt und Autonomie" sowie ├╝ber die Unterschiede zwischen ┬┤professioneller┬┤ und ┬┤professionalisierter┬┤ Arbeit in den alternativen Medien.
Relativ unprofessionell, aber wichtig f├╝r die feministische Medienlandschaft sind seit den Anf├Ąngen der Frauenbewegung selbstgedruckte Flugbl├Ątter und Pamphlete gewesen. In den 1990ern kamen verst├Ąrkt, und besonders in den USA im Zuge der Riot Grrrl-Bewegung, selbstgemachte ┬┤Zines┬┤ auf, die durch die Verbreitung des Internets von e-zines bzw. Blogs abgel├Âst wurden. Auf die amerikanischen "Grrrl Zines" geht insbesondere Elke Zobl in ihrem Beitrag "Pockets of Resistance" ein, w├Ąhrend Britta Cacioppo, Eva Geber und Carina Nekolny die Geschichte von AUF, die tats├Ąchlich mit einem Flugblatt begann, erz├Ąhlen.

Die Herausgeberinnen von "Feministische Medien" sind allesamt Macherinnen von an.schl├Ąge , dem einzigen feministischen Monatsmagazin in ├ľsterreich. 2008 konnte es sein 25-j├Ąhriges Jubil├Ąum feiern, dazu hat Saskya Rudigier einen Beitrag geschrieben, w├Ąhrend Lea Susemichel das 2005 gestartete "an.schl├Ąge TV" vorstellt.

Zu den Herausgeberinnen:
Gabi Horak
, geb. 1979, Redakteurin der "an.schl├Ąge", Studentin der Publizistik- und Theaterwissenschaft an der Uni Wien.
Saskya Rudigier, 1976 in Bludenz geboren, studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Wien und Berlin. Sie ist ebenfalls koordinierende Redakteurin der an.schl├Ąge, au├čerdem Produzentin von an.schl├Ąge tv.
Lea Susemichel, geboren 1976 in Worms, studierte Philosophie und Gender Studies in Wien, ist Lehrbeauftragte an der Wiener Kunstschule und koordinierende Redakteurin der an.schl├Ąge und von an.schl├Ąge tv.

AVIVA-Tipp: "Feministische Medien" gibt einen umfassenden und l├Ąngst ├╝berf├Ąlligen ├ťber- und R├╝ckblick - und gew├Ąhrt Einblicke hinter die Kulissen der deutschsprachigen Szene. ├ľsterreichische feministische Medien sind in diesem Buch ungew├Âhnlich ├╝berproportional vertreten, und - auch das ├╝berrascht vielleicht einige - Wien, die Metropole der nur 8,3 Mio. EinwohnerInnen z├Ąhlenden Republik, nicht K├Âln oder Berlin ist f├╝r feministische Medien die Hochburg im deutschsprachigen Raum. Das Buch ist ein ┬┤Must Have┬┤ f├╝r Feministinnen und MedienwissenschaftlerInnen!

Feministische Medien: ├ľffentlichkeiten jenseits des Malestream
Hrsg. von Lea Susemichel, Saskya Rudigier, Gabi Horak

Ulrike Helmer Verlag, erschienen im Oktober 2008
Broschiert, 212 Seiten
ISBN-10: 3897412659
ISBN-13: 978-3897412651
19,90 Euro

Literatur Beitrag vom 30.11.2008 AVIVA-Redaktion 





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